Ladakh 2008

Trekking und Bergsteigen in Ladakh Besteigung Kang Yatze 6249 m
5.7. bis 26.7.2008

Reiseleitung: Horst Kaluza, staatl. gepr. Berg-u.Skiführer, Berchtesgaden
Reiseunternehmen: World Wide Active – Karl Wintersteller – 5412 Puch bei Hallein (später Adventurretoptours Salzburg)
Guide: Dhondub Tsering - tibetan settlement - Choglamsar - leh-ladakh 194101 - j&k state India

Treffpunkt war der Wiener Flughafen. Von Wien flogen wir nach Delhi, von Delhi nach Leh, der Hauptstadt von Ladakh und vice versa. Nach zwei Tagen Höhenakklimatisation 14-tägiges Trekking – Gepäcktransport mit Pony-Pferden – Übernachtung in Zelten. Begleitmannschaft mit indischem Koch. Im Anschluß an das Trekking besichtigten wir das Taj Mahal, das Rote Fort und eine Manufaktur in Agra und das Regierungsviertel und einen Sikk-Tempel in Dehli. Rückflug nach Wien.

1.Tag (Sa, 5.7.): Flug Wien– Delhi mit Austrian Airline Hier wurden wir von unseren lokalen Reiseleitern (KVT holidays) abgeholt und zum Domestic Airport gebracht.

2.Tag (So, 6.7.): Flug Delhi – Leh Bei Tagesanbruch starteten wir nach zahlreichen Checks unser Abenteuer Ladakh. Wir flogen bei schlechter Sicht über die Transhimalayakette (Nanga Parbat, Broad Peak und K 2) und dann bei besserer Sicht hinunter ins Industal nach Leh. Im Hintergrund die Stok Berge mit dem 6100 m hohen Stok Kangri. Im Vordergrund des Bildes sieht man einen der höchstgelegenen Golfplätze der Welt, im Mittelteil das fruchtbare Industal.

Nach Einchecken im Hotel Mandala – Begrüßung mit weißen Schals (Katakh) - konnten wir ausgiebig rasten und nachmittags einen ersten Stadtspaziergang unternehmen.
Leh ist die Hauptstadt des ehemaligen Himalayakönigreiches Ladakh und war früher Schnittpunkt wichtiger Karawanenwege (Seidenstraße!). Auch heute fasziniert diese Stadt durch alte Bauwerke (Königspalast), Klöster und Tempel (Guru-, Avalokiteshvara-, Marko-, Soma-, Chamba-Lhakhang, Gonhang, Shanti Stupa, Go-Mang-Chörten) und seine schöne Lage im Industal. Ladakh befindet sich im  Schnittpunkt von drei großen Weltreligionen: Von hier nach Osten liegt die Welt des Buddhismus. (Tibet, teilw. China, Japan, Burma, etc.). Nur 200 km westlich beginnt die Welt des Islam (Jammu, Kaschmir, Pakistan). Südwärts des Himalayahauptkamms liegt die hinduistische Welt. Diese drei Religionen und viele Menschenrassen prägen heute das tägliche Leben der Stadt Leh. Die Ladakhis sind eine Mischung aus indoarischen Völkern (wie Mon, Darden und Baltis) und Tibetern.  

3.Tag (Mo, 7.7.): Stadtbesichtigung Leh und Akklimatisation (3500 m)
Wir tauchten ein in die Welt des Buddhismus, drehten eine große Gebetsmühle und erkundeten wir die Stadt und die Umgebung. Zusammen mit der zusammen mit uns angereisten von Karl Wintersteller geführten Biker-Gruppe gehen wir hinauf zu der von japanischen Buddhisten gestifteten Shanti-Stupa, dann durchwandern wir den Grüngürtel oberhalb von Leh (Raps­Versuchsfeld zwecks Biodiesel-Produktion) und hinauf zum Gonhang Tempel auf dem Tsenmo-Hügel von da aus über Königspalast und Altstadt-Viertel wieder hinunter nach Leh zum Hotel Mandala in der Fort Road.

4.Tag (Di, 8.7.): Leh (3500 m) – Lamayuru (3450 m)
Mit zwei Jeeps starten wir um 9:30 Uhr in Leh und fahren das Indus-Tal abwärts. Wir sehen Nepali-Familien, die mit primitivsten Mitteln (und Unterkünften) im Strassenbau arbeiten. Wir machen Stop an einem Punkt oberhalb des Flusses, wo man sieht, wie der Zanskar von Westen her einmündet.

Dann besichtigen wir Alchi, wo wir anschließend in einem Hotelgarten unter Aprikosen­bäumen Mittagspause machen und Papaja-Saft trinken. Das aus dem 12 Jahrhundert stammende Kloster Alchi besteht aus mehreren Gebäuden und wird von Mönchen aus dem Kloster Likir mitbetreut (Überwachung der Touristen z.B. bzgl. Einhaltung des Fotografierverbots). Selbst ohne Blitz darf man nicht die berühmten Wandfresken in der Versammlungshalle (Dukhang) fotographieren. Die unten abgebildeten drei Buddhastatuen stammen aus einem Bildband. Die Holzdecken (im Sumsek- Tempel) sind teilweise schadhaft, man sieht Spuren von eingedrungenem Wasser entlang der Wände.

Eine Mitreisende, deren beim Flug abhanden gekommener Koffer noch immer nicht nachgeliefert wurde, kauft sich eine Stoffhose. An den Ständen gibt es Touristenartikel (z.B. Ringe und Ketten) und wir beobachten eine eingebildete Europäerin, der sehr von oben herab mit dem Kashmiri-Verkäufer umspringt.

Nachdem wir einen Bezirksposten passiert haben (Ladakh / Zanskar, Dhon musste Permit und Pässe vorlegen) fahren wir weiter Richtung Lamayuru. Von einer Kehre aus können wir ein Blick in das beeindruckende Mondtal werfen. Hier soll der berühmte Heilige Padmasambava (Arahat Madhyantaka?) die Schlangendämonen (die "Nagas") gebändigt haben. 

In Lamayuru, das 500 m unterhalb der Straße nach Kargil - Shrinagar liegt, besichtigen wir das Kloster mit seinen herrlichen Gebetsräumen in der Yundrun-Tharpaling-Gompa, die aus dem 11.Jht stammt. Angeblich wurde sie gegründet von Naropa, der bei der Einführung des Buddhismus in dieser Region über die Verfechter der Bön-Religion obsiegte.  Ab dem 15.Jht. haben hier die Rotmützen-Lamas (Digunpa-Schule, im Unterschied zu den Gelbmützen-Mönchen der Gelupga Schule) das Sagen. Wir sehen eine erste Mauer mit Mani Steinen, Tschörten markieren den Eingangsbereich zum Kloster, es gibt eine Art Wandelgang mit vielen kleinen Gebetsmühlen, die wir auch brav alle zum Drehen bringen. Es gibt noch etliche Mönche (und Novizen) hier.

Während andere Trekkings von Lamayuru aus direkt (über den 3800 m hohen Prinkiti-La (La = Paß) nach Wanla wandern, geht es bei uns zunächst noch mit dem Auto über einen Pass (Fatu La 3090 m) nach Westen und von hier aus hinunter zu unserem Ausgangs­punkt, wo bereits unsere Begleitmannschaft auf uns wartet: Wir campen am Rande eines Bachbettes bzw. am Rande der Schotterstraße, die durch ein Schlucht führt und uns dann am nächsten Tag zum Ort Kanji führen wird.

Bei den Zelten handelt es sich um gute Bergsteigerzelte („Explore Himalyas“ – www,worldwideactiv.at), dazu gibt es eine Schaumstoffmatte. Nachdem jeder noch eine eigene Matte (und einen eigenen Schlafsack) dabei hat, ist der Schlafkomfort gut.

5.Tag (Mi, 9.7.): Erster Trekking-Tag,  erste Schluchtbegehung
Das Wecken erfolgt mit „Good morning, Sir. Tea please! Sugar please? Es folgt ein mehr­gängiges Frühstück im Essenszelt und man sammelt sich zum Abmarsch.

Wir gehen auf der erst in neuester Zeit angelegten Schotterstraße durch eine wunderschöne Schlucht leicht bergauf um uns an die Höhe nochmals zu gewöhnen. Atemberaubende Felsformationen und beeindruckende Landschaften prägen diesen Tag. Weit oberhalb des Baches verläuft längs des Hangs eine frisch betonierte Wasserleitung zum Zwecke der Bewässerung von Ackerflächen, im weiteren Verlauf sehen wir nur mehr Gräben, die immer wieder von Handausgeschaufelt werden müssen.

Wir benötigen 4 Stunden für eine Strecke von 11 km   steigen dabei nur wenige Höhenme­ter,  von 3640 auf 3845 m. Wir kommen zu einem kleinen Dorf namens Kanji, wo wir auf einer Art Campingplatz übernachten (3800 m). Zunächst wird eine Runde Volleyball gespielt, dann, als die Ponies mit dem Gepäck eintreffen, die Zelte aufgebaut. (Jetender) Noch bedarf es dabei der Unterstützung der Helfer (Dorje, Jigmet und Kaji) und auch Chief-Guide Dhon legt mit Hand an. Spielzeugautos werden verschenkt. Dann folgt eine Besichti­gung des Ortes und seiner kleinen, nur 5 auf 6 m großen Gompa, die derzeit von einer Österreicherin restauriert wird. Ich, der ich mehr schlecht als recht die schrundigen Füße einer Frau aus dem Dorf versorgt habe, werde zum Dank zu einer Tasse gesalzenem Tee eingeladen in den er nach Belieben Tsampa (geröstetes Gerstenmehl), Butter (nicht ranzig) und Käsekrü­el mischen darf.  Der Sohn des Hauses (Rigzin) spricht sehr gut englisch. Er studiert „Economy“ (BWL?) in Chandigar, die Tochter „social sciences & education“ in Leh.

Das Abendessen ist wieder reichhaltig: erst, quasi als Vorspeise, gibt es eine trübe Gemüsesuppe, die sich, je länger die zu bewältigenden Trekking-Passagen werden, einer immer größeren Beliebtheit erfreut. Außerdem kreist ein Teller mit Knoblauchzehen und Ingwer, davon musste sich jeder was nehmen (- strenge Anordnung von Horst Kaluza, ist gut für das Immunsystem, für den Kreislauf und gegen Durchfall). Als Hauptgang gibt es  verschiedene Gemüseplatten (Blumenkohl, Kartoffel, Paprikaschoten mit Thunfisch gefüllt, Bohnegemüse, gebratene Zwiebeln) und dazu nach Belieben Dhal, eine Linsen- ( +Kicher-Erbsen?) -Soße und Fladenbrot (roti). Zum Nachtisch Bananen, die mit Mehl paniert im Fett rausgebacken wurden.


6.Tag (Do, 10.7.):  Dorf Kanji – Yogma La 4700 m
Laut Plan ca.  5 Std. Start um 8:00 Uhr von 3800 m Ausgangshöhe auf max. 4625 m Passhöhe (Yogma La), dann wieder Abstieg bis auf 4080 m – 16:00 Uhr (Aufstieg 825 Hm, Abstiegf 545m)

Zuerst wandern wir gemütlich einen Fluss entlang und gelangen zu einer Hochalm, wo wir bereits unsere ersten Yaks beobachten können. Es sind, wie allgmein in Ladakh üblich, keine reinrassigen Yaks sondern die Kreuzung mit dem Hausrind, die Dzo heißt, und auch davon nur Jungtiere. Etwas entfernt steht ein kleines, fast weißes Dzo. Weiße Yaks haben bei den naturreligösen (Bön!) Ladakhi eine besondere mythologische Bedeutung. Vermutlich bringen sie Glück.

Von der Hochalm aus gehen wir nun etwas steiler über hoch zu unserem ersten Pass, den 4700 m hohen Yogma La.  („La“ ist das tibetische und auch das ladakhische Wort für Pass).

Die Gruppe spaltet sich auf. Ein Teil geht länger flach (bis in den Talschluss), der andere schon vorher steil über einen seitlichen Rücken hoch zum Pass. Horst Kaluza steht oben und beäugt jeden von uns kritisch, ob er den körperlichen Anforderungen dieses Trekkings gewachsen ist. Schließlich können alle, in windfeste Anoraks gehüllt, kurz den Ausblick auf die Zanskarkette und die Eisberge des Transhimalayas genießen.  Eine längere Pause wird dann erst im Windschatten unterhalb des Passes gemacht. Hierbei stelle ich fest, dass sich meine Atmung verändert hat. Sie schwankt periodisch zwischen vertieften Atemzügen und dann wieder ganz flach werdenden Atmung bis hin zu einer kurzen Atempause (Cheyne-Stokes-Atmung), was ein Hinweis darauf ist, dass sein Atemzentrum sich von der Steuerung über den Sauerstoffgehalt des Blutes umgestellt hat auf eine Steuerung durch den Gehalt an saure Stoffwechselmetabolite wie Kohlensäure und Kohlendioxid.

Außerdem habe ich Kopfschmerzen, die bis zum Abendessen anhalten, so dass ich schon bange, die Unternehmung abbrechen zu müssen. Auch wenn der Schlaf im Zelt auf ca 4000 m Höhe nicht sonderlich gut ist, so bin ich doch am anderen Morgen weiterhin kreislaufmäßig fit und habe im Folgenden keine größeren Probleme. Dass ich die ersten Nächte jeweils die ersten Stunden stark schwitzte, das lag am Ingwer. Horstens Anweisungen folgend hatte ich neben Knoblauch und auch reichlich Ingwer gegessen, und der macht bekanntlich warm.

Wir übernachten auf einem Plateau  an einer Wegekreuzung. Nach SO würde der Zanskar-Trekk weiter gehen Richtung Photaksar, Sengghe-La und Kloster Lingshed, nach NO werden wir morgen gehen, hinunter nach Wanla, eine lange Schlucht mit ganz vielen Bachüberquerungen. Je später der Tag, desto mehr (Schneeschmelz-)Wasser, also heißt es früh aufstehen.  

7.Tag (Fr. 11.7.) : 3. Trekking-Tag – Zweite Schluchtbegehung mit ca vierzig Fluss­durchquerungen ( 6 Std. - von 4080 m aus) hinunter auf 3235 m nach Wanla
Nach dem Frühstück queren wir sofort wieder in eine atemberaubende Schlucht, die wir etliche Stunden hinabgehen. Wir müssen über 40 mal den Fluss durchqueren. Oben gelingt das noch mit der Methode des Von-Stein-zu-Stein-Hüpfens, weiter unten müssen die Schuhe ausgezogen und barfuß oder mittels Sandalen durch das kalte Wasser gewatet werden. Dhon gibt reichlich Hilfstellung. Immer wieder faszinieren uns die steilen Wände um uns. Einsame Wildrosen am Bachrand lassen uns verweilen. 

Unten am Ende der Schlucht gibt es eine Thermalquelle („toto pami“). Heute ist Badetag für Frauen, wir werden vorbei gewunken. Gegenüber der „Badeanstalt“, sieht man an der anderen Seite des Flusses in der Felswand eine Höhle, wohl eine Meditationshöhle. Die Schlucht wird jetzt weiter und wir wandern auf einer neu angelegten Erdstrasse gegen heftigen Gegenwind in Richtung des Ortes Shilla und von da aus gemütlich zu einem der Campingplätze im Ort Wanla, zu dem, der direkt am wasserreichen Fluß Yaopola liegt.  

8.Tag (Sa, 12.7.): Wanla (3235 m) ca. 7 Std. 800 HM
Gemütlich wandern wir unterhalb der Wanla Gompa (wie Alchi aus 11.Jhr, erbaut von  Tschu Tschik Schal) aus Wanla heraus, links vorbei an einer Holzschnitz-Schule, der wir einen kurzen Besuch abstatten: der Verkaufsraum ist groß und hell, die Werkstatt selbst mehr als schummrig, rechts am Dorfrand eine Schule, es folgen Bauernhäuser, eher wohlhabend.

Wir wandern entlang des Flusses (Ripchar Nala) bis wir zu einem kleinen Dorf (Panjila 3300 m) kommen. Hier trinken wir Tee, kaufen gestrickte Mützen und Babysocken.

Es beginnt zu regnen und es wird den ganzen Tag weiter regnen. Die Teerstraße geht in eine neu planierte Erdstraße über. Das Tal wird weiter und wir verlassen die Straße und  queren hinunter zu den bewässerte Wiesen und Äckern seitlich des Flusses. Wir streifen durch regennasse Sträucher und Zweige und stellen uns kurz unter, z.B. in einer kleinen Kornmühle. Dann gehen wir in und durch eine enge Schlucht (erneute Flussdurchquerungen) um dann wenig später, oberhalb der Schlucht, wieder etwas mühsam über Geröll zurück auf die Straße hoch zu „krabbeln.  

Wir gelangen anschließend zu dem im Felsen gelegenen Dorf Hinju 3720 m. Weil es so stark regnet, dürfen wir zwei Stunde in einem Wohn-/Guesthouse? verweilen. 

Dann wandern wir, noch immer im Nieselregen weiter. Ein Bagger schaufelt die neue Trasse aus dem Hang und kippt den Abraum einfach talwärts. Beim nächsten großen Regen ist u.E. die Gefahr groß, dass der Hang abrutscht. Wer weiß ob die Täler in Ladakh und Zanskar nicht sämtlich innerhalb dern nächsten Jahre mit fahrbaren Straßen und Stromleitungen „erschlossen“ sein werden, mit Radiomusik und allem was dazu gehört. Coca Cola, bislang mit Ponies transportiert, gibt es schon fast überall zu kaufen. Was sollen die Steinbock-Gehörne an den Ortsrändern dann noch beschützen? 

Auf immer schmaler werden Pfaden gelangten wir zu unserem Zeltlager auf knapp 4000m (Sumdo Phu) nördlich unterhalb des Konzke La (4950 m).  

9.Tag (So, 13.7.): Konzke La 4950 m ca. 6 Std. 1000 HM
Ich hatte auch in dieser Nacht nicht sonderlich gut geschlafen, noch immer phasenweise Cheyne-Stokes-Atmung. Der Senior in unser Gruppe ist wie immer einer der ersten beim Aufstehen und rasiert sich mit Hilfe eines kleinen Handspiegels.

In der Früh starten wir gemütlich auf 3850 m und gehen leicht ansteigend bergwärts. Wegen der anstehenden 1000 Hm hatte uns Dhon dazu geraten, möglichst nur das allernot­wendigste in den Tagesrucksack zu packen, was wir denn auch taten, z.B. indem wir die für den Tag mitgegebene Brotzeit in eine Plastiktüte umpackten und die Blechschachtel der Küchenmannschaft zurückgaben. Bereits nach 2 Stunden wird es etwas steiler. Wir werden von den Pferden einer anderen Gruppe (3 Frauen, eine massiv kurzatmig) überholt und kommen in größere Höhen, die Felder und Vegetation am Wegrand werden karger. Über eine Zwischensattel erreichen wir schließlich den Konzke La, der mit 4950m höher ist als der Mont Blanc (4810 m). Wir haben uns eine Pause verdient.

Die Aussicht reicht weit ins Zanskar Gebirge und in die vergletscherten, weißen Berge von Stock hinein., Wie auf allen Pässen, so wehen auch hier Gebetsfahnen. Der sanft abfallende Abstieg vom Pass führt über grüne Hochalmen, vorbei an Schaf-, Ziegen- und Yakherden und Hirtenhütten, die – im Vergleich zu unseren Almen aus ganz erbärmlichen Steinhäufen bestehen. Vermutlich sind es keine reinrassigen Yaks, sondern Dzo, die sind angeblich nicht ganz so störrisch wie die reinrassigen Yaks. Aber ausgewachsen und zottelig sind auch diese respekteinflößend. (Zum Glück fressen sie lieber Gras als Fotografen.) 

Wir sehen eine Eselin mit ihrem erst wenige Stunden alten „Kind“. Wir campen auf 4225 m (Changlung Do - Sumdo Phu?) und, welch Überraschung, der Koch hat einen Geburtstags-Kuchen für einen von uns gebacken. Zur Feier des Tages gibt es eine Zigarre.  

10.Tag (Mo, 14.7.): Über Sumda Chenmo hinunter bis auf 3750 m und dann wieder hoch auf 4200 m zu den Bergkristallen
Abmarsch 8:00 Uhr bei 4190 m. Heute schlendern wir zuerst  insgesamt 520 Hm talwärts und kommen bei einem wunderschönen Dorf inmitten satter Wiesen vorbei Sumda Chenmo. Schlosser, die wir – wie in unserem Reisejournal angekündigt - bei der Arbeit hätten bewundern können, sahen wir keine, dafür machten wir aber eine lange gemütliche Pause unter einem Parachute-„Zelt“ und gehen ein paar Meter hoch zu einer kleinen Gompa. Auch diese hat Buddha /Boddhisatva-Statuen und mehrere farbenprächtige Wandbemalungen.

Hier treffen wir Österreicher aus Graz, die von Lamayuru aus direkt nach Wanla gegangen waren und jetzt wie wir weiter nach Südosten ziehen um über das Markha Valley ebenfalls auf den Kang Yatze wollen. Ein Teil von uns besichtigte die ein Stück oben am Hang gelene Gompa.

Von hier würde der Weg über den 5300 m hohen Stakspi La nach Alchi ins Industal führen.   

Dann ging es weiter hinunter bis zu einem Bachgrund, zu einer Wiese umgeben von Wei­den und Steinmauern - wo wir eine Pause machen (tiefster Punkt des Tages: 3745 m).

Anschließend knapp 500 m steil berauf – was schon nicht mehr so schwer fällt wie die An­stiege in den vergangenen Tage – hinauf zu auf einen schönen Lagerplatz, dem Basisla­ger für unseren morgigen Pass, dem 4800 m hohen Dunduchen-La. Hier gelangen wir ge­gen 14:30 Uhr an. Schnell – wir haben jetzt schon Routine – sind die Zelte aufgebaut und  gleich schwärmen einige aus um Bergkristalle zu suchen. Ulrich und Bertram werden fün­dig. Es sind zwar keine ganz glasklaren Kristalle, aber trotzdem ist die Freude darüber groß. Hirten kommen zu Besuch. Ihre Gesichter sind wettergegerbt. Das Alter ist schwer zu schätzen. Einer beherrscht das Aufspindeln von Wolle – während des Gehens und kann ohne Brille in Ladakhi geschrieben Wörter aus meinem Büchlein: „First Stepps in Ladakhi“ vorlesen. 

Ein weiteres Ausflugsziel sind zwei Hirtenhäuser, die ein Stück oberhalb des Lagerplatzes auf einer Hochfläche stehen. Hier gibt es kleine Dzo-Kälbchen und zwei geschäftstüchtige Hirten. Einer davon führt vor, wie man mit einem zierlichen Hämmerchen Kupferblech so klopfen und bearbeiten kann, dass daraus z.B. kleine Schellen gemacht werden können. Ich kaufe mir 5 Glöcken am Schnürl und binde sie an meinen Wimpel, den ich schon die ganze Zeit mittrage. Auf dem Lagerplatz spielt sich ein Pferde-Huf-Beschlag Schauspiel ab. Das Pony wird an den Fesseln gefesselt, flachgelegt, alle Mann halten, erst jetzt kann das Huf mit einem neuen Eisen beschlagen werden.

Dhon meint, die Einheimischen würden meinen Wimpel eher lächerlich finden, aber die die her­kamen und ihn sich aus der Nähe betrachteten, lasen die darauf geschriebenen Mantras („om mani padme hum – oh du Kleinod in der Lotusblüte“ – oder das bei den Ladakhi und Tibetern geläufigere „om tare tutare tare soha“, der Tara, der Mutter aller Buddhas und Bodhisattvas, der Befreierin und Retterin, der weiblichen Verkörperung des Mitgefühls)und blickten eher freundlich drein. 


11.Tag (Di, 15.7.): 7. Trekking Tag vom Bergkristal-Platz auf den Dudunchen La und einen langen Weg hinunter nach Chilling - ca. 500 Hm hoch und 1600 Hm runter
Insgesamt ein landschaftlich sehr schöner und gruppendynamisch weitgehend harmonisch verlaufender Tag. Bei den Hirtenhäusern oberhalb des Lagers werden wir schon erwartet:  die beiden Ladakhis, die uns gestern schon am Lagerplatz besucht hatten, haben auf einer Decke ihre Waren zum Verkauf ausgebreitet: Bergkristalle, Gebetsschnüre, Türkis- und La­pislazuli-Ketten, verschiedne Gegenstände aus Messing (Armreifen, Susanne Kaiser kauft sich vier kleine Glöckchen auf einem roten Bändel; wenig später verliert sie sie, da das Bändel nur eine Wollschnur war). Ich kaufe mir zwei kleine Messing-Klang-Schalen, die an den Enden einer Lederschnur befestigt sind und bei zeremoniellen Anlässen gegenein­ander geschlagen werden (450 Rupien) und 3 Bergkristalle (150 Rupien).

Nach kurzem (Starthöhe 4050 m) und von Horst Kaluza bewusst mit schnellerem Tempo geführten Anstieg stehen wir bereits auf unserem nächsten Pass. Dunduchen La, - 4850 m. Auch hier flattern wieder die Gebetsfahnen. Tief unten schlängelt sich der Zanskar-Fluss ostwärts ins Industal, hin zu der Stelle, wo wir auf der Herfahrt gehalten hatten, wo er in den Indus mündet. Vom Pass und noch besser von den Erhebungen links und rechts, die einige von uns erklimmen, bietet sich ein herrlicher Blick ins Stockgebirge, über die Transhimalaya-Kette und die Zanskarkette. Weit im Süden ist unser hohes Ziel, der Kang Yatze, zu sehen, den wir in 6 Tagen erreichen werden. 

Blick zurück auf den Konzke La (auf dem wir erst zwei Tage zuvor waren)  

Der Abstieg vom Pass ist stellenweise etwas steil und erfordert gute Konzentration. Die Ab­stände zwischen uns vergrößern sich. Erst an einem Bach, dessen Gumpen zum Bade ein­laden, treffen wird wieder zusammen. Jetzt gibt Holzbrücken über den Bach und mehrer Chörten kündigen an, das bald eine Ortschaft kommen wird. Und tatsächlich, nach mehr als 4 Stunden (nach unserer Rast auf der Südseite des Passes) erreichen wir Chilling (3180m), wo wir in einem von Steinmauern umgebenen, baumbestandenen Grund unsere Zelte aufgeschlagen vorfinden. Auch ein Begrüßungstee (samt Keksen) steht schon bereit, auf einem langen schmalen Tisch im Freien unter den Bäumen.

Rasch wird das Umfeld erkundet, es gibt weitere Zeltplätze in der Nachbarschaft, mit anderen Touristen, es gibt eine Straßenbrücke neben dem Zanskar und daneben eine Kombination aus Restaurant und Kaufladen. Unterhalb unseres Zeltplatzes ist eine Bretterhütte mit einem verschlossener Raum, der als Medical Aid Center dienen soll (?) und daneben ein Parachute-Zelt einer Fraueninitiative, in der man Getränke bekäme und wo abends laute Musik gespielt werden wird. Auch für Dhon und seine Mannschaft. (Reichlich angeschwippst wird er danach nachhause geführt. Aber zunächst , um 19 Uhr gibt es Abendessen, vorneweg eine Gemüsesuppe – mit Popcorn, dann mehrere Tabletts diverser vegetarischer Gerichte (z.B. mit Kirchererbsenmehl panierten Blumenkohl) und wie immer auch eine Schale mit Dal, zum Nachtisch diesmal Ananas-Scheiben.

12.Tag (Mi, 16.7.): Rasttag:
Chilling ist im ganzen Land wegen seiner hervorragenden Metallhandwerker bekannt! Zur Zeit des Königreiches wurden hier vom König Handwerker aus Nepal angesiedelt, Gold- und Kupferschmiede („ser-gar“, die mit Gold arbeiten). Noch heute kann man sie  beim Herstellen kunstvoller Gebrauchsgegenstände (Teekessel, Changkrüge etc. ) beobachten.

Nach dem Frühstück macht jeder was er gerne möchte, geht waschen zum Fluss, sich und seine Wäsche. Und am Nachmittag statten wir dem Ort (Schule, Gompa) einen Besuch ab. Die Ankündigung, wir würden von „Freund Ziring“ in sein Haus eingeladen, würden dort, die Gastfreundschaft der Ladakhis bei Chang und Buttertee verbringen, lässt sich zwar nicht realisieren, aber immerhin durften wir uns frische Aprikosen vom Baum pflücken.   

13.Tag (Do, 17.7. Trekking Tag 9): Chilling – Markha Valley Skiu  ca. 4 Std. 600 HM
Unsere Begleitmannschaft baut unsere Zelte ab und bringt alle Utensilien zum Fluss. Denn heute steht ein besonderes Abenteuer am Programm. Wir müssen mit einer Schwebeseil­bahn den reißenden Zanskar überqueren.

Auf der anderen Seite wandern wir das Zanskartal noch ein Stück flussaufwärts und über einen kleinen Pass hinweg bis zu der Stelle, wo der Markha-Fluss in den Zanskar mündet.

Wir wandern soweit oberhalb des Markha-Flusses, dass wir das Tal weit hinauf schauen können. Das Markha–Valley wird etwas breiter, wir machen eine Pause bei einem Teezelt, wo uns eine Ladakhi-Frau das Spinnen von Wolle vorführt. Sie verkaufen neben den übli­chen „Zivilisationsgetränken“ auch Tee, Tschampa, Rotdorn-Marmelade etc. Schließlich gelangen wir zu zwei typischen Ladakhi Dörfer mit kleinen Gompas (Skaya & Skiu 3470m), wo sich folgende Schild fand – leider haben wir keinen Schneeleoparden gesehen.  

Der Rastplatz ist außerhalb des Ortes und stinkt stark nach Pferdepisse – sodass die Hinweisschilder, man möge doch nicht innerhalb der Zeltplatzes pinkeln irgendwie unpassend sind. Es sind auch noch andere Gruppen da (die Grazer – s.o., und eine franz. Familie).

Wir waschen uns im kalten Fluß. Die im Dorf angebotene Alternative einer kostenpflichtigen Solar-Dusche nutzt niemand von uns. Abends statten wir der Gompa einen Besuch ab, während der Assistent-Cook den undicht gewordenen Kerosin-Kocher beim Dorfschmid löten lässt. Und wir sehen Frauen bei der Verarbeitung von Schafwolle zu.

14.Tag (Fr, 18.7.): Skiu (3400 m) – Markha (3780 m) ca. 7 Std. 380 HM
Durch ein breites Tal wandern wir gemütlich talaufwärts.  

Chörten kündigen an, dass es nicht mehr weit ist bis zum nächsten Ort (Markha). Aber an diesem Tag kommt es uns allen lange vor, obwohl wir nur inklusive der Zwischensteigungen nur insgesamt 445 Höhenmeter ansteigen. Aber der Weg zieht sich und es ist heiß.

Zu Mittag kommen wir bei einer Quelle mit Heilwasser vorbei, wo wir ausgiebig rasten. Wir verzehren unser Lunchpaket, u.a. gekochte Kartoffeln und Eier. Jetzt beginnt ein langer Weg vorbei an grünen Gerstenfeldern, an verlassen Meditations-Felsen-Höhlen, über eine weitere Brücken. Abschließend gibt es noch eine Flussquerung durch das mehr als kniehohe Wasser des Markha-Flusses. Am frühen Nachmittag kommen wir zu unserem wunderschön gelegenen Lagerplatz auf 3780 m, der ganz dicht am breiten Flussbett gelegen ist. Es gibt nur einen schmalen Grünstreifen, was bedeutet, dass die Ponies ganz dicht bei unseren Zelten grasen und sich eine Dreck um Zeltschnüre kümmern. Im hohen Bogen werden die Heringe ausgerissen – und meist nicht wiedergefunden. Oberhalb gibt es Ladakhi-Häuser mit Getränken.

15.Tag (Sa, 19.7.): Markha (3780 m)– Thachungtse (4235 m) ca. 4 Std. 700 HM
Zuerst wandern seitlich an Markha vorbei und gelangen bald wieder in ein kleines Dorf in der Nähe. Durch ein breites Tal geht es vorbei an einer imposanten Felsnadel.

Hier müssen wir wieder zwei Bäche queren und kommen bei einer verlassenen Burgruine vorbei. Wir machen einen Besuch bei den Eltern von Kaghi (oder Jigme?)  in einem der letzten Häuser von Hangkar. Hier gibt es Berührungspunkte mit asiatischer Medizin: Pulsdiagnostik. Die Frau des Hauses sammelt Geld für ein Kinderhilfsprojekt. Wir staunen über die vielen kunstvoll verzierten Gegenstände, Kessel und üben uns im Gebetsmühlen-Mahlen

Wir haben Blick auf den Kang Yatse und gehen über einen engen Pass zu unserem ersten Hochlager auf ca 4900 m.  

16.Tag (So, 20.7. Trekking Tag 12): Vom Hochlager Thachungtse zum Hochlager unterhalb des Kang Yatze auf 5150 m ca. 3 Std. 500 HM
Nach kurzem Anstieg kommen wir auf eine Passhöhe und haben bei einen kleinem See einen überwältigenden Ausblick auf unseren Berg. Nach kurzer Rast gehen wir gemütlich zu unseren Basislager auf etwas über 5000 m; es wird anstrengend werden auf dieser Höhe einen Anstieg von mehr als 1000 m zu machen) und beziehen die Zelte. Die Österreicher aus Graz waren an diesem Tag oben, hatten aber keine gute Sicht. Einige von uns steigen ein paar Meter nach oben, um sich schon mal aus der Nähe die Anstiegsroute anzusehen. Dabei stoßen wir auf Steinhühner (Churka-Hühner), die aufgeregt davonstieben.

Wir feiern noch etwas den Geburtstag von Horst und gehen früh ins Bett, den kurz nach Mitternacht soll der Aufbruch zum Kang Yatze erfolgen.

17.Tag (Mo, 21.7): Besteigung Kang Yatze 6249 m ca. 8 Std. 1200 HM
In der Nacht gehen wir Bergsteiger bereits los. Über eine Gletschermoräne und einem Grat kommen wir zum Gletscher. Hier wird angeseilt, die Steigeisen montiert und nach ca. 4 Stunden stehen wir am Gipfel. Ein überwältigender Blick bis hin zum K 2, Broad Peak und den Gusherbrums überwältigt uns. Der Tiefblick auf die gesamte Transhimalaya-Kette  lässt uns überglücklich absteigen. Am Hochlager erwarten uns die Wanderer und beglückwün­schen uns zum Gipfelsieg. Am Nachmittag Wechsel nach Niamling und wird bereits aus­giebig bei Gothfather oder Kingfisher (Bier) gefeiert. So stand es im Hand-Out.
Für alle die auf den Gipfel oder zumindest bis zum Einstieg auf den Gletscher mitwollen, war Wecken um 24 Uhr und Abmarsch um 1:00 nachts. Mit Stirnlampen ziehen wir die Moräne hoch. Dhon vorne weg in einem Tempo, der die meisten von uns überfordert. Einer, der hat schon die Stunden zuvor im Zelt immer wieder hatte husten müssen, wird zunehmend dyspnoisch und gibt auf. Er wird von Lhagyal nach unten begleitet. Am Anseilpunkt empfiehlt Horst dem immer wieder trittunsicher wirkenden (bis stark schwankenden) Senior in unser Gruppe umzukehren, desgleichen tun – in Begleitung von Horst auch noch zwei andere. Dhon nimmt den verbliebenen Rest von drei Männern und einer Frau ans Seil. In direkter Anstiegslinie (ohne eine Serpentine) und in einem Tempo, dass mir zu schnell ist, marschiert Dhon los, solange bis er merkt, dass ich nicht mehr nachkomme, einen Stopp einlegen und sich verschnaufen muss. So wird es für den Rest eine eher gemütliche aber auch zeitraubende Angelegenheit. An einem dieser Stopps, gegen 6:30 Uhr, entgleitet mir meine Kamera (Sony Cybershot), rutscht den ganzen Gletscher hinunter und ward nicht mehr gesehen (und auch bei einer Suche nach Beendigung der Tour nicht mehr gefunden.

Zweimal steht es Spitz auf Knopf, dass ich aufgeben muss, aber Dhon will weiter und so sind schließlich alle gegen 13:00 Uhr überglücklich am Gipfel auf 6249 m (laut GPS-Gerät; es handelt sich um den Vorgipfel des Kang Yatze, der Gipfel selbst ist zwar nur ca 250 m höher, aber wesentlich schwieriger (und das permit auch wesentlich teurer). Dhon singt ein Mantra, steckt ein Papier mit Text zwischen die Gipfelsteine und befestigt eine Gebetsfahne, ich pflanze meinen Wimpel in den Schnee, es werden die obligaten Gipfelfotos gemacht, alle freuen sich.  

Die Steigung lag, wie man an den Bildern sehen kann,  deutlich über 20, meist um die 30 Grad. Vor uns war eine 4-er-Gruppe (zwei Frauen mit je einem Guide), die eine Anstiegsroute weiter rechts (rechts von Schneebrett und Wächte) gewählt hatten.  

Nach Abstieg und einer Ruhepause ging es am Nachmittag dann weiter ins Lager „Niamling“- ca 400 m unterhalb des 5150 Kongmaru La, der dann für den nächsten Tag anstand.  

Hier wohnen Hirten, die sich um große Ziegenherden kümmern. Aus der Wolle, die von Bauch und Kehle dieser Ziegen gewonnen wird, wird die besonders feine Pashmina-Wolle gewonnen, die dann nach Delhi transportiert und dort zu z.B. Schals verarbeitet wird. 

Jetender Lhagyal Kaji Jigme
Da der Abschied naht zeichnet eine von uns schon mal Dankesbilder. Das Trinkgeld für die Mannschaft wird nach einem Modus aufgeteilt, der erst nach längerer Diskussion gefunden wurde.
 

18.Tag (Di, 22.7. – 14.ter und letzter Trekkingtag): von Niamling über den Kongmaru La 5150m hinunter in Richtung Industal ca 350 HM Aufstieg, viele Höhenmeter bergab
Nach kurzem Anstieg stehen wir bereits auf unserem letzten Pass. Hier haben wir noch einmal einen herrlichen Ausblick auf unseren Kang Yatze, die Stockberge und andere Gipfel. In Richtung Osten liegt die Bergwelt Tibet vor uns. Wir verweilen noch einen Moment und wandern dann etliche Stunden durch einen beeindruckende Schlucht und wunderschö­nen Felsformationen talwärts bis zum Dorf Chugdo (3700 m oder etwas tiefer), wo wir die Mannschaft verabschieden, wo sämtliches Gepäck auf einen Lastwagen verstaut wird und wir mit zwei Jeeps Richtung Leh fahren. Die Mannschaft des einen Jeeps besucht noch das beeindruckende Kloster Thikse, die Mannschaft des anderen anderen Jeeps holt dies am nächsten Tag nach.  

Blick nach Osten (Richtung Tibet) in das Tal, in das wir absteigen.


19.Tag (Mi, 23.7.): Leh Rasttag – Shopping – Kloster Thikse
Der Tag steht zur freien Verfügung. Ulrich und Horst gönnen sich eine Ganzkörpermassage, die meisten Männer lassen sich den Bart rasieren, nahezu alle sind noch auf der Jagd nach Geschenken (Gebetsschnüre und - Mühlen, Klangschalen, Halsketten, Massagebälle). Ich gehöre zu der Gruppe, die sich am Nachmittag ein Taxi mietet und sich ins Kloster Thikse fahren läßt, das die anderen schon am Vorabend angeschaut hatten und von dem man einen sehr schönen Blick ins Industal und auf die gegenübliegenden Stockberge hat.

Gemeinsames Abschiedsessen im Mandala-Hotel in Leh mit der Biker Gruppe. Auch bei ihnen hat alles geklappt, keine Stürze, keine ernsten Erkrankungen. Heute hat wieder einer von uns Geburtstag. Natürlich gibt es wieder eine Torte. Dhon singt dem Geburtstagskind und uns allen zu Ehren ein tibetisches Lid. Dhon’s Bruder ist da. Er hat seine selber gefertigte Manisteine (om mani padme hum) dabei sowie ein paar von ihm selbst gemalte Bilder, die er gerne verkauft hätte. 

20.Tag (Do, 24.7.): Rückflug von Leh nach Delhi – mit Bus nach Agra – Taj Mahal
Ein Inland-Flugzeug und bringt uns über die Transhimalayakette, vorbei an K2, Broad Peak, Nanga Parbat wieder zurück nach Delhi.

Als wir den klimatisierten Flughafen in Delhi verlassen erschlägt uns fast die uns entgegen kommende feucht-schwüler Hitze. Zwar erwartet uns ein klimatisierter Autobus, der uns nach Agra bringen wird, aber bis wir diesen mit unserem Gepäck erreichen, sind wir nass­geschwitzt. Wer bis jetzt noch nicht klatschnass ist, ist es nach einem erneute Weg durchs Verkehrsgewühl zurück zum Flughafen zum Geldwechsel. 

Unterwegs sehen wir Hunderte von Menschen, die Wasser aus einem der heiligen Flüsse geschöpft haben und – festlich geschmückt – zurück in ihr Dorf tragen. In Agra lebend an­gekommen – was bei der Geisterbahnfahrweise auf Indiens sog. Autobahnen nicht selbstverständlich war - checken wir in einem von außen sehr nobel aussenden Hotel ein und starten gleich wieder los, um im besten Licht vor Sonnenuntergang den Taj Mahal anzuschauen und durch das ihn umgebende weitläufige Parkgelände zu schlendern. Shah Jahan ließ es im Gedenken an seine Ehefrau Mumtaz Mahal erbauen. Künstler und Handwerker aus ganz Asien schufen hier eines der schönsten Denkmäler der Menschheitsgeschichte. Beeindruckt von diesem genießen wir den Abend bei einem sehr guten Essen im Hotel - u.a. gab es ganz leckeres Palak Paneer (Spinat und Käse).

Der Erbauer des (marmor-weißen) Taj Mahal wollte auf der anderen Seite des Flusses ein (schwarzes) Mausoleum für sich selbst erreichten. Nachdem bereits das Taj Mahal das Mogulreich finanziell ruinierte, wurde er kurzerhand von seinem Sohn gestürzt und eingesperrt. Er verbrachte die restlichen 14 Jahre seines Lebens in einem Fort, allerdings mit Blick auf den Taj Mahal. Dieses Fort schauten wir uns dann am anderen Tag an. 

21.Tag (Fr, 25.7.): Agra - Mogulpläste – Alt Delhi
Der zweite Tag begann mit einer Besichtigung des Roten Fort (16. Jhdt  Das massive und riesengroße „Rote Fort“ wurde unter Kaiser Akbar 1565 begonnen und von Shah Jahan vollendet, der schließlich selbst seinen Lebensabend als Gefangener im Fort verbrachte. 

Anschließend besichtigten wir eine Marmor-Intarsien-Manufaktur, in der angeblich noch immer in Handarbeit und von den Nachfahren jener Handwerker, die schon bei der Erbau­ung des Taj Mahal mitgewirkt hatten, Vertiefungen in den Marmor geritzt werden in die dann Halbedelsteine eingearbeitet und mit einem besonderen Kitte eingeklebt werden. Natürlich  wurden wir auch in die Verkaufs-Ausstellungs-Räume geführt. Nach einigem Zögern wurde doch das eine oder andere Objekt gekauft, von kleinen Teller bis zu ganzen Elefanten.  

Die ca 200 km weite Rückfahrt nach Delhi dauerte viele Stunden. Der Verkehr wurde immer dichter und chaotischer, je näher wir an Delhi herankamen.  

Das für den Nachmittag und Abend geplante Programm musste abgespeckt werden bis auf eine Busfahrt durch das Regierungsviertel und einen Besuch eines Sikk-Tempels.

Gerne verzichteten die meisten auf die Besichtigung der Fabrikationsstätten der Pashmina-Stoffe, da zu befürchten war, dass wir wieder zu Käufen genötigt würden. Abschließend gab es ein Abendessen in einem Turmlokal. 

22. Tag Heimflug
Gegen Mitternacht warteten wir dann wieder im (internationalen) Flughafen von Delhi auf den Einlass in den Flieger nach Wien. Dieser kam gegen 6 Uhr morgens an. Die, die knapp anberaumte Anschlussflüge hatten, verabschiedeten sich schon im Flugzeug, die Gruppe der „Salzburger“ hatte in Wien noch Zeit für einen kurzen Stadtbummel.  

Jetender, indischer Koch (Hindi-speaking), seine Kochkünste, Helfer und Gerätschaften.

Täglich rohen Knoblauch und Ingwer - gegen Infekt und Durchfallerkrankung. Das morgensliche Porridge war nicht jedermanns Sache. Zur Gemüsesuppe gab es Puffreis. Die abendliche Gemüsesuppe mochten alle gern. Die Kichererbsen­mehl-Panade des Gemüses (soweit vorhanden, meist gab es Blumenkohl) war gar nicht fett. Als der Kräutertee alle war, gabs nur mehr Ingwer-Tee.

Literaturliste Ladakh Zanskar (Stand 2008)

Ladakh. Innenansicht eines Landes by Dargyay, Eva K.; Ulrich Gruber, Eugen Diederichs Verlag, 1.Aufl. 1980, Köln, Düsseldorf; ISBN 3-424 00689-0  (sehr kenntnisreiche historische und religionswissenschaftliche Schilderung von buddhistischen Klöstern der Region und Landesentwicklung) 

Das Tibetische Buch der Toten, die erste Originalübertragung aus dem Tibetischen; Hg: Dargyay, Eva K. in Zusammenarbeit mit Geshe Lobsang Dargyay, 1977, Otto Wilhelm Barth Verlag, Bern, München, 8.Aufl. 1998 

Reiseführer Natur, Nepal, Sikkim und Bhutan; Gruber, Ulrich; BLV München, 1995, ISBN 3-405-14583-X (u.a. Schilderung von Pflanzen und Tieren, die auch in Ladakh anzutreffen sind) 

Am Thron der Götter. Abenteuerliche Reisen im Hindukusch und Himalaya , Helmut Uhlig; Bertelsmann Verlag, München, 1978, ISBN 3-570-01953-5  

Bildbände:

Dieter Glogowski, Albrecht Haag: Buddhistische Ansichten, Bruckmann Verlag, München, 2002 (Nachauflage 2006), ISBN 3-7654-4486-3 

Reiseführer:

Jutta Mattausch: Ladakh und Zanskar, Reise Know-How Verlag Peter Rump, 5.Aufl. 2005

Charly Loram: Trekking in Ladakh (includes Leh, Manali & Delhi), 3rd edtion 2004, ISBN 978-1-873756-75-1, Trailblazer Publications, Surrey, UK (170 Seiten allgemeine Informationen, 100 Seiten detaillierte Beschreibung einzelner Treks – mit Wege-Skizzen) 

Reisebericht:

Ladakh, Trekking im indischen Himalaya, Markus Borr und Heike Hoppstädter-Borr, ISBN 978-3-8334-9845-9, 2007, www.hb-travelreports.de 

Sprachführer

Kauderwelsch: Tibetisch Wort für Wort

Kauderwelsch (Band 112): Urdu Wort für Wort (für Pakistan und Indien)

Say it in Hindi (Dover „say it“ Series  0-486-23959-4)

Hindi & Urdu – Rough Guide Phrasebook (Lexus, www.roughguides.com)

"Getting Started in Ladakhi - A Phrasebook for Learning Ladakhi", Melong Publications of Ladakh, Leh, 2001, Rebecca Norman

CD und DVD

DVD: Samsara – Geist und Leidenschaft, ein Film von Pan Nalin, 2001, deutsch / tibetisch, www.arthaus.de, Bst.-Nr. 500468, EAN 4006680026817 (Nach dreijähriger Meditation in völliger Abgeschiedenheit wird der junge Lama Tashi von seinem alten Lehrmeister Apo wieder zurück ins Kloster geholt. Doch anstatt sich weiterhin geistlichen Themen zu widmen, entdeckt Tashi mit einem Mal die Freuden erotischer Gelüste. Die bildschöne Bauerstochter Pema verwirrt ihm so heftig den Kopf, dass er beschließt, dem Mönchsleben gänzlich den Rücken zu kehren. Tashi verlässt das Kloster, um Pema zu heiraten. Doch das ungewohnte Dorfleben fordert seinen Tribut. Als angesehener Landbesitzer und Familienvater mag Tashi sich jetzt nur noch ungern an seine früheren Prinzipien erinnern. ....) 

CD – Aussprache Trainer, Kauderwelsch, Urdu – Wort für Wort

6 CD, Lutz Riedel liest: Dalai Lama, Die Weisheit des Verzeichens, ISBN 3-7857-3057-8

Kartenmaterial:

Stanfords (www.stanfords.co.uk)

Ladakh-Zanskar, North / Center / South, je14.95 engl.Pfund, 1:150 000, GPS compatible, Editions Olizane, Genf, www.olizane.ch (Stand 2005)

Nelles Maps, India North 1:500 000 mit Special Maps Ladakh/Zanskar und City Maps von Agra, Delhi und Srinagar (Nelles Maps 3865740375) 10.95 US-Dollars

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