Sinai 1996

Reisebericht Sinai 1996               
28.10.96 - 4.11.96

Teilnehmer: zwei Ehepaare und drei Töchter im Alter von 15 bis 18 Jahren.
Hin- und Rückflug mit der Aero Lloyd: MUC - Sharm El-Sheikh;
lokales Reisbureau: „Cairo international tours“; Kontaktdaten:
Cairo office: 21 Mokhtar Said Street, Ard El Golf, Heliopolis, Egypt,
Tel. (02)291 1490, 291 1491, 290 6343, 290 8366, Fax (02)290 4534, 418 7830
St.Catherine Office: Tel. (062)470 314, Fax (062) 470 080,
Nuweiba Office: Tel (062) 500 125, Fax (062) 500 102.
ein großer Toyota-Jeeps, Fahrer: Sabri, Guide: Aschraf Saleh.

                       

Tourverlauf: Sharm El-Sheik - Dahab - blue hole -  Ras Abu Galum - Nuweiba -
Coloured Canyon - Oase Ein um Ahmed - Oase Ein Khudra - Katharinenkloster
(2 Tage Trekking, Mosesberg, Wadi Zuweitin, Djebl Abbas Pascha) -
blue valley - Naomis - Dahab - Mangroven - Shark bay - Sharm El-Sheik

Übernachtungen (siehe Markierungen von 1 bis 7 in obiger Skizze): 6 x im Freien (1 Schaumstoffunterlage, 2 Schlafsäcke), 1 x im Zelt („Green Lodge“, Markierung 5), Mahlzeiten: gekocht wurde vom Guide mit zwei Gasflammen, 1 x im Green Lodge, 1 x in einem Strandrestaurant, 1 x frisch gebackenes Beduinen-Brot

Mo, 28.10.1996:
Flug über die Alpen, entlang der Ostküste Italiens, Mittelmehr/Kreta, über Kairo und weite Teile des Sinai hinweg. Dann quasi im Sturzflug mit Rütteln und Schütteln nach unten nach Sharm El-Sheikh; im Flughafengebäude kostenfreies Stempelvisum für Ostsinai und Gebiet um Katharinenkloster; vor dem Flughafengebäude Begrüßung durch unsere lokalen Ansprechpartner, den Ägypter  Aschraf und seine Ehefrau Regula sowie den Fahrer Sabri: „You are in Egypt now, relax, everything goes so slowly“; ca 20 min Fahrt zu einem Beduinen-“Straßenkaffee“: Lager mit Teppichen und Sitzkissen am Straßenrand, dort Besprechung des Tourenplans, der uns bereits gefaxt worden war, bei einem Glas Tee.
Weiterfahrt über Sharira-Pass (mit Stacheldraht abgegrenzte Flächen: Minen-felder?) Richtung Norden, dann über Sandpiste querfeldein ans Meer (Golf von Akaba) nach Dahab; Einkaufsbummel im Bazar-Teil von Dahab, erster Kontakt mit Salzwasser, erster Kontakt mit Kindern, die etwas verkaufen und Ba’akschisch haben wollen.

Nach kurzer Fahrt mit dem Jeep Aufsuchen eines Übernachtungsplatzes im Freien am Rande der Felsen. Aschraf kocht das erste Abendessen, es ergeht die Aufforderung die Mädesl: „in every group there are three young  girls, they have to cut the tomatoes to small pieces..(and to whash the dishes)“. Vorneweg gibt es Suppe, dann Hackfleischbällchen mit Reis und Gemüse, anschließend Tee und Cookies, das ganze bei Dunkelheit mit Kerzenschein - Kerzen: eine leere Getränkeflasche aus Plastik wird so aufgeschnitten, daß man Sand einfüllen und die Kerze in den Sand innerhalb der Flasche stecken kann. An der Gasflache hängt ein Plastiksack für Abfälle, der dann später im Wind raschelt und knistert. Die Rolle Klopapier steckt auf dem Absperrventil der Gasflasche. Es wird uns angeraten, das benutzte Klopapier zu verbrennen, weil es im trocknen Wüstenklima nicht von selbst verrottet. Sabri wird von Regula genötigt ein Beduinenlied zu singen (er singt ein Liebeslied), die Mädels versuchen auch ein paar Strophen, dann packen wir uns in unsere Schlafsäcke

Di 29.10.1996
Ich unternehme eine Wanderung in das kleine Wadi oberhalb unseres Schlafplatzes, treffe auf einen Busch mit fleischigen hellgrünen Blättern, der im Felsen wurzelt und von dem Regula später erzählen wird, daß er auf Wasservorkommen hinweist und daß an der Spitze seiner Blätter kleine Häken sind, die ihn davor schützen, von Ziegen gefressen zu werden, Häkchen mit denen man sogar verschluckte Gräten wieder aus dem Hals herausholen könne.
Es kommen Ziegen, gehütet von einer Beduinin mit schwarzem Tuch über dem Kopf; schwarze Kleidung signalisiert: es handelt sich um eine Frau, Abstand halten; trotz Angebot von Bakschisch lehnt sie es ab, fotografiert zu werden, aber die Ziege darf ich fotografieren.

Nach dem ersten Frühstück (als Tisch dient eine Plastikkiste mit Folie drüber) und Verstauen der Schlafmatten, Schlafsäcke und der Koffer auf dem Dach des Jeeps geht es zurück zum Strand und in nördlicher Richtung an diesem entlang (kurzer Stopp um die Abfalltüte in eine Tonne zu werfen; später wird der Abfall teils verbrannt, teils verschwindet er sonstwo) bis zu einem Riff:  blue hole, das auch bei den Tauchern bekannt und beliebt ist. Dort lagern wir wieder auf Teppichen und Kissen und packen die Badesachen aus zum Schnorcheln am blue hole. Allseits große Begeisterung über die Vielfalt der Strukturen des Korrallenriffs und die Farbenprächtigkeit  der vielen Fische, die dicht vor Hand und Taucherbrille vorbeischwimmen; auch Taucher sind zugange; unter Wasser erzeugen sie Luftblasen, die sich vereinen zu metallisch glänzenden, an Quallen erinnernde, nach oben steigende  „Schirmchen“.

Am Nachmittag dann Wanderung entlang des Meeres bis Ras Abu Galum, Strand mit großen Muscheln, einer von uns findet einen Rotmeerigelfisch, Aschraf sucht ganz kleine, halbschalenförmige Steine mit Versteinerungen, die er zunächst an die jungen Damen, dann auch eine an mich verschenkt; Achraf ist sehr hilfsbereit und trägt Koffer mit den Schnorchelutensilien, mit Bändern provisorisch zu einem Rucksack umfunktioniert. Sabri fährt mit dem Jeep derweil „außenrum“. Nach erneutem Schnorcheln an der Bucht Ras Abu Galum lunch mit Paprika &Tomaten-Salat, Schafskäse, Thunfisch, Fladenbrot, Kauf von Andenken bei den Beduinen-Kindern, dann geht es weiter mit dem Jeep in Richtung Coulered Canyon.
Abends kurzer Einkauf am Ortsrand von Nueiba, dann Passieren eines Checkpoints (eine Flasche Wasser als Ba’akschisch) geht es dann alsbald ab von der Teerstraße und auf Sandpisten in Richtung Coulered Canyon. An einem kleinen Pass mit schöner Aussicht steigen wir kurz aus und machen Fotos, es folgt ene weitere kurzer Rast an einem staubigen Palmenhain.

Kurz vor Sonnenuntergang kommen wir an einem Lagerplatz in der Nähe des Coulered Canyons an. Aschraf kündigt an, daß er uns morgen um fünf Uhr zum Sonnenaufgang wecken werde („never trust a guide“).
Nachts wiederum ein sagenhafter Sternehimmel; Sabri, ein Halbbeduine, sagt, er könne sich richtungsmäßig nach dem Sternenhimmel zurechtfinden. Bevor ich mich in meinen Schlafsack begebe schaue ich unter den Steinnischen nach, ob es nicht vielleicht doch Skorpione gibt.

Mi 30.9.1996
Im Morgengrauen mache ich einen Spaziergang im Gelände (Kamelspuren, bizarre Felsformationen). Meine vom Vortag noch nassen Badesachen trocknen in der Morgensonne auf einer Leine, die ich zwischen den Felsen ausgespannt hatte.
Nach dem Frühstück nurmehr  kurze Fahrt im Jeep zum Coulered Canyon: Aschraf lotst uns hinunter und macht nach ein paar Metern halt, um uns ockerfarbene Streifen ins Gesicht zu malen aus Naturfarben, aus Staub, den er an einer Stelle aufsammelt und mit Wasser vermischt. Bereits am Beginn des Canyons farbiger Sandstein, quergeriffelt, eine Felsennische, als Schlafplatz geeignet, Aschraf erzählt die Geschichte, wie die Farbe in den Canyon kam, läßt uns raten, was die Zeichung an der Wand bedeuten könnte (Elefantenkopf, quer) und hilft uns bei den etwas beschwerlichen Passagen. Schließlich weitet sich der Canyon, Gruppenfotos unter einem Baum („the most photographed tree“) und dann Gegenanstieg zu einer Touristenbude (-Lager), an der es reichlich knäpplich bekleidete Italienerinnen gibt und natürlich "chai" und andere Getränke (selbstmurmelnd auch CocaCola, das man ja fast überall auf der Welt bekommt).

Danach geht es weiter mit dem Jeep (bei einem Stück müssen wir alle aussteigen und ein paar Meter zu Fuß gehen)  über Sandpisten. Wir überqueren die Straße, die von Nuweiba nach Eilat führt und fahren in südwestlicher Richtung zur Oase Ein Um Ahmed. Hier Mittagessen unter Observation einer Galerie von jungen Beduinen, einer davon hat eine Kamera umhängen, einer schaut frech und impertinent, mehrere haben gelbliche Skleren und Bindehäute, alle zeigen Interesse an unseren „three young girls“.  Auf Aschrafs Veranlassung hin gibt uns eine Beduinin abschließend die Hand, was nach molemischer Sitte eigentlich ganz unmöglich ist, da da Frauen und fremde Männer sich gar nicht annähern, miteinander sprechen oder gar anfassen dürfen.

Regula meint, daß die Menschen hier in dieser Oase alle etwa balla-balla sind. Aschraf erwähnt das Wort „böse Geister“ im Zusammenhang mit den schwarz-abgestorbenen Palmen, die in der Nähe der Quelle stehen. Während Sabri mal wieder außenherum fahren muß, wandern wir von der Oase aus ein Tal abwärts, in dem viele Bäume wachsen, teilweise Palmen, in dem ein kleines Bächlein entlang rinnt mit stark mineralhaltigem Wasser, an zwei Stellen sieht man Schlieren, die auf Erdöl hinweisen. Am Himmel ein Vogel mit großer Spannweite.
Nach ca 1Std. treffen wir wieder auf Sabri, der ganz abgekämpft ist von der anstrengenden Fahrt auf den Wüstenpisten. Jetzt geht es weiter nach Südwesten in Richtung der Oase Ein Khudra.  Es geht eine ganze Weile bergab; beim Blick zurück sieht man in den Felswänden ein großes Loch (ehemalige Mine der Äqypter?).
Abends weiter über Sandpisten in Richtung auf die Oase Ein Khudra. Kurzer Stopp wegen Feuerholz, später wegen einem malerischen Felsen bzw. des Fahrers wegen nachdem in der Oase Ein Khudra reichlich Betrieb ist  (Touristen-Kamel-“Karawane“), fahren wir wieder ein Stück zurück und übernachten wie üblich im Sand in einer Felsenbucht.

Do 31.10.1996
nach dem Frühstück Besichtigung der Oase Ein Khudra, kleine Käufe bei Beduinen, dann Spaziergang über ein weites Hochtal, das an einer Seite begrenzt wird von Felswänden mit säulenartigem Profil. Über alpin-anmutende Serpentinen (Begegnung mit zwei Kamelen plus 2 Beduinen plus ein batteriebetriebenes Kofferradio) geht es dann hinauf auf die Hochebene. Oben wartet Sabri mit Jeep. Kurze Besichtigung einer Felswand mit Eintragungen aus alter Zeit (Nabathäer, Protokoll von Karawanen über Zahl der toten Menschen bzw. Kamele) und Steinwurf des Wiederkommens Fahr mit Jeep auf Teerstraße direktemang (ala tul) zum Katharinenkloster, eine Reifenpanne ist rasch behoben, kurz nach 11 Uhr treffen wir am Katharinenkloster ein.  Hier sind erstmals viele Leute (ca 6 Busladungen) Besuch des Katharinenkloster, in dem wir sogar einen hinteren Raum (mit blauen Fayencen) ansehen können dank Aschrafs guten Beziehungen zu einem der Mönche (für den er mal Privatpost verschickt hatte), der uns dann auch in exquisitem Englisch etwas erklärt. Obwohl Aschraf kein licensierter Führer für das Katharinenkloster ist, erzält er uns so manches: daß die Säulen des Kirchenschiffes unten innen hohl sind und in ihnen kleine Körperteile (z.B Haare) von verstorbenen Mönchen aufbewahrt werden (getrennt nach Sterbemonat), wie die Sache mit dem brennenden Dornbusch war (Regula, rot-phosphorisierende Blattoberfläche des Brombeerstrauchs), vom Brunnen, an dem Moses seine spätere Frau traf (und ihr half, Wasser zu schöpfen, indem er einen schweren Stein wegschob), daß die Eingangstüren der Kirche die ältesten in Gebrauch befindlichen Türen der Welt seien, daß die meisten Ikonen und Kerzen und Leuchter etc. Geschenke seien, die großen Kerzen z.B. von Deutschen, über das Verhältnis Beduinen und Mönchen ...

Mir war vieles schon bekannt aus Joseph J.Hobbs, Mount Sinai, 1995 (University of Texas Press, Austin, ISBN 0-292-73094-2). Nach einem Blick ins Gebeinhaus geht wieder zurück zum Parkplatz. Mittagessen, Siesta und Dusche im Green Lodge, einem der Compagnie gehörenden „Hotel“, wo wir in Zelten übernachten werden
Während einige von uns in der Green Lodge bleiben, besteigt der Rest zusammen mit Aschraf den Mosesberg (Gebel Musa, 2285 m). Per Jeep geht es auf den rückwärtigen Berghang, von da aus zu Fuß weiter, ca 1 ¾  Std Anstieg. Oben auf dem Mosesberg Sonnenuntergang mit gutem Rundblick, z.B. Blick auf den 400 m höheren Katharinenberg.

Abstieg im Dunkeln. Dann im Green Lodge großes Essen am langen Tisch (Hühnchen=farcha), hungrige Katzen, eine davon angeblich Vegetarierin; abends auf den Teppich-Lagern hitziges Gespräch zwischen Regula und Muhammad über die lockeren Beziehungen arabischer Männer zu Touristinnen im allgemeinen und die von Muhammed (und auch von Aschraf, früher, vor Regula) im besonderen. Übernachtung in den eher mufligen Zelten. Duschen spärlich, teils kam das Wasser nur unten aus dem Hahn. Toilette im selben Raum. Benutztes Toiletten-Papier mußte in den Eimer daneben geworfen werden.

Fr 01.11.1996
Foto`s vor dem Green Lodge, Kaufladen mit äqyptischem Ramsch, junge Beduinen wollen 1 Dollar für ein Photo mit Kamel.

Nach Frühstück mit Rührei und Feigenmarmelade werden unsere Koffer im Büro verstaut, da wir die nächste Nacht bei den Beduinen verbringen. Trekking ist angesagt. Dazu müssen die Pässe beim Sheikh im Katharinendorf (Migla) abgegeben werden, ein Beduinenführer angemietet werden und die warmen Sachen und Schlafsäcke für die Nacht, die von Kamelen nachgebracht werden, beim Sheikh-Büro abgegeben werden.

Trekking: Vom Katharinendorf aus geht es - unter den Gesängen des Muezzin - an Gärten vorbei das Wadi Tubug hinauf. In den Spitzkehren kurz vor dem Joch begegnen uns Kamele.

Oben im Joch bekommen wir eine „Tigerfalle“ gezeigt (Steinhaufen mit Höhlung). Dann steigen wir durch einen Mauerdurchbruch / Zaunluke in einen gar lauschigen Beduinen-Obstgarten ein. Aus einem Brunnen wird mit einem Blechkanister am Strick klares, kühles Wasser geschöpft, es gibt Äpfel- und Birnen vom Baum,  Mittagessen nach Art des Hauses und eine Siesta im Halbschatten der Bäume.
Durch das Wadi Zuweitin entlang mehrerer Gärten geht es hinauf zu unserem Rastplatz auf ca 1900 m Höhe: Farsh Abu Mahsur. Dieser hat drei oder vier Etagen, im Osten einen von der schon tiefstehenden Sonne angeleuchteten, für Platten-Kletterer durchaus interessanten Sandstein-Berg, nach SO Blick zum Katharinenberg. Bald treffen die Kamele mit unseren Sachen ein und wir können unsere Lagestätten für die Nacht bereiten (diesmal ohne Schaumstoffunterlage).

Ich fotografiere ein frei grasendes (stachliges Kamelkraut fressendes) Dromedar am Berghang, die Beduinen bereiten das Abendessen vor („Hamburger“) und dann geht auch schon bald die Sonne unter. Wir sitzen am Lagerfeuer, auf Steinen, die Beduinen müssen was singen und wir üben uns im Canon.

Sa 02.11.1996
nach einer doch etwas kühlen und mangels Schaumstoffunterlage auch etwas harten Nacht unternehme ich wieder meinen Morgenspaziergang: hinauf auf die Passhöhe und dann westlich davon auf den Gegenhang des Djebl Abbas Pasha. Schon vor Sonnenaufgang färben sich die Bergspitzen. Nach Norden Blick hinunter in das Wadi Tunya (als alternative und längere Trekkung-Route mit Rundkurs über Abu Sila zurück nach Migla). Ein Schwarm Wachteln verursacht ein unüberhörbares Rauschen.

Ich sammle Feuerholz (abgetrocknete Sträucher) und bin wieder beim Lager zum Frühstück (frisches Fladenbrot). Ich bekomme eine Zigarette Kliubatra angeboten und darf auch auf dem Kamel reiten. In der Vormittagssonne wandern wir hinauf auf die Passhöhe (zwischen Wadi Zuweitin und Wadi Tunya) und von da hinauf zum Djebl Abbas Pasha (2383m). Oben sehr schöne Rundumsicht und Vortrag von Aschraf über die Baugeschichte (1849-1854) des von Ibraim Abbas Pasha in Auftrag gegebenen Palastes, von dem noch einige Ruinen zu sehen sind. Er war asthmakrank und genoß die reine Höhenluft auf dem Sinai.

Beim Abstieg treffen wir auf eine andere kleine Touristengruppe, die von einer Israelin geführt werden, die Aschraf kennt und sehr lobt. Auf einem Joch gibt es süßen Beduinen-Tee aus einer Konserven-Blechdose, gekocht über dem Feuer („shay masbut“, Tee mit reichlich Zucker). Abstieg über eine Variante (westlich des Wadi Zuweitin) über das Wadi Buleia und durch das  Naqb Zuweitin - mit pitoresken Steinformationen - zurück zu „unserem“ Obstgarten. Diesmal gibt es im Obstgarten nur Wasser, die Mittagspause findet außerhalb statt. Besondere Attraktion: Der Beduine bäckt Fladenbrot im Feuer.

 

Das Wadi Tubug recht liegend lassend geht es weiter bergab durch das Wadi Tilan. Hier Klettereien bzw. Abrutschen von großen Felsblöcken.

Wegen eines Versteigers Knatsch zwischem dem vorausführenden Beduinen und dem nachmosernden Aschraf. Nach einem kurzen, aber steilen Gegenanstieg geht es dann eine nurmehr kurze  Strecke hinunter ins Beduinendorf (Kinder bieten Steine zum Verkauf an): Katharinendorf.
Nach dem Abholen der Pässe und Schlafsäcke beim Sheikh und Aushändigung eines Trink(=Rauch)-Geldes von 2 Dollar pro Tag und Person Abendeinkauf im Katharinendorf: eine Galibea und Postkarten vom Kloster, ein anderes Getränk als Wasser und Tee (Limonade), einen Skarabäus aus Stein, Ägyptische Zigaretten. Ich bekomm einen Zug aus der Wasserpfeife (shisha) des Händlers, frgalich mit Zusatz von "habli-babli", Ashraf kauft wie immer Lebensmittel (und „cookies“) sowie Obst, das er - wohl nur sehr unzureichend gewaschen - teilweise gleich an uns verteilt.

So 03.11.1996
"Jetzt wäre ein Hotelbett recht", aber stattdessen gibt es nur eine Dusche im Green Lodge, dann Aufladen des Gepäcks und mit dem Jeep ab in die Pampa. Wie immer ist rasch ein malerischer Lagerplatz gefunden. Allerdings gibt es in dieser Nacht (angeblich ausnahmsweise und selten einmal) reichlich Tau, so dass wir am anderen Morgen die Schlafsäcke erst zum Trocknen in die Sonne legen müssen.

Der Vormittag ist dem blue valley gewidmet. Ein Belgier namens Veramé hat hier 1980 zehn Tonnen blauer Farbe auf Felsen verstrichen, meist flächenweise, nur teilweise mit Linien und Strichen: landscape art. Unsere Meinungen sind geteilt.

Danach mit Jeep (für eine kurze Strecke haben wir die Ehre den regionalen Scheik dieser Gegend im Auto mitnehmen zu dürfen) zu einer 5500 Jahre alten Grabstätte (?) der Nebathäer (?), dem Nauamis Site: Steinrundlinge, die ohne Mörtel so dicht gemauert seien, daß keine Mücke durchschlüpfen könne, allerdings gibt es eine  große fensterartige Öffnung, die nach verschiedenen Richtungen offen ist (angeblich dem Sonnenstand der Todesstunde entsprechend.). Auch hier Geschäfte mit Beduinen-Mädchen bzw. Frau (Tee, Kettchen, Steine...).
Im Jeep weiter nach Dahab zu einem gemütlichen Schnorchelstündchen.

Die die letzte Nacht verbringen wir im Wadi Gabila, wo   es das Heulen eines Wüstenfuchse zu hören gibt, wo Ashraf Hühnchen und Pommes frites auf zwei Flammen zaubert, wo wir Besuch von anderen members der Kompagnie erhalten, und wo natürlich wiederum ein toller Sternenhimmel und Sternschnuppen zu sehen sind

Mo 04.11.1996
Nach einem letzten Frühstück im Sand  Aufbruch zu den Mangroven: einem seichten Meeresgebiet zwischen Dahab und Sharm El-Sheik, in der Nähe eines Schiffwracks (?Maria Schröder), am Golf von Akaba - mit Blick auf Saudi Arabien. Einen Reiher bekommen wir zu Gesicht. Strudelwürmer im Sand. Wir verlassen das Naturschutzgebiet über eine Polizeikontroll-Station und fahren zwischen Minenfeldern lange Sandpisten entlang zurück auf die Hauptstraße.
Vorbei am Flughafen geht es nach Sharm El-Sheik zum Shark bay. Hier darf ein letztes Mal geschnorchelt werden. Mittagessen gibt es in der Kneipe. Es gibt Fisch (bigeye soldierfish ?), pommes, Coca Cola, Spagetti mit Tomatensoße.

Verabschiedung am Flughafen unter Bedrängung durch Bakshish-hungrige, ansonsten eher lässige und lästige Gepäck“träger“ (- sie schieben einem einen leeren Kofferwagen hin und wollen mindestens einen US-Dollar dafür). Wir haben uns auf 100 $ für Sabri  und auf 250 $ für Ragula und Aschraf geeinigt, also auf insgesamt auf ca 550.DM Trinkgeld (Monatsverdienst eines Äqypters 200 bis 450 DM). Im Flughafen trinken wir eine Runde sehr teuren und sehr schlecht schmeckenden Tee, dann reihen wir uns ein in die lange Schlange von Badetouristen, es wird knapp, es gibt ein kleines Gerangel und der Polizist, der die Pässe kontrolliert, moniert, daß bei mir ein Teil des Formulars fehlt, das zur Dokumantation ausgefüllt werden mußt und bei ihm verbleibt. Er legt deshalb den Pass einfach auf die Seite. Unser Flug wird bereits aufgerufen. Schließlich kommen wir doch noch gut in den Flieger. Rückflug bei Sonnenuntergang über den Sinai, den Suezkanal, Kairo (Al K’haira), bei Dunkelheit dann über die Türkei (Istambul), Bukarest, ... Salzburg nach MUC, wo wir wegen Rückenwind etwas früher eintreffen

... und wieder in den eigenen Betten schlafen können.

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