Oman 2011

NOMAD. Reisen zu den Menschen
Albertinumweg 5
54568 Gerolstein
http://www.nomad-reisen.de

Oman  Alwan al-Maa  الُوان الماء

15-tägige Reise/Geländewagentour/Wanderungen/Canyoning

(„Die Farben des Wassers“) 25.11. bis 9.12.2011

Laut Programm: Wanderreise im Norden Omans - Wanderungen auf dem Jebel Shams und dem Jebel Akhdar, Wüstenwanderung mit Kamelen in der Wahiba -Bummel über die Suqs und Tiermärkte von Nizwa und Bahla und über den Fischmarkt in Muttrah - Zeit zum Baden und Entspannen am Indischen Ozean und in natürlichen Süßwasserpools -Canyoning in den Wadis Bani Khalid und Shab

„Ganz unvermutet trifft man in diesem wüstenhaften und von schroffen Bergzügen zerteilten Land auf kleine Oasen mit plätscherndem Wasser. Smaragdgrüne Seen laden zu einem Bad ein. Manche Wadis – eingezwängt in weiß gewaschene Schluchten – lassen sich überhaupt nur schwimmend durchqueren. Immer wieder erfrischen uns Alwan al-Maa, die „Farben des Wassers“, auf unserer an Wanderungen reichen, an Fahrstrecken umso ärmeren Route durch den Oman.

 
 

Gleich zu Beginn erkunden wir auf mehreren Wanderungen den höchsten Berg des Sultanats, den Jebel Shams (Djabal Shams). Dabei blicken wir immer wieder in den gähnenden Abgrund des „Grand Canyon Omans“, das Wadi Nakhar. „Gemächlich“ (ich fands „quirlig“) geht es in der alten Hauptstadt Nizwa zu. Den Suk (Suq, Souk) durchstreifen wir ohne Eile, bevor wir uns für zwei Tage in die Abgeschiedenheit des Jebel Akhdar (Djabal al-’Akhdar) aufmachen. Dessen hügeliger Rücken ist mit knorrigem Wacholder und wilden Olivenbäumen bestanden, ein dichtes Netz von Fußwegen zieht sich kreuz und quer über ihn hin. Später, über den weiten Ebenen der Batinah, erwartet uns der Geruch des Meeres. Wir gönnen uns eine Nacht in einem komfortablen Hotel am Strand von Ras al-Hadd. Abenteuerlich sind die Schluchten der Wadis Bani Khalid und Shab: Weite Teile legen wir schwimmend und kletternd zurück. Dazwischen genießen wir die Ruhe in der Ramlat al-Wahiba und bummeln durch die Gassen der alten Hafenstadt Sur.“

Die Tageswanderungen erfordern eine durchschnittliche bis gute körperliche Kondition, Trittsicherheit sowie Schwindelfreiheit in den Bergen und außerdem die Bereitschaft, auf europäischen Komfort zu verzichten. Die Laufzeiten betragen fünf bis sieben Stunden, das entspricht je nach Gelände zehn bis zwanzig Tageskilometern. Für das Canyoning im Wadi Bani Khalid sind gute Schwimmkenntnisse erforderlich."

Fr 25.11. 2011 Am Abend Beginn des Direktfluges von München (MUC; WY0122) nach Masqat (Muscat, Maskat; MCT ) mit der Oman Air. Der für 21:30 geplante Abflug verzögert sich, da Enteisung erforderlich. Der Flieger ist voll. Ein großer Teil fliegt weiter nach Kathmandu / Nepal – so auch meine aus München stammende Sitznachbarin (Heilpraktikerin, Tibetische Medizin), die eine Woche in einem buddhistischen Kloster meditieren und danach eine Woche im Kathmandu-Tal mit einer Freundin Motorrad (Royal Enfield) fahren wird.

Sa 26.11. 2011 (2. Tag): Ankunft in Maskat (مسقط) erst um 07:15 Uhr (statt 06:45 Uhr), aber noch vor Eintreffen der Maschine aus Frankfurt (WY114 - 07:40 Uhr). Erledigung der Viusum-Formalitäten in der Ankunftshalle (ca 40.—Euro = 20 OMR, omanische Riad).

Wir werden von einer deutschsprachigen Reiseleitung am Flughafen erwartet: Neben Andrea steht „Khalef“(خلف ), der die ganze Zeit für uns da sein wird, als Guide wie als Fahrer wie als Koch.

Auf dem Weg zum Hotel (mit Kleinbus) besuchen wir zunächst die (offiziell) einzige im Oman für Nicht-Muslime geöffnete Große Moschee, die Sultan Qaboos Grand Mosque. Andrea erzählt uns die Sachen, die im Führer stehen (Platz für 6000 Gläubige auf einer Teppichfläche von 60 x 70 m, Leuchter von der Firma Swarowski) und erwartet, dass man zuhört. Anschließend Weiterfahrt nach Muttrah (مطرح), einem alten Stadtteil des 80 km durchmessenden Stadtgebiets von Maskat. Zu Fuß geht es zur Bayt Baranda, ein restauriertes Altstadthaus mit einer kleinen und sehr sehenswerten Sammlung, das leider geschlossen ist. Stattdessen Besuch des Souq (سوق) von Muttrah (مطرح).

Andrea erzählt einiges zu den landestypischen Gewürzen, Schmuck und Kleidung und gibt Tipps was man wo günstig kaufen kann und wo wir abends – in Eigenregie – Essen gehen können, nämlich im Cornish Cafè gleich (oberhalb) am Eingang vom Souq. Wir wechsel Geld im Souq, zu einem günstigeren Kurs als am Flughafen, nämlich 1:2 (ein Rial = zwei Euro). Wir trinken, es ist mittlerweile 11 Uhr Ortszeit, einen ersten frischgepressten Fruchtsaft (2 Euro = 1 Rial = 1000 baisa) zusammen und essen eine Kleinigkeit an Tischen auf dem Bürgersteig der entlang der Meeresbucht verlaufenden Prachtstraße, dann Check-In „in einem einfachen Hotel“, dem Naseem Hotel. Der restliche Tag steht zum Ausruhen und Einleben zur freien Verfügung. Ich erstehe im Souq ein Schultertuch, aus dem man auch einen Turban binden kann, wenn man es denn kann, und eine „kumma“ (landesübliche Kopfbedeckung) und schlendere durch die bergwärts ansteigenden Gassen hinter dem Souq.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

Während des Abendessens in dem im ersten Stock gelegenen Cornish-Cafe (pro Person ca 11 Euro, Blick aufs Meer und des Sultan‘s Yacht) kommt ein längerer Platzregen. Es tropft durch die Bretterdecke und die Hauptstraße des Souq verwandelt sich in einen unterhalb des Restaurants vorbei rauschenden Bach.

So 27.11.2011
Nach dem Frühstück werden wir von Khalef und einem gewissen Said abgeholt, mit zwei Jeeps. Mit von der Partie ist auch bereit Faisal, der Neffe von Khalef. Wie dieser, so ist auch er beim Militär, nutzt aber seinen Urlaub, um Fuß in der Touristikbranche zu fassen – oder um Khalef zu helfen, oder um etwas Englisch zu lernen (da hat er demnächst eine Prüfung), oder warum auch immer. In einem der beiden Jeeps sind Küchenutensilien und Campingausrüstung, in das andere kommen unsere Koffer und Reisetaschen.

Wir erkunden – die Bayt Baranda ist leider auch heute geschlossen, da „Feiertage“ sind - zunächst zu Fuß den Fischmarkt am Hafen.

Ich verwickle die beiden Guides in erste Sprachübungen und bekomme eine gelbe Karte, weil (wenn) ich dabei den Betrieb aufhalte („reden könne man doch auch im Gehen“). Wir machen uns alsbald mit den Jeeps auf den Weg à in die Region Batinah, die Küstenebene bzw. in Richtung Rustaq. Unterwegs, an einer Tankstelle, verläßt uns Said bzw. kommt Fathi Al-Shqsi فتحئ الشقصئ

Wir schlendern durch eine Therme, das Wasser riecht nach Schwefel, es wird über einen Kanal in Badekabinen geleitet, wo die Feiertagsausflügler –  nach Frauen und Männer getrennt, versteht sich -  im warmen Wasser plantschen. Auf unserem Weg an den Fuß des Jebel Shams (Djabal, Jabel Shams) liegt auch das Fort Al-Hazm (حصن الحزم), wo wir in den Innenhof dürfen, aber nicht in das Fort selbst. Ein Wächter in historischer Tracht läßt sich fotographieren.

Auf eine Vielzahl von Feiertagsausflüglern treffen wir auch im  Wadi Bani Hani, bei Al-Hoqain, bei einem Wasserfall. Auch wir machen Picknick (abgepackte Essensportionen: Reis mit Hähnchen und Salat). Dann geht es zurück zu den Jeeps, die wegen der Vielzahl an Autos etwas weiter weg hatten geparkt werden müssen.

Dann geht es ab ins Wadi Sahtan. Bei einer landschaftlich schönen Stelle (Straße führt durch Felsentor) gehen wir ein paar Schritte zu Fuß. Bei einer kleinen Siedlung (hier dürfen wir ein „Bienenhaus“ = ganze Halden von hohlen Stämmen, in den Bienen leben besichtigen) werden die beiden Wasserkanister aufgefüllt

und gleich um die Ecke (zwischen bewässerten Gärten) liegt dann unser erster „Zeltplatz“ = eine halbwegs ebene Fläche („Fußballplatz“) ohne Sanitäranlagen.

Mit etwas Anlaufproblemen hat jeder das passende Zelt (je ein drei-Mann-Zelt für die beiden Paare und je ein zwei-Mann-Zelt für T. und mich) gefunden. Mit etwas Hilfe von Fathi sind diese auch rasch aufgebaut. Und bald gibt die erste (von vielen weiteren und stets schmackhaft) von Khalef zubereiteten Mahlzeiten. Wir beteiligen uns lediglich am Schneiden des Gemüses, Abwasch etc. wird von Khalef, Fathi und Faisal erledigt. Es gibt frischen Salat, häufig Reis mit Gemüse, oft auch mit Hühnchen oder Fleisch. Dazu gibt es Brotfladen (Chubz). Vor und nach dem Essen gibt es Tee (Schwarztee oder Limetten-Citrus aurantifolia „loomi“-Tee) oder Kaffee (omanischen Kaffee mit dem Ingwergewächs Kardamon).

Khalef berichtet über Schmerzen an mehreren Stellen im Rücken (von rechtem Nacken bis hinunter zur rechten Flanke), die ihn nicht schlafen lassen. Er bekommt von mir Ibu-Profen 200, was aber nicht wirkt. Für die nächste Nacht soll er Ibu 600 und Musaril erhalten, was dann tatsächlich ein paar Stunden Schlaf verschaffen wird.

Mo 28.11.2011 (4.—6. Tag): Wanderungen auf dem Jebel Shams 2980 m (Djabal Shams  جبل شمس - höchster Berg der Al Hajar Berge bzw. Omans).

Erste Fotos im Morgenlicht. Noch vor dem Frühstück setzt sich E. auf einen Hügel neben dem „Zeltplatz“ und hält die Landschaft auf seinem Skizzenblock fest. Das wird er künftig immer wieder machen.

Der mäßig deutsch sprechende Fathi (25 Jahre alt) ist motiviert, wirkt aber gegenüber Khalef etwas unsicher. Dieser (über 30 Jahre alt) hat wohl deutlich mehr Lebens- und Guide-Erfahrung und ist gekränkt, dass ihm ein deutsprachiger Reiseleiter vor die Nase gesetzt wurde. Da wir alle englisch verstehen hält er einen deutschsprachigen Reiseleiter für nicht erforderlich, zumal er eh alles macht und kann.

Leider sind sowohl die Angabe des einen wie des anderen oft wenig präzise, 

Wir in der Gruppe sind davon unterschiedlich stark irritiert. Aber es wird sich zeigen, dass die Programmpunkte dann doch im großen Ganzen alle absolviert werden und – von wenigen Ausnahmen abgesehen - alles ganz gut klappt.

Wir fahren durch das Wadi Bani Awf. An dessen äußerstem Ende, auf etwa 1000 Höhenmetern, stoßen wir auf den den Eingang zu einem Canyon. Hier verlassen wir die Fahrzeuge für eine Weile, denn diese Schlucht wollen wir zu Fuß durchqueren. Das schroffe, nur etwa drei Kilometer lange Tal schneidet sich 200 Meter tief in den Fels und ist stellenweise nicht breiter als zehn Meter, - ein Wander- und Kletterparadies, in dessen natürlichen Süßwasserbecken man zwischendurch sogar ein erfrischendes Bad nehmen kann. Was wir auch tun. Urlaubslaune stellt sich ein.

Ein paar Kilometer weiter gibt es ein zweites Canyon, das sog. Snake Canyon, in dessen Zugangsbereich eine Gruppe junger Männer bevölkert. Dieses Canyon ist  wesentlich kürzer, aber auch mit einer Gumpe, in der man Schwimmen kann, so man will. Ich teste meinen extra für diese Reise angeschafften wasserdichten Rucksack.
 

Auf der anderen Seite der Schlucht ist der Ort  Bilad Sayt. Hier leben die Menschen noch weitgehend traditionell von Dattelplantagen und Feldfruchtanbau. Allerdings sind die Terrassenfelder oft so winzig, dass eine einzige Palme auf ihnen Platz findet. Wir streifen durch Dorf und Gärten und nehmen dann das Mittagessen auf der Essensplane unter einem großen Baum ein. Direkt nebenan schuften bengalische Gastarbeiter (Betonarbeiten für Strommasten).

Anschließend geht es in vielen Kurven eine steile Erdstraße hinauf bis zu einem Pass, wo von der anderen Bergseite eine Teerstraße kommt. Hier steigen wir aus, um Bilder zu machen und uns die Füße zu vertreten. Unser Lager schlagen wir bei Sharaf al-Alamayn in einem Hotel auf, in welchem wir auch zu Abend essen.

Di 29.11.2011 Von Sharaf al-Alamayn starten wir am 5. Tag zu einer Wanderung zu dem Bergbauerndorf Misfat al-Ibriyin (oberhalb von Al-Hamra). Dabei werden wir geführt von Abdullah, obgleich der Weg eigentlich ganz gut markiert ist.  Auch Abdullah arbeitet beim Militär und nutzt seinen Urlaub für einen Zuverdienst. Fathi geht auch mit uns. Faisal und Khalef fahren die Autos hinunter in den Ort, Khalef wird später den lokal Guide Abdullah wieder zurück zu seinem Auto bringen und dafür zwei Stunden benötigen, so daß die Weiterfahrt (inklusive Lagerplatz aufsuchen) erst bei Einbruch der Dämmerung stattfinden kann. Taxis gäbe es keine im Gebirge und Abdullah sei schließlich sein Freund.

Die Wanderung ist kurzweilig (anfangs entlang einer Abbruchkante mit weitem Blick ins Tal und hinüber zum Djebel Shams (3000 m), dem Trekking-Ziel des nächsten Tages.

Wir passieren ein paar Häuser/Hütten und werden von den männlichen Bewohnern zu omanischem Kaffee eingeladen. Die Bergbewohner erhalten Lebensmittellieferungen und was sie sonst noch brauchen per Hubschrauber und auf Kosten des Staates („vom Sultan“).

Die Strecke zieht sich. Einer hat Probleme, mitzuhalten. Abdullah und Fathi rennen vorne weg (statt einer vorn und einer hinten) und beklagt sich zurecht darüber. Hätten wir nicht auf ihn gewartet, so hätte er an einer Wegekreuzung auch einen anderen Weg nehmen und sich verlaufen können. 

Das letzte Stück geht entlang eines Bewässerungsgrabens (faladj) und durch Gärten. Khalef ist uns entgegengekommen und führt uns zu den Autos bzw. zu einem öffentlichen Park, wo wir das von ihm schon vorbereitete Mittagessen (gegen 15 Uhr) einnehmen. Während Khalef Abdullah zurückfährt, vertreiben wir uns die Zeit mit dösen, lesen bzw. mit einem Spaziergang im Spätnachmittag-Licht zu einem Aussichtspunkt, wo wir unseren Abstiegsweg einsehen können. Die Wände der Häuser des Ortes schimmern in der Abendsonne rötlich. Das sei auch die Erklärung für den Namen der Stadt Al-Hamra (ألحمراء die rote Stadt), zu dessen Einzugsgebiet auch Misfat al_Ibryin gehört.

Auf kurvenreicher Strecke  fahren wir am Stadtrand von Al-Hamra vorbei und hinauf auf ein Plateau unterhalb des Jebel  Shams. Khalef fährt wie nicht gescheit und schimpft (wegen Fathi als sein ihm vorgesetzter Reiseleiter) und perseveriert, dass er doch alles für uns tue und er wolle, dass wir glücklich sind. Später meint K., dass es ihr so vorkam, als habe er eine Alkoholfahne gehabt. Jedenfalls wird selbst Faisal Angst bei Khalef‘s Fahrstil. Da Fathi nicht mitkommt, muss Khalef immer wieder auf ihn warten. Aber kaum sind dessen Scheinwerfer in Sicht, schon fährt er wieder wie nicht gescheit und hört nicht auf uns, die wir ihn bitten langsam zu fahren. Oben auf dem Plateau angekommen steuert Khalef einen Platz neben einem Sendemasten an (Fathi wäre lieber etwas tiefer in einem Camp geblieben) und wir bauen die Zelte im Dunkeln auf.

Khalef kocht Makkaroni mit Käsesoße (schmeckt gut), dazu gibt es wie immer Salat. Danach Limetten-Tee.

Für morgen ist die Besteigung des Djebel Shams geplant. Khalef (und kein lokaler Guide) wird uns führen und Fathi und Faisal werden bei den Autos bleiben. Ich spreche gegenüber Fathi an, dass eine Führer vorne und ein weiterer hin sinnvoll wäre, jedenfalls ein zweiter Guide für den Fall, dass einer von uns umkehren möchte. Fathi sieht das zwar ein, verweist aber darauf, dass Khalef das so festgelegt habe. Wer ist denn nu der Reiseleiter??

Am Mi, den 30.11. 2011

beginnen wir die Wanderung auf den Djabal Shams (Sonnenberg, 2980 m) beim Zeltplatz. Das Ziel (Radarstation auf dem Gipfel) ist von weitem sichtbar. Es kann aber nicht in direkter Linie angesteuert werden, denn das Wadi Nakhar, der "Grand Canyon" Omans muß umgangen werden. Wie vom „Zeltplatz“ aus so haben wir auch während der Wanderung Gelegenheit, über die fast senkrecht abfallenden Wände dieser klaffenden Schlucht zu staunen. Von 9:00 bis 13:00 Uhr sind wir unterwegs bis zu einer großen Rast ca 100 Höhenmeter unter dem Gipfel, den dann nur noch T. und ich besteigen (lohnender Blick). Wir verlassen den Gipfel gegen 14.00 Uhr und folgen den andern auf dem Abstieg auf der auf der noch weiter (als der Aufstiegspfad) ausholenden Militärstraße.

und treffen wieder auf die Gruppe gegen 16 Uhr unten bei einer Militärbasis. Von hier aus wurde Faisal angerufen, der mit einem Auto kommt, um uns abzuholen. Da nicht alle in das eine Auto passen, laufen Faisal, G. und ich ein weiteres Stück zu Fuß, bis Chalef, der sich statt Faisal ans Steuer gesetzt hat, zurückkommt und auch uns zum Lager fährt. Wir übernachten ein zweites Mal an dem Platz an der Straße bzw. beim Sendemasten. Es gibt ein paar schöne Aufnahmen von Sonnenunter- und Aufgängen, von Ziegen im Gegenlicht, von Bergkontouren in der Dämmerung. Der Wind zerrt am Zelt, ich gehe nachts einmal nach draußen um mich zu versichern, dass die Heringe noch fest im Boden sitzen.

Do 1.12.2011  (7.—9. Tag): Nizwa und Wanderung auf dem Jebel al-Akhdar

Am morgen ist es relativ kalt. Nur Faisal trägt kurze Hosen. Beim Losfahren gibt es Startprobleme. Chalef besorgt Startkabel, aber auch mit diesen klappt es nicht. Also bleibt nur die Methode des Wechsels der Batterie: den Jeep mit der guten Batterie startet. Bei laufendem Motor wird zunächst die bessere Batterie ausgebaut und beim anderen Jeep eingebaut, sodass auch dieser starten kann. Bei laufenden Motoren Rückbau der Batterien. Ich nutze die Zeit für Einkäufe bei Beduinenkindern (ein kleiner Teppich aus Ziegenhaaren für 12 statt für 15 Rial, mehrere kleine Fossilien für 3 Rial, einen aus bunten – in den Farben Omans aus Wollfäden geflochtenen Schlüsselanhänger).

Der heutige Tag führt uns zu den alten Lehmstädten der Dakhiliyah (Inner-Oman). In Bahla’ bummeln wir kurz vor Mittag über den Souq, der Tiermarkt ist längst vorbei. Im Souq kauft auch E. sich eine Kumma, G. und E. erstehen große leere Säcke, die sie aufschneiden und als Plane vors Zelt benutzen wollen, - so wie ich das mit einer mitgebrachten Plane mache – was später, als wir im Sand zelten, auch ganz nützlich ist.

Wir besichtigen eine der Töpfereien, für die Bahla’ bekannt ist. Den späteren Vormittag nutzen wir zu einem Besuch des Wohnpalastes von Djabrin (Jabrin, Gebrin  جبرىِن). Dieser ist wirklich eindrucksvoll. Der Reiseführer hat nicht zu viel versprochen. (Kunstvolle Innenfassaden, geschnitzte Türen, eine Koranschule, zwei Museen, zwei Gefängnisse, das Grab des Erbauers, schöner Blick von den Zinnen aus über das Umland).

 

Von Gebrin aus ist es nicht weit in die alte Hauptstadt der Dakhiliyah, nach Nizwa, wo wir gegen 15 Uhr zu Mittag essen und uns dann im Hotel Al-Diyar einchecken. T. fragt nach, ob es ein weiteres Zimmer gibt, was leider nicht der Fall ist. Er – der selbst auch schnarcht – hätte gerne auf mein Schnarchen verzichtet. Das größere Problem als mein Schnarchen sind dann aber Käfer (fraglich Wanzen), die durch sein Bett krabbeln, so dass er schließlich Therma-Rest-Matte und Schlafsack auspackt und auf dem Balkon draußen schläft. Das Hotel hat einen relativ großen Swimmingpool, den einige von uns gerne nutzten.

Abends fahren wir zum Essen in ein (stadtbekanntes) türkischen Lokal, anschließend geht es in ein anderes Hotel, in dem im Innenhof Alkohol ausgeschenkt wird, wenn auch von einem eher gnädig bis wenig motiviert wirkenden Kellner.  Auch unsere Guides – samt zweier sich dazu gesellender Omanis – trinken Alkohol (Bier, möglichst starkes) und das mehr als wir. Wir verlassen Sie und zahlen die Getränke, die sie bis zu diesem Zeitpunkt getrunken hatten. Sie fahren danach noch Auto (obwohl 0 % gefordert und einer von ihnen, der am meisten trank, selbst Polizist war) und außerdem noch in eine andere Bar, wo sie weiter trinken. Khalef erzählt dass er früher viel Alkohol getrunken habe, dies aber nicht mehr tue, seit er für Frau und zwei Kinder sorgen müsse und auch wolle.

Freitag, 2.12.2011. Am Morgen  wollen wir mit den Jeeps zum Souq fahren. Aber der eine Jeep startet wieder nicht. Also werden wir auf zweimal mit einem Jeep gefahren und Chalef ist endlich bereit, dem schon früher gemachten Vorschlag zu folgen und eine neue Batterie zu besorgen. Nizwa (نزوى ) gleicht einem Bienenstock. Denn es findet freitags der große Wochenmarkt statt, zu dem die Omanis von weither in die Stadt strömen. Es  werden vom Auto über Kamele, Rinder,  Ziegen und Kleinvieh  bis hin zu allen Gegenständen des täglichen Bedarfs die Dinge gehandelt, die man zum Überleben benötigt. Wir schlendern gemächlich durch die Menge und reihen in den großen Kreis derer ein, die laut und erbittert um die Ziegen und Schafe in ihrer Mitte feilschen.

Ich verliere die anderen aus den Augen und mache mich selbst auf den Weg, um CDs (für Sicherung der Fotos auf dem einen Chip, den ich dabei habe) zu besorgen und Geld zu wechseln, kaufe Datteln im Dattel-Souq und gehe schon mal allein zum nächsten Programmpunkt, dem Fort von Nizwa, das in ein Museum umgebaut wurde. Als ich auch dort die anderen nicht treffe, gehe ich wieder nach draußen, mache einen vergeblichen Versuch, in die große Moschee von Nizwa hinein zu kommen (für Fremde/Ungläubige verboten) und treffe dann schließlich doch einen Teil der andern, die gerade Fotos von alten Männern machen, die sich mit Krummdolch und Gewehr gerne fotografieren lassen. T. macht mich auf einen Fotoladen aufmerksam, wo ich für 18.—Euro eine Speicherchip (Memory Stick ProDuo, 2 mb) für meine Sony Cyberspace-Kamera kaufen kann. Und so kann ich im Fort (Museum) wieder viele Bilder schießen:

Nach so viel Trubel verlassen wir die Stadt, und fahren nach Birkat al-Mawz, wo wir Mittag essen (Reis mit Fisch, bzw. Fleisch, bzw. Chicken, bzw. Gemüse). Wir gehen ein paar Schritte entlang eines Bewässerungskanals, dessen Wasser aus dem Wadi Muaydin kommt und treffen hier auf einen Cousin von Khalef.

Wir befinden uns hier bereits an der Flanke des Jebel Akhdar ألجبل ألخدر. Das Wadi ist stellenweise dicht mit Bäumen und Oleander bestanden, an manchen Stellen laden natürliche Pools zum Verweilen /Plantschen ein. Wir wandern das Wadi ein Stück hinauf (E. malt) und wieder hinunter.

Anschließend steigen wir erneut in die Wagen und gelangen, nachdem wir eine Polizei-Kontrolle passiert haben und viele Kehren einer tollen neuen Passstraße hochgefahren sind, schließlich auf das Sayq-Plateau im Herzen des Akhdar-Massivs. Hier kurzer Stopp für Fotos, dann auf einer Erdstraße hinunter – große Wandergruppe von französch sprechenden Menschen, angeblich aus Marokko, Guide Ibrahim -  in das Heimatdorf von Chalef. Dort kurzer Spaziergang und Kaffee plus Datteln und Obst im Gästezimmer von Khalef Vaters Haus, dann diese Erdstraße wieder hoch und Zeltübernachtung oben auf dem Plateau. Nach dem Nachtessen verkrümelt sich Khalef mit einem Jeep und kommt erst Stunden später wieder zurück.

Sa, 3.12.2011 (9. Tag ) Nach einer Zeltübernachtung

starten wir zu einer Tageswanderung, die im Wesentlichen der Richtung des Wadi Bani Habib folgt und bei der uns Khalef führt. Ziel ist der Ras ash-Shaykh, der "Kopf des Stammesführers". Zunächst steigen wir ab in ein Tal in dem zwei verfallene Orte sind, einem Tal, in dem Walnussbäume und Granatapfelbäume reichen Ertrag liefern. Es geht stetig bergan in menschenleerer Gegend. In der Hitze ist ein Pause willkommen. Ich verteile Datteln, die uns Chalefs Vater geschenkt hatte.

Unser Weg führt uns über eine Hochfläche auf etwa 2000 müNN, die bedeckt ist mit silbrig glänzenden Gräsern und stacheligen Büschen. Erstaunlich widerstandsfähige Blumen mit großen zarten weißen Blüten und sattgrünen Blättern lugen dazwischen hervor. Der Ras ash-Shaykh (das Haupt des Scheich) ist ein mehrzipflige Berg, von dem wir zunächst nur einen Gipfel (ein Haupt) sehen, auf den wir dann aber auch gleich und sofort hochsteigen.

Unterhalb des Ras ash-Shaykh und nicht weit weg von einem großen Erdloch („sinking hole“) wird das Lager aufgeschlagen und Mittag gegessen. Der Nachmittag ist zur freien Verwendung. E. malt. Ich mache einen ausgedehnten Spaziergang über bzw. um die anderen Häupter des Ras ash-Shaykh und fotografiere mächtige Wacholderbäume. An der faserigen Rinde lässt sich erahnen, welch hohes Alter diese riesigen immergrünen Bäume haben. In besser geschützten Winkeln gedeihen mitunter wilde Oliven.

Unterhalb liegen Ortschaften (mit Schule und Moschee) und Pflanzungen. Gastarbeiter klettern auf Strommasten herum um Stabilisierungsstangen anzubringen. Ich klettere noch einmal auf den höchsten Gipfel und mache weitere Landschaftsaufnahmen, das schöne Licht nutzend.

Ich komme zurück zum Platz, als unsere Guides gerade dabei sind, Feuerholz zu sammeln. Mit einem Seil wird versucht, einen großen Ast eines Baumes abzubrechen. Es gelingt, als auch ich mit am Strick ziehe, aber dann passiert genau das, wovor Chalef gewarnt hatte, nämlich, dass der herabbrechende Ast auf einen von uns fällt. Es trifft Chalef: Risswunde am Unterarm, zum Glück so oberflächlich, dass sie nicht genäht werden muss.

Es wird kühl und so sitzen oder stehen alle gerne dicht am Lagerfeuer. In dieser (und der folgenden) Nacht gibt es sehr viel Tau, so dass Schlafsäcke und die Liegematratzen nass /klamm werden. 

So 4.12.2011 (10.—11. Tag) : Ramlat al-Wahiba - Über Birkat al-Mawz („Teich der Bananen“ أبركة ألموز) erreichen wir Manzaffar (Minzafah). 

Frühmorgens fotografiere ich eine kleine Herde wilder Esel und mache die üblichen erste-Morgensonne-auf-Berggipfel-Fotos. Dann verbinde ich Chalefs Arm frisch.

Wir fahren zuerst eine Erdstrasse (vorbei an einem Landgut des Sultans,

dann die neugebaute, teilweise noch in Bau befindliche (Notfall-Trassen für LKWs) Pass-Straße wieder (mit entsprechenden Fotostopps)

hinunter nach Birkat al-Mawz, wo uns Faisal verläßt. In diesem Ort wurden die nicht mehr rentablen Dattelpalmenbäume teilweise durch Bananenbäume ersetzt. Wir wandern mit Fathi durch die alten Ortsteile und danach - begleitet von Vogelgezwitscher - allein durch die Gärten, und werden dann von den Jeeps am anderen Ende abgeholt.

Dann fahren wir weiter nach Manzaffar.Hier stehen einige der ältesten noch erhaltenen Lehmhäuser Omans. Ein Rundgang lohnt vor allem wegen der teils noch gut erhaltenen Stuckaturen und der mächtigen, mit Schnitzereien verzierten Haustüren. Wir dürfen in ein Haus hineingehen, das gerade – vom Feinsten – renoviert wird. Auftraggeber ist ein Ministerium. Ausführende sind wieder indische, bengalische oder pakistanische Gastarbeiter.

Bei einem Lokal an der Straße essen wir im Freien zu Mittag, immer wieder kommen protzige Vans oder Pick-Ups, der Fahrer hupt, der Bangladeshi-Kellner geht zum Auto, nimmt die Bestellung entgegen und bringt später das Bestellte in Tüten verpackt an das Auto, dessen Motor noch läuft. Ein LKW parkt, auf dessen offener Ladefläche zwei Kamele festgebunden sind. Anders als bei den Saudi’s dürfen im Oman auch Frauen Auto fahren. Der Bestellvorgang ist der gleiche.


Unser Ziel sind die in er Abendsonne rotgoldenen Dünen der Ramlat al-Wahiba. Bevor in diese hineinfahren, muss der Reifendruck abgelassen werden, von ca 4 auf ca 2 bar. Dann geht es zu Ubayd. Es gibt Kaffee und Datteln. Ubayd holt aus einer Kiste eine Dishdasha und ein Gewehr. Sowohl E. als auch G. lassen sich darin fotografieren. Eine Nachbarin (mit schwarzem Kopftuch und Gesichtsmaske) sitzt dabei und hätte gerne selber Gebasteltes bzw. Gestricktes verkauft, aber keiner von uns will kaufen.

Zugesagt für den morgigen Programmpunkt („Wandern mit Kamelen“) waren ein Reitkamel und ein Packtier. Gertrud will gerne mehr als nur ein 6-tel der Zeit reiten und fragt nach weiteren Kamelen. Auch G. und K. sind interessiert. Letztendlich bekommen wir drei Reit-Kamele und müssen 2 x 18 Rial draufzahlen. Etwas Gepäck (Tagesrucksäcke) können dann bei jedem dieser drei Kamele befestigt werden.

Nachdem wir Ubayd’s Gastfreundschaft genossen haben, geht es mit den Jeeps erst mal auf eine Wüstenralley. Auf einer steilen Abfahrt bekommt Chalef’s Jeep Schräglage und bleibt stecken. E. und G. steigen (talwärts!) aus, ich versuche die Schräglage auszubalancieren, in dem ich bergwärts auf dem Trittbrett stehe. Jedenfalls gelingt es Khalef, das Auto wieder flott und die Düne hinunter zu bekommen.


Dann geht es – unter Zuhilfenahme eine der vielen Kinder oder Enkelkinder von Ubayd (jetzt ein deutlich übergewichtig und piepsstimmiger Junge) – auf die Suche nach einem geeigneten Zeltplatz möglichst weit oben in den Dünen. Dieser ist rasch gefunden und für gut befunden, bis dann der Wind so auffrischt, dass es ungemütlich wird. T. Zelt steht so im Wind, dass durch die reichlich vorhandenen Fliegengitterflächen ziemlich viel Sand ins Zelt kommt. Er fährt einen Jeep so neben sein Zelt, dass der Wind abgehalten wird. Auf unseren Vorschlag hin, wird dann der zweite Jeep so postiert, dass der Essensplatz etwas abgeschirmt wird. Dennoch knirscht bisweilen Sand zwischen den Zähnen beim Essen.

Mo. 5.12.2012 – 2. Tag in den rotgoldenen Dünen der Ramlat al-Wahiba  

Nach dem Frühstück (und Abbau der noch feuchten Zelte) brechen gegen 9 Uhr zu einer Wanderung mit drei Kamelen auf. Unser Kamelguide ist Ali (einer der Söhne von Ubayd). Um Kräfte zu sparen, halten wir uns überwiegend an die Dünentäler –nur hier darf geritten werden - und versuchen dabei, den Autopisten so weit wie möglich fern zu bleiben. Unterwegs sehen wir die Spuren von Füchsen, Mäusen, Käfern und einen Skorpion (den Ali freibuddelt) und eine „Echse“. Gegen eins treffen wir auf Chalef, der unter einem Baum (Schirmakazie) an der Wüstenpistenstrasse ein Picknick bereit hat. Hier dann ca 1 Stunde Siesta und dann geht es wieder zurück, allerdings auf oder entang der Autopiste. Wir kommen vorbei an einer Kameltränke, an Beduinen-Behausungen und Tiergehegen (Kamele, Ziegen) und auch an einem Touristen-Camp.

G. ist zusammen mit Chalef zurückgefahren um den anderen Jeep zu holen, der beim Übernachtungsplatz stehen geblieben war und um dann mit beiden Autos einen neuen schönen, besser windgeschützten Übernachtungsplatz zu finden. Tatsächlich finden sie ein Dünenhalbrund, das gut geeignet ist. Schönheitsfehler: ein einer Stelle liegt ein totes, in Verwesung befindliches Kamel. Ali bleibt noch zu Kaffee und Tee und raucht noch das eine oder andere Pfeifchen mit uns. Dann zieht er mit seinen drei Kamelen von dannen. Dünenwanderung im Abendlicht. Sonnenuntergang.


Di., 6.12.2011 (12.—13. Tag): Schwimmtrekking und Schildkrötenbeobachtung

Sonnenaufgang und Morgenspaziergang. Auch eine Schar Ziegen bewegt sich ganz aus eigenem Antrieb in Richtung einer Behausung von Hirten, wo sie gemolken werden.

Die Zelte sind beim Einpacken noch nass. Wir wollen früh los. „Versteckt in den kargen Bergen erwarten uns heute die türkisfarbenen Seen des Wadi Bani Khalid, in denen sich die Wipfel der Dattelpalmen spiegeln.“

Das Treffen mit dem lokalen Guide („Badr“) klappt nicht auf Anhieb. Aber schließlich geht es los, erst mal durch die üppige Gärten des Ortes, dann hinein ins Wadi.

 Sehr schöne Landschaft, längere Strecken zum Schwimmen. G. verliert seine Brille, K. macht mehrere vergebliche Tauchversuche, das Wasser ist an dieser Stelle tief (ca 5 m), die Brille nicht zu sehen und somit auch nicht zu finden. G. hat eine Myopie mit – 6 Dioptrien. Er findet den Weg erstaunlich gut auch ohne die Brille. Am Endpunkt des Trek warten schon halef und Fathi auf uns – mit abgepackten Essensportionen, Reis mit etc., das übliche, aber schmeckt immer gut. Und hungrig sind wir auch. 

Diesmal muss der local Guide nicht zurückgefahren werden, er fährt mit in unserer Richtung (Fahrt Ras al-Hadd) und läßt sich bei seinem Arbeitsplatz absetzen. Wir trinken einen Kaffee und dann geht es weiter zur östlichsten Landspitze Arabiens. Wir checken ein im Turtle Beach Resort und bekommen Hüttchen mit geflochtenen Wänden zugewiesen. Rasch spannte ich Bergsteigerseile zwischen den Holzbalken – um meine nassen Sachen zu trocken.

Dies Landspitze (Ras al-Hadd) ist auch bei Meeresschildkröten sehr beliebt, weshalb sie regelmäßig wiederkehren, um am Strand ihre Eier abzulegen. Auf einer geführten Nachtexkursion (ab 21:00 Uhr) konnten wir eine mittelgroße Schildgröße beim Zubuddeln ihres Geleges und Weg zurück ins Meer beobachten und viele kleine Schildkröten, die gerade erst ausgeschlüpft waren, wie sie dem Meer zu eilten. Da die Tiere weltweit unter Schutz stehen, ist das Betreten des von Felsen gerahmten Strandabschnittes nur mit Genehmigung gestattet. Leider durften keine Fotos gemacht werden, auch nicht Fotos ohne Blitzlicht. Deswegen habe ich die Seeschildkröte, die im Resort in einem Aquarium herumschwamm sowie ein Plakat am Eingang fotografiert:

Die Hoteldienerschaft stammte von den Phillipinen. Das Abendessensbuffet (5 Rial) war reichlich, ebenso das Frühstücksbuffet am nächsten Morgen. 

Mi., 7.12.2011 (noch) Turtle Beach Resort  Vor dem Früchstück war Baden im Indischen Ozean angesagt. Das Wasser war angenehm  warm.

Wir steuern wir die nahe gelegene Hafenstadt Sur (صور) an, in deren Werften auch heute noch die traditionellen omanischen Holzschiffe (Dhows  داو) gebaut werden. Wir können den ebenfalls nicht-omanischen Bootszimmerleuten bei der Arbeit zusehen.

Ein paar Straßen weiter ist neben einem palastähnlichen Gebäude eine Dhow aufgestellt, die an den Jemen verkauft worden und von diesem später wieder zurückgekauft worden war.

Wir fahren die Küste entlang bis wir Zugang bekommen zum Wadi Shab, das wie auch das Wadi Bani Khalid eines jener zahlreichen Wadis ist, die vom Hadjar ash-Sharqi hinab in die Küstenebene am Indischen Ozean fließen. Diesmal ist es Fathi, der uns führt und später mit gefüllten Brottaschen („shawarma“) versorgt.

Im Oberlauf gibt es wieder tief mit Wasser gefüllte Becken. In das hinterste gelangt man nur, indem man sich durch eine schmale Felsenluke zwängt oder eine 2-m-Passage durchtaucht. Dahinter gibt es dann den Wasserfall. Ich nehme meine Kamera im wasserdichten Beutel mit und mache Aufnahmen von den anderen, z.B. von K., die im Wasserfall an einem Seil hochklettert und dann von oben ins Wasser köpfert.

Es geht den selbe Weg zurück und zu den Jeeps. Wir fahren weiter am Meer entlang auf der Suche nach einem schönen Platz zum Übernachten.

Den finden wir dann auch, es gibt sogar große Mülltonnen (die anderntags auch noch geleert werden).  Während Chalef noch einmal weg fährt um Brot zu kaufen, hilft Fathi mit seinem Jeep Fischern, ihr Boot aus dem Wasser zu ziehen, gräbt sich aber dabei so sehr in den Kies ein, dass er dann selbst herausgezogen werden muss. Aber die Fischer sind geübt im Anbinden von Zugseilen. Sie schenken uns zwei Fische, die wir später am Feuer braten und die eine willkommen Ergänzung zu Khalefs Abschiedsessen sind.

 

Zwischendurch muss ich mein Zelt landeinwärts versetzten. Ich hatte es zu dicht am Wasser aufgestellt, das Flutwasser schwappte fast schon ins Zelt. 

Do 8.12. 14. Tag: Muscat und das Ende der Reise

Bevor es heute unwiderruflich zurück nach Muscat geht, unternehmen wir noch „eine letzte Wanderung“ im Wadi Tiwi. Dazu müssen wir zur selben Stelle zurückfahren (Eingang zum Wadi Shab). Wir fahren das Wadi Tiwi mit den Jeeps hoch. Die Strecke ist nicht lang. Wir steigen nur kurz aus um ein paar Fotos zu machen. Eine eigentliche Wanderung machen wir nicht mehr.

Um 9:30 Uhr sind wir bereits wieder auf der Autobahn Richtung Muskat. Gegen Mittag des 14. Reisetages treffen wir in der Hauptstadt ein, fahren zu einem der Paläste von Sultan Quboos bin Said Al Said, und zwar zu jenem, in dem dann Stunden später Bundespräsident Wulf empfangen werden wird.

Wir essen Mittag in einem Indischen Restaurant – z.B. Palak Paneer  - und überreichen Fathi und halef ihr Trinkgeld (jeder bekommt 75 Rial = 150 Euro) und sie ziehen von dannen, während wir erneut unser Hotel, in dem wir schon die erste Nacht verbracht hatten, beziehen.

G., K., T. und ich streifen ab 16:00 Uhr durch die Straßen hinter dem Souk, auf 18:45 Uhr treffen finden wir alle 6 uns zu einem letzten gemeinsamen Abendessen im Cornish Cafe. Diesmal regnet es nicht und schmecken tut es auch wieder gut.Ich erledige letzte Einkäufe im Souq: Muskatnüsse, Kardamonkaspseln, Datteln und Weihrauch, Tamarinde, getrocknete Limetten („loomi“)..

Fr 9.12. Am 15. Tag vormittags (10:30 Uhr)Transfer zum Flughafen zusammen mit T., G. und K.. T. fliegt etwa zeitgleich wie ich nach Frankfurt (er wohnt in München, ein Umbuchen ist leider nicht möglich), K. und G. fliegen erst zwei Stunden später – nach Salalah im Süden des Oman (Dhofar), wo sie noch ein paar Tage auspannen wollen. Bei Tageslicht und Fensterplatz gute Sicht auf den Iran, Kuweit, Syrien und die östliche Türkei. Dann wird es wolkig und bald auch dunkel. Eintreffen in München mit 30 Min Verspätung gegen 18:15 Uhr.
 

Khalef خلف Mohammad al Subeihi; P.O. Box 321, P.C. 453, Sohar Alturif,  ++968 92242166; Er, der auch hauptberuflich (beim Militär) als Koch arbeitet, zauberte auf einem Gaskocher oder unter Ausnutzung der Glut des Lagerfeuers immer ganz akzeptable Mahlzeiten. Täglich gab es frischen Salat (- wir halfen beim Schnipseln), Limetten (loomi-)Tee oder Kardamon-Kaffee (qahwa). Er war nicht ganz frei von Süchten, früher viel Alkohol, jetzt zumindest noch Tabak, aber vor allem sehr zuwendungsbedürftig. Unter dem Vorwand, uns „glucklich“ machen zu wollen, wollte er immer und immer wieder die Rückmeldung bekommen, dass er der beste und der tollste Guide aller Zeiten ist (- jedenfalls besser als Fathi).
 

Fathi Al-Shqsi فتحئ الشقصئ, P.O.Box.500, P.C. 318, Al-Rustaq, [email protected],  deutsch sprechender Reiseleiter, hat deutsch in der Touristikbranche sowie während eines viermonatigen Deutschkurses in Poona /Indien gelernt. Sein Vater war oder ist wohl ein ranghöherer Militär oder Politiker. Fathi hat vor, ein eigenen Touristikunternehmen zu betreiben.

Fathi und Khalef hatten ein eher gespannte Verhältnis zueinander, insbesondere Khalef fand einen ihm als „deutschsprechenden Reiseleiter“ vor die Nase gesetzte Person als überflüssig, wo er doch alles konnte, wußte und machte. Ein Bild - am Ende der Reise - sagt mehr als 100 Worte. Ich nehme an, dass Khalef die Reiseeinnahmen eher sehr zu seinen gunsten aufteilte.

 
 

Abdallah  عبدللة local guide von Sharaf al-Alamayn zu dem Bergbauerndorf Misfat al-Ibriyin. Arbeitet beim Militär und nutze Urlaub für Nebeneinkünfte. War liebenswürdig und sehr angenehm. Nahm an unserem Picknick in Sharaf al-Alamayn teil und wurde anschließend von Khalef wieder zurück zu seinem Auto gefahren – was leider fast zwei Stunden dauerte, sodass wir in der Dunkelheit zu unserem Lageplatz unterhalb des Djebl Shams fahren mussten.
 

 

Ali علئ – ein Sohn von Ubayd, gelegentlich Kamelführer in der Wahiba-Wüste, aber eigentlich verdient er sein Geld, viel Geld, in dem er Reitkamele zureitet und diese in die Emirate und zu den Saudi's liefert / verkauft, bzw. dort bei Kamelrennen auch reitet. Mit diesem Geld kann sich die Familie große teure Jeeps leisten. Am Abend des 5.12. blieb er eine Zeitlang bei uns am Lagerplatz, spielte Tabla und sang dazu.

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