Thüringen_Sonneberg_2020

Mit dem Rennrad durch den Franken-und den Thüringer Wald - im mittleren und östlichen Bereich des Rennsteigs, von Sonneberg aus (11. bis 14.06.2020, vier Personen)

Flussgebietskarte

Do 11.06.2020 Anreise nach Sonneberg ins Hotel-Gasthof Hüttensteinach, Steinacher Straße 118, Tel. 0367540800, info-hotel-huettensteinach.de, Jens-Uwe Eichhorn – 2 x per Pkw und 3 x per Rennrad (205 km)

Einrolltour 45 km  (Rödental): Sonneberg-Bahnhofsplatz, Wildenheid, Ketschenbach, Rüttmannsdorf, Weimersdorf, Waltersdorf, Oberwohlsbach, Unterwohlsbach, Rödental, Spittelstein, Blumenrod, Fechheim Horb bei Fürth am Berg - (Steinachtal, Muppberg 516 m - am EuroVelo EV13) - Heubisch, - Gefell - Rottmar (Ziegeleien, Fischzucht: Hallteiche) – Weidhausen – Malmerz -Hüttensteinach

 

schiefergedecktes Haus neben dem Hotel

1. Abend im Hotel
Soljanka und Thüringer Bratwurst mit Sauerkraut, Brathering mit Bratkartoffeln, Kellerbier (Mönchshof Kulmbach)

1. Tour (2300 Hm auf 130 km): Frankenwald
Hüttensteinach
Jagdshof (liegt südöstlich von Judenbach am Südhang des 689 Meter über NN hohen Jagdsthofer Berges im Frankenwald)
Gedenkstätte Heinersdorf-Welitsch  (Landkreis Kronach, Oberfranken)

 

Pressig - Rothenkirchen (Wohnstallhäuser) - Förtschendorf (ehemalige Brauerei Leiner) - Teuschnitz -
Rappoltengrün  - Tschirn -
Nordhalben - mit der Rodachtalbahn erhielt Nordhalben im Jahr 1900 Anschluss an das Eisenbahnnetz. Der Ort war bis zur vollständigen Einstellung des Schienenverkehrs im Jahr 1994 Endpunkt dieser Lokalbahn aus Kronach. Seit 2007 wird der obere Teil der Strecke zwischen Nordhalben und Steinwiesen als Museumsbahn betrieben.

evangelische Jubilatekirche - Bahnhof Nordhalben - ehemaliges  Amtshaus Bamberger Fürstbischöfe
Heinersberg
 
Langenbach (Landkreis Hof)
Bad Steben mit 578 mhöchstgelegenes Staatsbad Bayerns, Hofer Land. Es gehörte lange zum hohenzollerischen Markgraftum Bayreuth, ab 1500 auch zum Fränkischen Reichskreis, kam 1792 mit dem Markgraftum zu Preußen, 1806 zu Frankreich und schließlich 1810 zu Bayern.
Lichtenberg -  liegt auf einem Berg über dem Höllental, das vom Fluss Selbitz durchflossen wird. Die Stadt gehört zum Naturpark Frankenwald.
Der 1831 fertig gestellte Friedrich-Wilhelm-Stollen wurde Ende des 18. Jahrhunderts von Alexander v. Humboldt als Unterfahrungs- und Wasserlösungs-Stollen projektiert. Er erschloss mehrere wirtschaftlich unbedeutende Erz- sowie zwei Fluoritvorkommen. Der Stollen ist als Baudenkmal geschützt und wird als Schaubergwerk betrieben, das schrittweise weiter ausgebaut werden soll. Mittagspause mit Burger und Pommes bei der gleichnamigen Gaststätte.
Rosenthal am Rennsteig (Thüringen, Saale-Orla-Kreis)
Blankenstein liegt direkt an der Landesgrenze zu Bayern im Mündungsbereich der Selbitz in die Saale, dem Grenzfluß zwischen Bayern und Thüringen. Auch hier finden sich noch Reste der DDR-BRD-Grenzanlagen (zwischen dem Ort und der Saale).

Blankenstein ist Endpunkt des Wanderweges Rennsteig (171 km von Hörschel im Westen und Blankenstein im Osten) und Endpunkt der Reisezüge aus Saalfeld

Rennsteigdenkmal                

Blankenberg: Zu den Sehenswürdigkeiten der Gemeinde gehört die ehemalige Papierfabrik mit der 1903 gebauten und 1906 in Betrieb genommenen Papiermaschine, die als die zweitälteste Papiermaschine in Deutschland gilt.
Harra Der Ort liegt am Ende des Bleilochstausees an der Saale. Die Harraer Schlacht war eine blutige Auseinandersetzung am 6. Oktober 1826. Dabei trafen Bauern aus Harra sowie anderen Dörfern und Truppen des Fürsten Heinrich LXXII. aufeinander. Hierzu gibt es eine Gedenktafel „gegen Fürstenwillkür und Unterdrückung gewidmet“.
Bad Lobenstein - seit 2002 Kur- und Moorbehandlungen in der Ardesia-Therme; Axel Teichmann (* 1979), Skilangläufer, besuchte hier die Schule und wurde am 2. Mai 2003 auf Grund seiner großen sportlichen Erfolge zum Ehrenbürger der Stadt ernannt. Am 8. Oktober 1806 zog das napoleonische Heer durch die Stadt. Gegen 9:00 Uhr verließ Kaiser Napoleon Kronach. Er traf gegen 12:30 Uhr in Lobenstein ein. Tag und Nacht marschierten ca. 190.000 Mann durch Lobenstein. Die Stadt und das gesamte Umland waren davon betroffen. Plünderungen waren an der Tagesordnung.
Rodacherbrunn - im Jahr 1806 zog Napoleon mit seinen Truppen durch den Ort und soll im damaligen Wirtshaus, dem Rennsteigkasino, übernachtet haben
Grumbach liegt bis zu 724 m über NN an der Landesstraße 2373 sowie teilweise am Rennsteig. Das Hochtal im Thüringer Schiefergebirge befindet sich kurz vor der Nordabdachung des Frankenwaldes. Die Ansiedlung entstand um eine Glashütte, die Glasmacher Christoph Müller und Peter Greiner aus Lauscha 1615 als Wanderglashütte in Dürrenbach an der Hohen Tann bei Wurzbach, in der heutigen Gemarkung errichtet hatten. Der entstehende Ort wurde Glashütte genannt.
1737 erfolgte die eigentliche Ortsgründung. Die Schiefergewinnung, Waldarbeit, Tourismus sowie Winter- und Sommersport waren die Haupteinnahmequellen für den Lebensunterhalt der Bewohner.
Brennersgrün (Landkreis Saalfeld-Rudolstadt)
Lehesten liegt im südöstlichen Teil des Thüringer Waldes, dem Thüringer Schiefergebirge, direkt am Rennsteig. Im „Fröhlichen Tal“ beim heutigen Stadtteil Schmiedebach wurden im Zweiten Weltkrieg Triebwerke für die V2-Rakete von bis zu 1227 Kriegsgefangenen gebaut und getestet. Wenn Zwangsarbeiter durch die unmenschlichen Lebensbedingungen starben oder erkrankten, wurde die Belegung durch Neuzugänge aus dem KZ Buchenwald oder von Stammlagern aufgefüllt. Zu den 603 nachgewiesenen Todesopfern kamen mindestens tausend weitere Häftlinge, die in die KZ Bergen-Belsen und Dora-Mittelbau deportiert worden waren. Auf den Evakuierungsmärschen im April 1945 starben zahlreiche weitere Häftlinge. In Lehesten gibt es ein Schieferbergbaumuseum, hieraus ein „Schieferbruch“-Bild.

Schmiedebach - Lichtentanne – Großschwenda -Schlaga - Kleinneundorf
Probstzella liegt in einem tiefen Talkessel des Thüringer Schiefergebirges im Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale, in dem die Zopte in die Loquitz mündet. Die umliegenden Berge (Kolditzberg und der Bocksberg) ragen teilweise mehr als 200 Meter in die Höhe. Durch den Ort fließt die Loquitz, ein etwa 35 Kilometer langer natürlicher Nebenfluss der Saale. Die Umgebung Probstzellas ist sehr waldreich. Der Rennsteig verläuft etwa 15 Kilometer südlich des Ortes. Im Jahr 1012 schenkte König Heinrich II. die Reichsdomäne Saalfeld und den Orlagau dem lothringischen Pfalzgrafen Ehrenfried (Ezzo). Zum Orlagau gehörten damals auch die Gebiete südwestlich von Saalfeld bis zum Gebirgskamm und somit auch Probstzella. Ezzos Tochter Richeza, Königin von Polen, erbte den saalfeldischen Besitz und schenkte ihn 1056 dem Erzbistum Köln. 1071 wurde das Benediktinerkloster St. Peter und Paul in Saalfeld gegründet und mit Mönchen aus Köln besetzt. Diese sollten die meist slawische Bevölkerung (aber auch thüringische und fränkische Siedler) zum Christentum bekehren und das umliegende Waldgebiet urbar zu machen, was um 1300 zu umfangreichen Rodungen im Umland Saalfelds führte. Im Zuge dessen wurde 1116 die Propstei Zella gegründet. Die Zelle, anfangs ein kleines Bethaus, entwickelte sich dank zahlreicher Stiftungen zu einer reichen Propstei. Während des Dreißigjährigen Krieges wütete 1627 und 1636 die Pest im Ort. 1678 tauchte erstmals der Name „Probstzella“ in einer Landkarte auf. Von 1826 bis 1918 gehörte Probstzella zu Sachsen-Meiningen. Nach dem Ende des Herzogtums Sachsen-Meiningen wurde Probstzella 1923 Teil des neu entstandenen Landkreises Saalfeld im Land Thüringen. Ab 1952 gehörte dieser als Kreis Saalfeld zum Bezirk Gera. Seit der Kreisreform 1994 gehört Probstzella zum Landkreis Saalfeld-Rudolstadt, in dem auch die KZ-Gedenkstätte Laura liegt.
Zopten  Das Dorf liegt im Tal der Zopte, die 1,5 Kilometer östlich der Ortslage in Probstzella in die Loquitz mündet. Der Ort befindet sich 350 Meter ü. NN. Die Ortslage wird wegen ihres Höhenunterschieds in Ober- und Unterzopten genannt.
Gräfenthal liegt in einem Seitental der Loquitz, einem Nebenfluss der Saale. Gräfenthal ist vom Thüringer Schiefergebirge umgeben. Die Berge in der Region erheben sich bis zu 800 m ü. NN und sind mit Fichten bewaldet. Westlich von Gräfenthal liegt Neuhaus am Rennweg, östlich befindet sich Probstzella. Der Rennsteig verläuft etwa vier Kilometer südlich der Stadt. Gräfenthal lebte früher vom Bergbau und der Handelsstraße Nürnberg – Leipzig. Abgebaut wurden Eisen und Schiefer, Alaun. Heute gibt es in der Stadt vor allem zwei Kunststofffabriken, eine Möbelfabrik sowie verschiedenes Kleingewerbe.
Spechtsbrunn ist ein Ort im Thüringer Schiefergebirge an der Grenze zu Bayern. Direkt durch den Ort führt der Rennsteig. Spechtsbrunn ist einer der ältesten Orte in der Rennsteigregion. Der Ortsname ist nicht auf einen Specht zurückzuführen, sondern auf eine Specke, einen (Knüppeldamm), mit dem eine sumpfige, morastige Stelle passierbar gemacht wurde. Der Ort entwickelte sich im Mittelalter an der Handels- und Heeresstraße zwischen Nürnberg und Leipzig, die über den Sattelpass nach Franken führte. Eine der steilsten Strecken der Handelsstraße (von Buchbach nach „Kalte Küche“, der Ausspanne der Vorspanntiere) lag nahe Spechtsbrunn. Für den Anstieg „waren Vorspanne (4–6 Paar Pferde und bis 18 Paar Ochsen) notwendig.“ Die Strecke war gut gepflastert und an manchen Stellen bis zu sechs Meter breit, damit ein gegenseitiges Ausweichen möglich war. Noch heute sind an einer Stelle 10 bis 15 cm tiefe Wagenspuren zu erkennen. „Für den Weg Buchbach-Kalte Küche wurden pro Paar Ochsen 24 Kreutzer Vorspanngeld und drei Kreutzer Trinkgeld gezahlt…“ Das erklärt wohl auch die hohe Zahl der Zugtiere, die in den umliegenden Dörfern gehalten wurden. Der Beginn des Fuhrmanngewerbes ist auf etwa das Jahr 1700 anzusetzen (in einem Kirchenbuche taucht hier erstmals der Beruf „Kärrner“ auf). In Spechtsbrunn allein wurden nach landeskundlichen Angaben des Herzogtums Sachsen-Meiningen um die Wende ins 19. Jahrhundert noch über 100 Ochsen gezählt. Viele Fuhrleute und Bauern wurden in diesen anderthalb Jahrhunderten wohlhabend. Mit dem Ausbau des Eisenbahnnetzes in Deutschland nach 1835 brach das Fuhrmannswesen im Jahre 1860 komplett zusammen.
Schon um die Zeit der Ersterwähnung des Ortes wurde in der Umgebung Schiefer im Tagebau, später auch im Untertagebau abgebaut. Es war Tafelschiefer, der zum Eindecken von Gebäudedächern benutzt und deshalb meist von ansässigen Fuhrleuten exportiert wurde. In späteren Jahrhunderten erfolgte dann auch eine Verarbeitung zu Schreibtafeln. Diese sorgten in Verbindung mit Schiefergriffeln dafür, dass weltweit Kinder Schreiben und Rechnen, das ABC und das Einmaleins erlernen konnten.
Weil die Schieferblöcke in der näheren Gegend um Spechtsbrunn sich nicht in stabile Tafeln spalten ließen, sondern dass sie in prismatische dünne Stängel zerfielen, eigneten sie sich hervorragend für die Anfertigung dieser Schreibgriffel. Anfangs wurden sie noch kantig gelassen und nur angespitzt Später wurden sie im feuchten Zustand in mühevoller Handarbeit rund gedreht. Das erfolgte in Heimarbeit mit Hilfe aller Familienmitglieder, besonders der Frauen und Kinder, die die Griffel zuletzt noch mit buntem Papier beklebten. Anfang des 20. Jahrhunderts ging man zur industriellen Produktion über. Dazu errichtete man sogenannte Großhütten direkt an den Schieferbrüchen. Das war das Ergebnis einer Initiative des Griffelmachers Karl Friedrich Weigelt der 1897 in den Landtag des Herzogtums Sachsen-Meiningen kam. Trotz Einbaus von Absaugvorrichtungen sorgte der Schieferstaub dafür, dass viele Leute an „Staublunge“ erkrankten und frühzeitig sterben mussten.
 
Hasenthal - befindet sich an der Kammlage zur Südabdachung des Thüringer Schiefergebirges an der Grenze zu Bayern hinter den Anhöhen südlich von Lichte und nordwestlich von Tettau. Bis weit ins 16. Jahrhundert wurde in Hasenthal Eisenverhüttung betrieben. Weitere Erwerbsquellen waren die Herstellung von Holzkohle, die Gewinnung von Harz zur Herstellung von Pech, die Förderung von Eisensteinen und eine geringe Landwirtschaft. Die Hasenthaler Seigerhütte war die höchstgelegene thüringische Hütte und zugleich auch die kleinste. Verseigert wurde in Hasenthal vor allem Schwarzkupfer aus Schlema, Ilmenau und Saalfeld und nur in geringem Maße Kupfer aus dem Mansfeld. Das erzgebirgische Kupfer konnte in Hasenthal verseigert, dass heißt vom übrigen Schmelzgut abgetrennt werden.

 Gedenktafel für 467 Häftlinge des KZ Buchenwald, April 1945

Schneidemühle  - hier gibt es ein Cafè mit Glasbläserschauvorführungen im Gebäude der ehemaligen Glasanstalt
Eschenthal - war eine Häusergruppe und lag im obersten Teil vom Hüttengrund. In der Nähe, ebenfalls im obersten Teil vom Hüttengrund, befand sich das 1661 errichtete Eisenwerk Friedrichsthal. Die Eisenwerker aus Georgshütte siedelten sich in Eschenthal an. Der Ort liegt am Fuße des Eschenberges und an der Mündung des verlorenen Wassers, welches früher zum Flößen von Holz diente. Im Jahre 1901 schlossen sich Friedrichsthal, Eschenthal, Georgshütte und die Obere Bollersmühle zur Gemeinde Eschenthal zusammen.

Georgshütte - Der Hochofen in Georgshütte wurde 1741 errichtet, der lange Zeit zu den Baumännischen Hammerwerken in Friedrichsthal gehörte. Die Blütezeit des Eisenwalzwerkes Bernhardshütte war auch für den Blauofen in Georgshütte von großer Bedeutung, denn er belieferte die Bernhardshütte mit Roheisen und wurde kurz nach deren Schließung ebenfalls stillgelegt. Auf dem Gelände entstand später das Sägewerk Georgshütte, dass mittlerweile abgebrochen wurde. Ein Kleinmöbelhersteller konnte sich in der Ortsmitte bis zum Tode des Besitzers bis ca. 1994 recht erfolgreich entwickeln. Lagerräume entstanden auf dem Betriebsgelände. Ein Großbrand Ende 2010 brachte auch diesen Gewerbezweig zum Erliegen. Das Tal von Georgshütte bis Friedrichsthal nannte man früher das „Tal der alten Leute“, das Lebensalter in diesem Gebiet war überdurchschnittlich hoch.
Blechhammer - 1998 errichtete der Deutsche Alpenverein einen Klettergarten in einem als Kletterfelsen ausgebauten ehemaligen Grauwackesteinbruch, der im Bocksbachtal liegt.
Hüttengrund - hier arbeitet landschaftsprägend ein Hartsteinwerk, in dessen Steinbruch seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts Grauwacke abgebaut und zu Packlager, Schotter, Split etc wird. Grauwacken sind graue bis grüngraue Sandsteine, die dem Paläozoikum entstammen oder noch älter sind - mit einem hohen Anteil an Feldspat und Matrix.
Hüttensteinach - In Hüttensteinach spricht man Itzgründisch. Dies ist ein mainfränkischer Dialekt. Die urkundliche Ersterwähnung wurde am 13. April 1464 vollzogen.[ Hüttensteinach lag an einem Seitenast der „Alten Heer- und Handelsstraße“, die Nürnberg und Leipzig verband. Der in Nord-Süd-Richtung verlaufende tiefe und enge Talgrund war für landwirtschaftliche Zwecke ungeeignet, doch das in den angrenzenden Bergen geförderte Eisen- und Kupfererz bildete die Grundlage eines seit dem 15. Jahrhundert florienden Bergbaus, zu dem auch Schmelzhütten und Hammerwerke benötigt wurden. Daher bildete ein fürstlich konzessioniertes Hammerwerk den Ursprung des Ortes, dieses lag im nördlichen Teil der heutigen Ortslage, die sich auf einer Gesamtlänge von etwa einem Kilometer entlang der Hauptstraße, der Bahnlinie und am Fluss Steinach erstreckt. Wohnhäuser der Bergleute, Hüttenarbeiter und Köhler vergrößerten den Ort rasch.
Die Judenbacher Straße, mit einem noch vor 200 Jahren bekannten Siechenhaus, bildet heute den Kern der Ortslage von Hüttensteinach. Als dritter Siedlungsteil zählte der langgestreckte Ortsteil „Hüttengrund“. Mit dem Blechhammer, oberem und unterem Hammerwerk und Sägemühlen, auf halbem Weg nach Steinach gelegen, wurde er zeitweise nach Hüttensteinach eingemeindet.
Durch die Einführung der Saigertechnik bei der Verhüttung von Kupfererzen konnte die Wirtschaftlichkeit der Bergbauunternehmen deutlich verbessert werden, doch zum Bau einer Saigerhütte wurde ein beträchtliches Startkapital benötigt, das im Fall der Hüttensteinacher Saigerhütte von Nürnberger Investoren bereitgestellt wurde. Die Bergbauakten vermerken häufige Besitzwechsel und Umbauten, meist dürfte die Verschuldung der Vorbesitzer zum Ruin des Bergbaus beigetragen haben, zeitweise wurde das Hammerwerk auch wieder zum Eisenschmieden verwendet. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort mehrfach überfallen und geplündert, die wenigen Einwohner verbargen sich in den dichten Wäldern und Schluchten. Um 1660 besaß die Familie von Erffa (Unterlinder-Zweig) den Eisenhammer und begann mit dem Neuaufbau der Anlagen. 1681, 1690, 1698 fanden weitere Besitzwechsel statt. In Hüttengrund befanden sich zudem zwei Blechhämmer, Mahl- und Schneidemühlen sowie eine als „Zinnhaus“ bezeichnete Gießerei. Die im Besitz der Familie Baumann befindlichen Werke produzierten jährlich 4000 Zentner Eisen, je nach Bedarf wurden daraus Stangen, Bleche und andere Rohlinge ausgeschmiedet. Nach Georg Brückner wurden die Eisenwaren über den Handelsplatz Frankfurt am Main bis nach Holland verkauft. Die auch im 19. Jahrhundert häufig wechselnden Eigentümer belegen schließlich den dauerhaften Niedergang der Bergwerkstradition von Hüttensteinach. 1840 und 1851 richteten von plötzlich einsetzendem Tauwetter hervorgerufene Überschwemmungen in Hüttengrund schwere Schäden an. 1854 entstand die Porzellanfabrik Swaine & Co. und 1864 Gebr. Schoenau. 1886 wurde die Bahnstrecke von Sonneberg nach Lauscha eröffnet, wodurch sich der Warenverkehr von der Straße auf die Gleise verlagerte. Hüttensteinach entwickelte sich zu einem Industrieort.
Im Jahr 1974 endete die Porzellanproduktion. 2011 befinden sich noch einige Handwerksbetriebe im Ort.

2. Abend im Hotel
Soljanka und Brathering mit Bratkartoffel, thüringer Bratwurst u.a. Gerichte, Kellerbier …
wegen sommerlich warmer Temperaturen im Freien -  „regionale Produkte und hohe Qualität, Liebe zum Detail, langjährige Tradition und Erfahrung“

2. Tour Franken- und Thüringerwald – 1800 Hm auf 105 km

Hüttensteinach
Judenbach - Die alte Heer- und Handelsstraße über Judenbach wurde nachweislich von Herzögen, Kurfürsten, Bischöfen und Armeen benutzt. Beispielsweise übernachtete im Jahr 1518 der Reformator Martin Luther im Gasthaus zu den drei Kronen und Johann Wolfgang von Goethe nutzte die Sattelpaßstraße durch Judenbach auf dem Weg zu seiner Italienreise.
Schauberg – Porzellan und Keramik
Alexanderhütte - Glashüttenwerk
Tettau bzw. Kleintettau (Oberfranken, Landkreis Kronach)
Spechtsbrunn (wieder Landkreis Sonneberg, Thüringen; Spechtsbrunn ist Station des Pilgerweges „Via Porta“ vom katholischen Kloster Waldsassen in Bayern zur evangelischen Bruderschaft im Kloster Volkenroda in Thüringen)
Gräfenthal
Grossneudorf
Reichmannsdorf (zu Saalfeld / Saale gehörig)
Meura (Haflinger Gestüt)
Rohrbach - Heimatstube, die Gegenstände aus Haus-, Forst- und Landwirtschaft ausstellt
Blockschmiede
Sitzendorf – Schwarzatal – Porzellan und Werkzeugherstellung (Bauern- und Regionalmuseum)
Obstfelderschmiede – Talstation der Oberweißbacher Bergbahn
Mellenbach
Schwarzmühle
Meuselbach
Katzhütte - Die ausgedehnten Wälder boten noch im 14. Jahrhundert Unterschlupf für Braunbären, Hirsche und anderes Getier, daher befand sich am Wurzelberg ein fürstliches Jagdhaus. 1786 nisteten noch Steinadler in der Nähe und 1810 wurde der letzte Luchs und 1820 ein letzter Wolf geschossen. Der Wald lieferte den Waldbauern
das Heu und Einstreu, Handwerkern die benötigte Holzkohle, während Flößer das Holz zu Tal beförderten. Holzfäller, Köhler und Flößer waren daher weit verbreitete Berufe. Auch wurden hier die ersten Versuche zur Porzellanherstellung gemacht (etwa um 1759)
Oelze (hier abweichend von geplanter Route wegen drohender Gewitter)
Goldisthal - ist ein Straßendorf, welches sich 2 km im Schwarzatal hin zieht. Östlich des Ortes liegt der 843 Meter hohe Wurzelberg mit dem Oberbecken des Pumpspeicherwerkes Goldisthal auf seiner Spitze. Das Unterbecken liegt
im Schwarzatal oberhalb des Ortes. Westlich liegt der 842 Meter hohe Eselsberg, auf welchem sich die Rennsteigwarte befindet. Das künstlich angelegte, umgehbare Oberbecken befindet sich auf einer Höhe von etwa 880 m ü. NHN auf der Moosbergebene am Großen Farmdenkopf und hat ein Nutzvolumen von zirka 12 Millionen m³ Wasser bei einer Fläche von 0,55 km². Der Berggipfel wurde abgetragen, um dieses Becken zu schaffen. Diese Wassermenge reicht für acht Stunden Turbinen-Volllastbetrieb. Dies entspricht bei der vorhandenen Höhendifferenz zwischen Speicherbecken und Turbinen einer maximal speicherbaren Elektroenergiemenge von 8,5 GWh.[2] Durch zwei etwa 800 m lange Druckwasser-Stollen, die um 25 Grad gegen die Horizontale geneigt sind, ist das Oberbecken mit den Pumpturbinen in einer großen Maschinen-Kaverne (Länge: 137 m, Breite: 26 m, Höhe: 49 m), einem unterirdischen Hohlraum mehrere hundert Meter tief im Berg, verbunden. Der Höhenunterschied beträgt knapp 350 m. Neben der Maschinen-Kaverne existiert eine Trafo-Kaverne (Länge: 122 m, Breite: 15 m, Höhe: 17 m). Nach dem Turbinendurchfluss wird das Wasser durch Rohrleitungen in das Goldisthal-Unterbecken abgeführt und strömt dort mehr als 20 m unterhalb
des Wasserspiegels wieder ein. Dieses durch eine Talsperre geschaffene Becken fasst etwa 18,9 Mio m³ und liegt auf einer Höhe von etwa 550 m ü. NHN. Damit beträgt die Nennförderhöhe beim Heraufpumpen des Wassers gut 300 Meter. Das Unterbecken wird durch den Aufstau der Schwarza durch einen 67 m hohen Staudamm etwa 500 m oberhalb der Ortschaft Goldisthal gebildet. Der Schwarza-Stausee erfüllt auch gewisse Hochwasserschutz-Funktionen, die jedoch aufgrund des kleinen Einzugsgebietes der Schwarza eher gering sind. Das Unterbecken hat eine
Vorsperre namens Gräftiegelsperre, welche 0,7 Millionen m³ Wasser fasst und die Höhenschwankungen des Unterbeckens vom vorherigen Flusslauf ausgleicht. Als Besonderheit besteht in Goldisthal die erste drehzahlgeregelte
Pumpspeichereinheit in Europa. Von den insgesamt vier Pumpturbinen arbeiten zwei mit variabler (asynchroner) und zwei mit konstanter (synchroner) Drehzahl. Solche kombinierten Maschinensätze, die ihre Leistung sowohl im Turbinenbetrieb bei der Energieerzeugung als auch im Pumpbetrieb bei der Energiezuführung flexibel und kontinuier-
lich an die Erfordernisse anpassen und dadurch mit dem optimalen Wirkungsgrad betrieben werden können, wurden zuvor nur in Japan in Betrieb genommen. Der Netzanschluss erfolgt auf der 380-kV-Höchstspannungsebene über die neu errichtete Schaltanlage Altenfeld in das Netz von 50Hertz Transmission.

Scheibe-Alsbach - ist ein Ortsteil der Stadt Neuhaus am Rennweg. Früher waren in
Scheibe-Alsbach vor allem Waldwirtschaft und Glas- und Porzellanherstellung von Bedeutung.
Nach 1990 verschwanden diese Industrien jedoch. Heute ist der Tourismus die Haupteinnahme-
quelle des Ortes.
Limbach

Porzellanskulptur Bettelweib und Kind aus Limbach, um 1785

Sigmundsburg  - Nahe dem Ort steht der Dreistromstein, der den Schnittpunkt der
Wassereinzugsgebiete von Weser, Rhein und Elbe markiert.
Neumannsgrund
Theuern - hier gibt es ein Goldmuseum
Rauenstein  - Porzellankabinett im Museum Neues Schloss Rauenstein, Kabinettausstellung mit
halbjährlich wechselnden Sonderausstellungen. Sammlungsschwerpunkt bilden Exponate der
1783 gegründeten „Rauensteiner Porzellanmanufaktur“, die zu den ältesten Porzellanmanufakturen
Deutschlands zählte. Bekannt wurde die sie durch ihr festes Porzellan mit Blaumalerei. Die Ausstellung zeigt aber auch exklusive Stücke in Purpur und Grün, wie das Vogelmotiv, das zu einem Markenzeichen der Rauensteiner Manufaktur wurde. Außerdem gibt es das „Schildkröt-Puppen-Museum“: Es wird eine große Anzahl von Zelluloid- und Tortulonpuppen gezeigt und die Geschichte der Firma Schildkröt dargestellt.
Meschenbach - Die Zinselshöhle ist eine 170 Meter lange Karsthöhle, die der Retschenbach in den Schalkauer Muschelkalk gewaschen hat. 1728 wurde sie erstmals erwähnt. 1988 wurde der Eingang wiederentdeckt.
Melchersberg  - Spielwarenherstellung
Mengersgereuth-Hämmern  liegt an der Bahnstrecke Eisfeld–Sonneberg, die von Sonneberg nach Meiningen führt.
Mürschnitz-Sonneberg
Eis und Kaffee in einem zentralen Café in Sonneberg (Gewitterregenguss) -> Hüttensteinach
 
3. Abend im Hotel
Kalbsleber und Mönchshof naturtrüb, alkoholfrei, Thüringer Bratwurst mit Kraut …

Sonntag, 14.06.2020 Heimfahrt 

In Hüttensteinach spricht man Itzgründisch. Dies ist ein mainfränkischer Dialekt. In dem kleinen Sprachraum, der sich vom Itzgrund in Oberfranken bis in den Südhang des Thüringer Schiefergebirges hinein erstreckt, existiert das „Fränkische“ (genauer das Ostfränkische) noch in einer sehr ursprünglichen Form. Das itzgründische Dialektgebiet umfasst südlich des Rennsteigs den Landkreis Sonneberg, den südlichen und östlichen Teil des Landkreises Hildburghausen, Stadt und Landkreis Coburg und den Nordwesten des Landkreises Lichtenfels.

Wochentage in Sonneberger Mundart
* Montag – Maadich
* Dienstag – Diensdich
* Mittwoch – Middwoch
* Donnerstag – Dunnerschdich
* Freitag – Freidich
* Samstag – Sunamd
* Sonntag – Sundich

weitere Links:
Sternwarte Sonneberg-Neufang 
  https://umwelt.thueringen.de/themen/natur-artenschutz/naturmonument-gruenes-band/
https://umwelt.thueringen.de/fileadmin/001_TMUEN/Unsere_Themen/Natur_Artenschutz/Gruenes_Band/schutzgebietskarte_blaetter_646-748_son.pdf
https://www.rennsteig.de/
https://www.rennsteig.de/geschichte

 

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