Kirgistan 2016

 

 

Quelle der Grafik: https://en.wikipedia.org/wiki/Kyrgyzstan

09.07.16 - 23.07.16

Bericht über eine Hauser-Gruppenreise nach Kirgistan (Кыргызстан):
Steppen, Seen und Nomaden  - Wandern im Himmelsgebirge

http://www.hauser-exkursionen.de/reisedetails/reise/kirgistan-steppen-seen-und-nomaden-wandern-im-himmelsgebirge-2016/detail/

  

Kirgistan selbst ist ein relativ junger Staat, der im Rahmen der Auflösung der Sowjetunion am 31. August 1991 seine Unabhängigkeit erklärte. Die wirtschaftliche Entwicklung in dem von ca. 6 Millionen Menschen bewohnten Land verläuft langsam. Es gehört zu den ärmsten der ehemaligen Sowjetrepubliken.


Die Landschaft ist gebirgig und wird im Süden vom
Tien Shan dominiert. Es existieren viele Gipfel, Gletscher und Hochgebirgsseen. Kirgisistan lag an der berühmten Seidenstraße und die Zeugnisse der Vergangenheit finden sich an zahlreichen Orten wie Karakol oder der Karawanserei von Tash Rabat.

Die nomadische Tradition spiegelt sich im Gebrauch des Pferdes und der Jurte wider. Letztere ist in der Nationalflagge verewigt, hier wird das Gestänge einer Jurte im Firstbereich um den Rauchabzug (Tündük) dargestellt.  Bzgl. ersterem sei auf Reiterspiele hingewiesen, die in kleinem aber auch in großem Rahmen stattfinden: kok-boru. Ein weiteres bekanntes Reiter-Spiel ist Kyz Kumai(hol das Mädchen ein). Hierbei treten ein lediger junger Mann und eine ledige junge Frau gegeneinander an. Gewinnt der Mann, darf er die Frau küssen (ursprünglich heiraten), gewinnt die Frau darf sie ihn auf dem Rückritt mit der Peitsche schlagen.


Die Strahlen im Kreis stellen 40 mythische Krieger (Manas-Epos) bzw. die vierzig verschiedenen kirgisischen Stämme dar, die sich unter Manas vereinigt haben. Der Held Manas soll in den Ala-Too-Bergen in der Region Talas in im Nordwesten von Kirgisistan geboren worden sein.


Das Manas-Epos(Epic of Manas - kyrgiz: Манас дастаны) handelt von dem Kampf des mythischen kirgisischen Volkshelden Manas und seiner Gefährten und Nachkommen im 9. Jahrhundert gegen die Uiguren und ist das wichtigste Werk der klassischen kirgisischen Literatur. Das Werk umfasst fast 500.000 Verse und ist damit zwanzig Mal so lang wie  Homers Odyssee und Ilias zusammen. Über viele Generationen nur mündlich von Manastschis, hoch angesehenen, den türkischen Aşıklar bzw. den usbekischen "halpa" ähnlichen Volkssängern in melodischem Redegesang überliefert, wurde das Epos erst 1885 schriftlich niedergelegt. Zusammen mit den Epen über seine beiden Söhne Semetey und Seytek wurde Manas als "Kirgische Epos-Trilogie" 2013 in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNESCO aufgenommen.

 

Himmelsgebirge - Der TienShan ist ein bis zur Höhe von 7439 m aufragendes Hochgebirge in Zentralasien, das sich über das Staatsgebiet von China, Kasachstan, Kirgistan, Usbekistan und Tadschikistan erstreckt, liegt westlich und nördlich des Tarimbeckens, östlich der Kysylkum, südöstlich der Kasachischen Schwelle und südlich des Hochbeckens von Dsungaristan.

Am 21. Juni 2013 wurden Teile des Gebirges in Xinjiang zum UNESCO-Weltnaturerbe ausgerufen. Der Name des Gebirges kommt vom chinesischen 天山 tiān shān „Himmlische Berge“ (kirgisisch Тян Шан/Tjan Schan). Im Uigurischen heißt das Gebirge تەڭرىتاغ Təngritaƣ/Täŋritağ „Gottes Berg“. Im Englischen ist der Name „Celestial Mountains“ gebräuchlich, im Russischen ist es auch als Tjan Schan (Тянь Шань) bekannt. Im Südwesten schließt sich, getrennt durch das Ferghanatal, die langgestreckte Gebirgskette des Alai an. Der Tian Shan verläuft von den früheren Sowjetrepubliken Tadschikistan, Usbekistan und Kirgisistan im Wesentlichen in West-Ost-Richtung bis weit nach China hinein, wo er in den Ebenen der Wüste Gobi endet. Der Tian Shan ist rund 2450 km lang, etwa 400 km breit und bedeckt zirka 1.036.000 km² Fläche, davon 6 % Permafrostboden und 1 % Gletscher. Die höchsten Berge des Tian Shan sind Dschengisch Tschokusu (kirgis. Жеңиш Чокусу; chines. Tomur Feng 托木尔峰; russ. Пик Победы/Pik Pobedy – „Gipfel des Sieges“) mit 7439 m und Khan Tengri (russ. Хан Тенгры – „Herr der Geister“) mit 7010 m. Im weitverzweigten Firnbecken zwischen diesen beiden Bergen hat auch der Südliche Inyltschek-Gletscher, mit einer Länge von 60 Kilometern einer der größten außerpolaren Talgletscher der Welt, seinen Ursprung.

Zwischen den Bergketten des Kungej-Alatau und des Terskej-Alatau liegt auf kirgisischem Staatsgebiet auf 1609 m Höhe der Hochgebirgssee Yssykköl. Als wichtige Flüsse entspringen im TienShan unter anderem der Ili, der Syrdarja und der Tarim mit seinen Zuflüssen Konqi und Aqsu. Auf der Südseite des Gebirges verläuft die Seidenstraße mit ihren verschiedenen Zweigrouten.

 


9.7.2016 - Tag 1: Anreise
Anreise von München, Nürnberg, Berlin und Frankfurt, insgesamt sind es 14, die sich in Istanbul treffen und mit der Turkish Airlines weiter nach Bishkek fliegen. Dort Ankunft um 2:40 Uhr. Der kirgisische Guide  Mars Indigaraev empfängt uns dort. Er unterrichtet deutsch an der Universität in Bischkek und spricht allerbestes Deutsch. Geldwechsel  (72 Som für einen Euro) und Warten in der Flugzeughalle (Manas international Airport). Vier vermummte Wachsoldaten. Gegen sieben Uhr Inlandsflug von Bishkek nach Osh - in den eher muslimisch geprägten Südwesten Kirgistans. Blick von oben auf verschneite Gipfel und langezogene Täler.

 

10.7.2016 - Tag 2: Ankunft und Besichtigung von Osch (Ош)
Ankunft in Osh am International Airport (kirgisisch: Ош эл аралык аэропорту, russisch: Международный аэропорт "Ош") gegen 9 Uhr. Einchecken und Frühstück im Hotel Sunrise. Besichtigung der Stadt. Osh ist die zweitgrößte Stadt des Landes, liegt am östlichen Rand des dicht besiedelten (weil äußerst fruchtbaren) Ferghana Becken. Osch hat eine über 3000- jährige Geschichte (“älter als Rom”) und war ein wichtiger Punkt an der Seidenstraße. Heute noch ist die Stadt ein wichtiger Handelsort mit einem riesigen Basar. Es gilt als offenes Geheimnis, das aus Afghanistan angeliefertes Haschisch in Osh umgeschlagen wird. 40 % der Bevölkerung sind Usbeken.  1990 fanden hier (und in dem 55 km entfernten Özgen) Unruhen statt (Uzbeken gegen Kirgisen und umgekehrt. Mit über 300 Toten).

 

Mitten in der Stadt erhebt sich „Salomons Thron", Tacht-i-Suleyman. Wir  machen einen Spaziergang auf die 200 m hohe Erhebung, die  2009 in die Welterbe-Liste der UNESCO aufgenommen wurde und Pilgerstätte und Aussichtskanzel zugleich ist. Auf dem Weg treffen wir auf eine Gruppe Kirgisen, die beten. Mars und ich stellen und dazu. Der Vorbeter schließt uns in sein singend vorgetragenes Gebet ein: auch uns Touristen soll Allah Gesundheit gewähren und eine gute Weiterreise.

 

Angeblich habe schon der Prophet Mohammed hier gebetet und 1497 habe der damals erst 14-jährige Zahir ad-Din Babur, der spätere Begründer des nordindischen Mogulreiches als timuridischer Kleinfürst und Herrscher von Ferghana / Samarkand sich ein Schutzhaus und private Moschee auf diesem Berg bauen lassen. Die kleine Moschee, die nur von Islam-Gläubigen betreten werden darf, gilt als Ersatz-Pilgerziel für diejenigen, die sich aus gesundheitlichen oder finanziellen Gründen keine Pilgerreise (Hadsch) nach Mekka und Medina leisten können.

 

Unterhalb des Salomon-Berges befindet sich die "drei-stöckige Jurte", in der Teppiche (shyrdaks) und Nationaltrachten ausgestellt sind.

 

 

Nach einer für uns Nachtflug-Geschädigten etwas kurzen Hotel-Pause von nur zwei Stunden schlendern wir durch den neben der zentralen groschen Moschee gelegenen Jayma Bazaar („Great Silk Road Bazar”) und machen erste Einkäufe. Danach fahren wir mit den Bussen wir an den Stadtrand, wo wir im Innenhof eines Anwesens – in einer Laube und fast mit Familienanschluss - zu Abend essen.
Wie auch an den folgenden Tagen besteh
t die Speisefolge aus Salat, Suppe und einem fleisch-lastigen Hauptgericht, hier das Reisgericht Plov (Pilaw) mit Rindfleisch (gibt es auch oft mit Hammelfleisch).

 


11.7. 2016 -
Tag 3: Fahrt nach Arslanbob (Арсланбоб)
„Auf unserer Fahrt nach Arslanbob machen wir Halt in Özgön, einer Stadt 55 km nordöstlich von Osh. Unser Tagesziel liegt auf 1.700 m und ist von einem wild wachsenden Walnusswald umgeben. Die Gegend ist ein einziger Obstgarten, hier gedeihen viele verschiedene Früchte."

 

In Özgön besichtigen wir einen 27,5 m hohen Turm, der aus der Zeit der Karakhaniden stammt, die in den Jahren 990-992 große Teile Transoxaniens erobert hatten. Unweit des Turmes stehen drei nebeneinander gebauten Mausoleen aus dem 11.-12 Jahrhundert (die übrigens auch auf der 50-Som-Banknote abgebildet sind).  

 

Dann gehen wir auf den Markt, fotografieren u.a. Frauen mit Goldzähnen. Ich kaufe kandierte Strohnüsse und in kleine Streifen geschnittene gelbe (!) Rüben.

Wie schon auf der usbekischen Seite des Ferghanabeckens so gibt es auch auf den Märkten auf der kirgisischen Seite (in Osh und Özgen) Wiegen mit einem Loch im Boden und spezielle „Pfeifchen“ mit denen der Urin aufgefangen werden kann.

 

Vorbei an Dschalalabad  (Джалал-АБад, der drittgrößten Stadt in Kirgistan, benannt nach dem  Krieger Jala aus dem 13. Jahrhundert, bekannt für seine heißen Schwefelquellen à  Thermalbad). Über die M41 (Verbindungsstraße OSh-Bishkek) und ein Flusstal (Kara-Üngkür) in nördlicher Richtung hinauf fahrend gelangen wird nach Arslanbob. (Arabisch arslan = Löwe und Bab = Tor, Arslanbob-Ata = Vater des Löwentors, eine Gestalt vermutlich arabischer Abstammung aus dem 11. Jahrhundert.)  

 

(Arslanbob wird Arslanbab ausgesprochen. Da die Betonung auf der ersten Silbe liegt, ist das o in „bob“ unbetont. Hier macht sich der russische Spracheinfluss bemerkbar: Im Russischen wird ein unbetontes o als  „a“ ausgesprochen.)
Legenden: A legend has it that a disciple of Prophet Mohamm
ed, Arslanbob-Ata, on a voyage in search of a heavenly place on earth, found such a place in a scenic valley in Kyrgyzstan. However, as the place lacked any kind of vegetation, he appraised Prophet Mohamed of the situation. The Prophet Mohamed then sent him seeds of many trees to plant there which included walnut. The disciple, Arslanbob, then went up a mountain and scattered the seeds which grew into a garden of trees which he tended. Because of this association with the Prophet Mohamed, Muslims consider this place as sacred. Other legends include that Alexander the Great planted the first walnut trees in Arslanbob and that he carried several sacks of walnuts with him which he had used to pay boatmen to ferry his troops

 

Nach dem Einchecken in einem sog. „homestay“ (einfache Doppelzimmer, verteilt auf zwei Gehöfte) und mittäglicher Mahlzeit auf einer Art Veranda brechen wir zu einer Wanderung zu einem Wasserfall, der auch Ziel vieler einheimische Touristen ist, die sich mit Autos soweit als möglich nach oben bringen lassen, was für uns als Fußgänger reichlich nervig ist.

Die letzten Meter, die alle zu Fuß zurück legen müssen, sind „begleitet“ von diversen Ständen, an denen es Getränke, Süßigkeiten und sonstigen Krimskrams gibt. Leider kaufen und essen wir auch Trockenkäsebällchen (Kurut, курут) – eine mögliche Ursache für in der Folge aufgetretene Darminfekte / Durchfall-Malaisen. („Trockenkäse aus Schafs- oder Kuhmilch. Sauer & salzig, wiederbelebend. Ganze Schlachten sollen dank ihnen gewonnen worden sein. Kost fuer Pferd und Krieger. Oberhalb des Wasserfalls gibt es einen Imbiss. Hier erste gemeinsame Fotos mit einheimischen Touristen.

Vor dem Abendessen ist noch Zeit für einen Spaziergang auf den Wegen oberhalb der Grundstücke. Am Nachbarhaus Bau- bzw. Verputzarbeiten, dazu Predigttexte von einer Kasette, lautstark, arabisch. Kinder schaukeln auf Brettern, die an einem Baumast im Garten befestigt sind bzw. vergnügen sich mit dem Einfangen eines entlaufenen Kälbchens.

 

Das gemeinsames Abendessen findet im Resort statt, diesmal im unteren der beiden Gehöfte, im Freien, mit Blick in den Garten. Es gibt wie immer Salat, dann unter einer Schicht Kohl (ohne Fett) gegarte Kartoffeln / Gemüse und als Hauptgericht einen Teller mit Makkaroni mit Fettfleisch-Brocken (Rind? Lamm?)

 

12.7.2016 - Tag 4: Fahrt zum Biosphärenreservat Lake Sary-Chelek (Сары-Челек)
Morgenspaziergang noch vor dem Frühstück, dass wieder getrennt in jeweiligen Gehöft eingenommen wird. Wir fahren das gleiche Flusstal (Kara-Üngkür) wieder nach Süden um dann – wieder auf der M41 -entlang der Grenze zu Usbekistan nach Norden zu fahren. Vier Stunden Fahrt entlang des Naryn (aus dem auf der usbekischen Seite des Ferghanabeckens der Syrdaria wird), vorbei an Tash Kömür (Stein Kohle), dann beim Tash Kömür-Reservoir nach NW entlang des Schwarzwasserflusses (kara suu ), danach entlang des Kojo (= Kodscha)-Ata - zum Nationalpark Sari-Chelek (Сары-Челек), wo wir Ortsgebiet von Arkit in einer Unterkunft (Gästehaus) namens Everest (bei Aten = Atenbeck) gegen 15:00 Uhr t mit einem Essen im überdachten Essenspavillon (gut angemachter Tomaten und Gurkensalat, mit scharfem Paprika, Melonen rot und weiß...) empfangen werden.

Bis zum Abendessen um 19:30Uhr Zeit zur freien Verfügung. Ich wandere bergwärts, werde aber nach 20 Min von einem Mann zu Pferde angesprochen, den ich für einen Ranger halte, da er mich nach meiner Carta fragt (Eintrittskarte für den Nationalpark), die ich nicht habe. Er mustert dann die Kopie meines Passes und bedeutet mir dass ich wieder umkehren soll. Zurück beim Haus reitet er weiter und ich drehe wieder um und gehe erneut bergwärts, ca 1 1/2 Std, von ca 1300 auf ca 1800 Hm, bis ich hohe teils schneebedeckte Berge (östliche Ausläufer der Chatkal Kirka Toosu, die den nördlichen Rand des Ferghana-Beckens bilden) sehen kann. Es gibt viele immer schmäler und steiler werdende Pfade, gleichwohl alle mit Hufspuren, was für die „Geländegängigkeit“ der kirgisischen Pferde und Ranger spricht. Weg-Abzweigungen markiere ich, um wieder zurück finden zu können, mit Schnitzen von gelben Rüben, die ich in Osh auf dem Markt erstanden hatte. Leider komme ich in der mir gesetzten Zeit auf keinen Gipfel und bekomme auch keinen der Seen zu Gesicht, für die dieser Naturschutzpark berühmt ist. Ich kämpfe mich noch hoch bis zu einer besonders große und in der Abensonne  weiß-leuchtenden Blütenpflanze (Hibiskusblüten mit einem Durchmesser von mehreren Zentimetern),  

kehre um, mache noch ein paar Fotos von der im Abendlicht jetzt gut kontrastierten Landschaft. Noch vor dem Abendessen bekomme ich auf meine Wunsch – ich hatte nicht in dem mir zunächst zugewiesenen Vier-Mann-Matratzenlager schlafen wollen – ein eigenes Nachtlager in einem kleine für sich allein stehenden Hüttchen gerichtet.

 

Das Abendessen wird untermalt von teils lauter CD-Player /Kasetten-Radio-Musik unserer russischen Fahrer, die -  wie sich auch in den folgenden Tagen zeigen wird - gerne einiges an Wodka trinken, wenn sie nicht mehr fahren müssen. 

 

13.7. - Tag 5: Wanderung am See Sary-Chelek (Озеро Сары-Челек)
Ich schlafe etwas unruhig in meinem Hüttchen, brauche beim nächtlichen Toilettengang niemand zu stören und nutzte dass frühe Wachwerden für einen Ausflug auf die östlichen Berge, diesmal mit Gipfel, wieder mit Blick auf hohe Berge im Nordosten und mit Blick in die Umliegenden Täler und unsere Unterkunft.

Nach einem opulenten Frühstück (zwei Hühnereier, Melone, Fladen mit hauseigener Himbeermarmelade und köstlich-aromatischem Honig) ca 1 Std Fahrt mit dem Auto hoch zu den Seen. Dort mehrstündige Wanderung durch hüfthohe Blumenwiesen

und vorbei an mehreren Seen, geführt von Atenbeck. Gegen 13:30 Uhr Picknick, das von unseren Wirtsleuten sebst gecatered wird - in einem festen Haus am zentralen Parkplatz des Nationalparks. Wieder gibt es (diesmal ein etwas flachsigeres) Rindfleisch, dazu Kartoffeln, Salat Melonenstücke, alles sehr schmackhaft. Nach dem Essen bleibt Zeit für ein kühles Bad im See.

Vor dem Abendessen, das wieder im Essenspavillon stattfinden, unternehme ich Spaziergang mit zwei anderen aus der Gruppe in einem Canyon unterhalb des Eingangstor zum N.P. – auf der anderen Seite des Flusses. In der Nähe dieser Brücke sitzt eine Gruppe von Männern in gesprächiger Runde im Gras. Dass es sich um Kirgisen handelt ist leicht erkennbar an den hellen Spitzhüten aus Filz.


Do 14.Juli 2016 - Tag 6: Über Toktogul-Talsperre ins Tschytschkan-Tal

Nach dem Frühstück Fussballspiel mit Aten(bek), dem Chef des Everest, und seinen Enkelkindern. Fahrt aus dem Nationalpark das Kodscha-Tal und den Schwarzwasserfluss hinunter n.S, dann nach N u. NO den Naryn (Нарин) aufwärts, erster Stopp bei Sandsteinerosionen,

zweiter Stopp auf einem großen Parkplatz bei der Talsperre des Toktogul-Stausees. Dort gab es Verkaufstände mit Getränken (Kaffee, Cola) und kleine Restaurants

und eine Familie die zu einer Hochzeit fuhr. Eine der Frauen animiert uns zum Wodka-Trinken, was mit dem Ausbringen eines Toast zugunsten des Brautpaars (viele Kinder) verbunden sein sollte.

Beim Bau der Talsperre - aufgestaut wird der Naryn, der größte Fluss Kirgisiens (und wesentlicher Zufluss des Syrdaria  à Usbekistan à Richtung Aralsee) wurden 1976 26 Dörfer überflutet /evakuiert; Archäologen fanden vor der Flutung mehrere Grabhügel aus dem 8. Und 9. Jahrhundert. An der 215 m hohen Staumauer wurden gerade Reparaturarbeiten durchgeführt. Der Stausee dient Bewässerungszwecken und der Stromgewinnung (jährlich ca 4100 GWh).

 

Bei einer Forellenzuchtanlage machen wir Mittagspause mit Salat, Lamm -  Kartoffel Suppe und vielen in der Pfanne gebratenen Forellen, zur Verdauung spendiert unser deutsche Reiseleiter eine Flasche kirg. Arag (Wodka) auf Kosten der Firma Hauser.

 

Mars erzählt mir später, dass Wodka mit Salz bei Ihnen als bewährtes Mittel gegen Magen-Darm-Malaisen gilt und ihm dieses schon als Kind von seiner Tante, einer Kinderärztin („du musst es mir glauben, ich bin Ärztin das hilft, auch bei Kindern“)  verabreicht worden sei.

 

Weiterfahrt um das Süd- ,Ost- und Nordufer des Toktogul Stausee herum, dann durch die Stadt Toktogul, die nach dem Sagenerzähler (Manas-Epos, „akyn“ bzw. Manastschi) Satilganov Toktogul (1884-1933) benannt ist,  dann in nördlicher Richtung flussaufwärts entlang des Tschytschkan ( tschitchkan bedeutet Maus) ins gleichnamige Canyon zu einer Unterkunft namens "Oson Motel", die / das sich auf einem schmalen Streifen zwischen der Schnellstraße (M41) und dem reißend-schnell dahinfließend Tschytschkan-Fluss befindet und als Attraktion ein Essens-Pavillon mitten auf der hinter dem Haus gelegenen Brücke vorzuweisen hat, den wir aber witterungsbedingt nicht nutzen können. Auf der anderen Seite des Tschitchkan ragen steile Felswände auf - somit wenig Möglichkeiten für einen Nachmittagsspaziergang.

Das Abendessen findet in einer bezogen auf die wenigen Gäste übergrossen Halle aus Holzwänden statt. Im Laufe des Abends trifft eine Gruppe von Taiwanesen ein, die mit Rädern nach Osh fahren wollen. Die Atmosphäre und der Service erinnert an den von DDR-Transit-Raststätten.


15.7.2016 -
Tag 7: über Alabel Pass (Ала-Бел ашуусу), Kizil-Öy und Chaek zum Son-Kul-See (Соңкөл)
 

Weiterfahrt auf der M41. Stopp am Straßenrand bei einem russischstämmigen  „tanzenden Imker“, wo wir und ein paar Fernfahrer Honig kauften.

Dann Fahrt über Alabel Pass 3184 m nach N und bald rechts ab auf eine Schotterstraße, die nach Osten in die Suusamyr-Hochebene führt. Hier Stopp an Memorial von Kaba Uluu Kojomkul (1889-1955), eine über 2 m großen und mehr als 160 kg schweren Mannes („kyrgyz giant“),  der einen 690 kg schweren Stein tragen konnte und erforderlichenfallsauch ein Pferd, dass vor der Flussüberquerung scheut. Ein Abdruck seiner sehr großen Hand findet sich innerhalb des Museums.

Mittagessen wenig später in einer Touristik-Jurte in Kizil-Öy.

 

Weiterfahrt zum Song-Köl-See. Einkaufstopp in Chaeck (Bier, ich Coca-Cola, sicherheitshalber)

vorbei an Tagekohle Bergbau von Kara-Keche und über einen Pass (ca 3200 m hoch) und der besseren Strasse wegen nicht gleich auf die Norseite des Sees, wo wir hin mussten, sondern zunächst um die Süd- und Ostseite des Sees herum. Hierzu mussten den Suulu-Kurtka Ashuu 3364 m hoch und durch viele Schlaglöcher schaukeln. Wir kamen an vielen Wanderhirten-Jurten vorbei mit großen in der Spätnachmittagsonne grasenden Herden von Pferden, Rindern Schafen und Ziegen.

Bei einer Familie wurde gerade ein Kinderwettrennen veranstaltet (Feier des Ersten Geburtstages eines Kindes). Jedes Kind bekommt einen Preis (oft wertvoll), der Sieger darf dem Geburtstagskind die Schnur durchschneiden die Zwischen seinen Beinen gespannt ist (ähnlich wie bei Pferden), soll heißen: Lauf in dein Leben hinaus.

Schließlich kommen wir doch bei den Jurten-Camps an, die separiert voneinander am Nordufer des Son-Kul-Sees nebeneinander aufgereiht sind.

Jede Einheit besteht aus mehreren Schlafjurten, einer Essensjurte sowie aus Zelten oder Jurten der kirgisischen Gastgeber, in unserem Fall sind das zwei Frauen (eine ältere Frau, die das Regiment führt und eine anfangs etwas scheuere junge Frau, vermutlich die Schwiegertochter), die sich um alles kümmern. Es gibt Salat, Kohlblätter-haltige Suppe, Teigtaschen mit fettem Hackfleisch und Tee.

Im Freien vor den Jurten gibt es zwei provisorische Waschplätze mit aufgehängten Wasserbehältern.

Das Wasser wurde aus dem See geholt, per Esel – eine Aufgabe der jungen Burschen, die zur kirgisischen Gastfamilie gehören.

Ein kalter Abendwind macht, dass das Zähneputzen eher nur symbolischen Charakter hat. Ich schlafe mit drei anderen Männern in einer Jurte. Am Bollerofen ist es zunächst sehr war, im Laufe der Nacht wird es überall in der Jurte kalt, so dass die einem zunächst zu dick und zu schwer erscheinenden Zudecken doch sehr nützlich sind.


16.7.2016 -
Tag 8: Wanderung mit Blick auf Son-Kul-See (Соңкөл) und zentralkirgisische Bergwelt

 

Als ich morgens zum zweiten Mal raus muss, ist es schon hell und ich nehme gleich die Klamotten und die Kamera mit nach draußen. Diverse fotographische Versuche, die Morgenstimmung einzufangen: Möven beim Vogelreservat am See. Pferde, Jurten, See und Berge rund umher. Es ist auf knapp über 3000 m doch so kalt, dass ich immer wieder die Hände in die Hosentaschen stecken muss. Die Berge im Süden des Song-Kul-Sees heißen Boralbas Kyrka Too bzw. Moldotoos, im Osten Bayduu Kyrka Toosu und im Norden Song-Kul Too bzw. Kragatti Tooloru.

Nach dem Frühstück gemeinsame Wanderung auf Hügel im Nordwesten oberhalb des Sees Kara Kiya Ashuu 3319 m, weiter nördlich schneebedeckt die Karagatti tooloru.. Ich machen einen kleinen Abstecher etwas höher hinauf und fotografiere einen Hund der mich verbellt, einen Frosch, eine Wachtel oder Rebhuhnkücken, einen kreisenden Adler, von dem Mars dann sagte, dass es wohl ein Geier war, und ich mache von möglichst weit oben ein Panoramafoto, auf dem der ganze Song-Kul zu sehen ist.

Der Name des Sees beutet „sanftes Wasser“. Der Song-Kul besitzt eine ovalförmige Gestalt mit einer Längsausdehnung in NW-SO-Richtung von 29 km und einer maximalen Breite von 18 km. Die maximale Tiefe beträgt 22 m, er gefriert in den Wintermonaten. Der See wird in der Ramsar-Liste als wichtiges Brachvogelgebiet geführt..

 

Ich treffe wieder auf die Gruppe bei einer Jurte wo alle vergorene Stutenmilch erhalten habe. Dank Vermittlung von Mars bekomme auch ich eine ganze große Schale voll vergorener Stutenmilch = Kumys (кумыс). Dann können wir noch beobachten wie Stuten gemolken werden. Erst wird das Fohlen zur Mutter geführt, dann wird es weggeschoben und der Eimer unter die Stute gestellt und diese gemolken.

 

Nach dem Essen reiten Monika und ich eine Stunde, wobei der junge Kirgise namens Tikit, der zu unser Gastgeberfamilie gehört, unsere beide Pferde am Strick führt. Ich wäre zwar gerne allein geritten, aber da das Pferd nicht tat was ich wollte, war es besser so. Neidvoll bewundere ich die Kirgisen, sei es dass sie hier leben oder - wie die junge Dame auf dem Bild - hier zu Besuch sind. Sie können im Sattel sitzen bleiben wenn sie traben oder galloppieren (- und die Pferde tolerieren es).

 

Nach dem Reiten Baden im ca 10 Grad warmen Song-Köl-See, eher kurz mal rein und wieder raus. Einer der beiden Fahrer schenkt Wodka aus und wir machen kurzweiliges Spiel: mit Steinen auf eine Flasche werfen, wer trifft darf / muss einen Schluck aus der Pulle nehmen. Auch Einheimische baden, die Omas heben die Röcke und gehen nur bis zu den Knien ins Wasser. Bevor sie fahren flücken sie noch Edelweiße, die hier auf der Wiese dicht an dicht stehen.

 

17.7.2016 – Tag 9 - Fahrt zur E125 nach Kotschkor (Кочкор) zum Issyk-Kul (Озеро Иссык Кулъ)

 

Nach Frühstück (frisches Fladenbrot und in Sonnenblumenöl heraus gebackene Küchel sowie Pfannkuchen, auf die ich selber gemachte Himbeermarmelade oder etwas von dem wunderbar aromatisch schmeckenden Honig streiche) und nach gebührender Verabschiedung von der Gastgeberfamile (alte Dame als Chefin, Schwiegertochter, drei männliche Jugendliche, ein energiestrotzendes Kleinkind; 1500 Som Trinkgeld) Fahrt nach NO auf den über 3540 (GPS, laut Karte 3445 m) hohen Kalmuk Ashuu - hier Gruppenfoto vor einer Schneewächtenwand.

Auf der jetzt sehr gut geteerten Verbindungstraße E125, die im Süden an der chinesichen Grenze beginnt  (Torugart Ashuu 3752 m bzw. Shankou in China) und nach  Bishkek fürht, fahren, nein gleiten wir nach Kotschkor (Кочкор). Dort Besuch einerFilzmanufaktur (Frauenkooperative). Demonstration der Herstellung von Rohrmatten (Verknüpfen von Hand, Auflage von Wollfäden) und einesFilzteppichs aus naturbelassener dunkelbrauner Schafwolle. In die flach auseinandergezupfte braune Wolle werden als  Muster weiße bzw. rotgefärbte Schafwolle eingelegt. Weitere Arbeitsschritte sind: Übergießen mit heißem Wasser, Walken in Bastmatte und pressen mit den Füssen. Einnähen einer Bordüre als zur Begrenzung der Muster. Verdoppelung mit einer zweiten (uniformen) Filzschicht – zwecks höherer Stablität. Jedes Muster hat seine Bedeutung (Mutter/Kind; Frieden, Vertrauen; Spirale = langes Leben; Widder: sei reich = habe viel Vieh; Dreiecke symbolisieren Berge = erreiche Ziele, die so hoch sind wie die Berge Kirgistans)

Anschließend (noch in der Manufaktur) Mittagessen mit Lautenbegleitung (Komuz (kirgisisch: комуз, qoˈmuz, Aseri gopuz, türkisch kopuz, im Süden von Kirgistan chertmek),  eine zwei- oder dreisaitige, gezupfte Langhalslaute ohne Bünde. Sie ist in Zentralasien verbreitet und erfreut sich besonders in Kirgistan großer Beliebtheit. Sie ist das Nationalinstrument Kirgistans und auf der Rückseite des 1-Som-Scheins abgebildet.

 

Weiterfahrt zum Südufer des Issyk Kul (Озеро Иссык Кулъ). Hier immer wieder Badebuchten. Blick über den See auf dessen Nordseite auf die schneebedeckte Bergkette im Grenzgebiet zu Khazakhstan und die schneebedeckten Gipfel des Tien Chan im Süden des Sees.

Badestopp etwa 20 Min vor Erreichen des Tagesziels in Tamga (Тамга), wo wir im Tamga Guesthouse 95333, Ozyornaya 3 bei einer russischen Familie Denikin Alexandr untergebracht sind. Russen machen ca 8 % der Issyk-Kul_Region aus. (Mit "Tamga" werden übrigens auch Schriftzeichen verstanden, die in Zentralasien von Clans für Brandzeichen u.a. Prägungstempel benutzt wurden.) Hinter den Behausungen (mit Etagendusche) gibt es einen wunderschönen Obstgarten (Aprikosen, Äpfel). Außerdem gibt es eine russische Saune (Баня) – inkl. einem Birkenblätter-Ruten-Bündel.
Nach dem Abendessen trifft ein hebräisch sprechende Reisegruppe ein, mit 6 oder 7 aufgemotzten VANs. Auch sie finden noch irgendwo Platz.

 

Wir setzen uns in einen Freisitz im Garten und reden über falsche Detailangaben im Reiseprogrammheft. Man hört laute Musik aus der Nachbarschaft. Ich gehe und finde heraus dass es eine Abendveranstaltung im Gemeindehaus hinter dem Kriegerdenkmal geben wird. Nur eine aus der Gruppe ist bereit mit hin zu gehen.

Es werden diverse Lieder und Tänze dargeboten, alles auf kirgisisch, eine Diva, vier junge Frauen, ein fünf Jahre altes Mädchen, alles lautstark und theatralisch, mit Hintergrundmusik aus der Konserve, schwer zu sagen, was selbst gesungen ist und was nicht. Sicher life ist ein zum eigenen Lautenspiel gesungenes Lied. Eine alte Frau aus dem Publikum tanzt ein paar Mal im Parkette vor der Bühne mit und wird immer bald wieder auf ihren Platz zurückgeführt. Die jungen Mädchen und Frauen sind aufmerksam dabei, die Buben und Burschen werden zunehmend unruhig gegen Ende des fast zwei Stunden dauernden Events, aber niemand mahnt sie zur Ruhe.

 

18.7.2016 - 10. Tag:  Tamga (Тамга),

 

Heute steht eine Wanderung zum Tamga Tash (Inschrift „Om mane pad me hum“) auf dem Plan. Diese Inschrift wird angeblich von den Einheimischen auch als eine Art "tamga" interpretiert. Über die Entstehung, die zweitlich zwischen dem 3. und 8. Jahrhundert liegen dürfte, ist nichts genaueres bekannt. Mit einem local guide namens Micha wandern wir im Gänsemarsch entlang eines künstlich angelegten Bewässerungskanals. Am Inschriften-Stein hält unser Hauser-Reiseführer einen Kurzvortrag. Zurück geht es über Hügelkuppen mit schönem Blick auf den Issyk Köl.

 

Nach dem Mittagessen im Tamga Guesthouse erfolgt auf Anregung aus der Gruppe (außerhalb des offiziellen Reiseprogramms) eine Fahrt zum nahegelegenen Fairy Tale Canyon (bunte und teils groteske Steinformationen wie bei Roussillon) - auch Skazka Canyon (сказка) genannt.

Anschließend wieder an derselben Stelle wie am Vortag Baden im See. Zurück nach Tamga, wo unten an der Abzweigung auf einem Hügel ein MiG steht, weil der Erbauer des nach ihm benannten russischen Kampfflugzeuges von hier stammt: Mikojan-Gurewitsch MiG-29(Микоян-Гуревич МиГ-29). In Tamga existiert noch immer eine Kuranlage, wo angelblich auch Weltraum-Pilot Juri Alexejewitsch Gagarin (Юрий Алексеевич Гагарин) sich erholen durfte, die jetzt für jedermann geöffnet ist. Heute abend gibt es bei unsren russischstämmigen Gastgebern Plov – der uns allen hervorragend schmeckt. Ich gönne mir dazu einen georgischen Weißwein, den ich im Dorfladen gekauft hatte.

 

19.7.2016 - Tag 11: Fahrt nach Dscheti-Oguz (kyrgyz: Жети-өгүз - dʒeti œɡýz), Wanderung, Weiterfahrt nach Karakol (Каракол)

 

Mit den Bussen ca 2 Std Fahrt entlang des Issyk Kul, dann Abstecher nach Süden in die Berge nach Dscheti  Oghüz (siebe Stiere) bzw. Gebrochene Herzen (Razbitoye Serdtse) – erodierte Sandsteinfelsen, auf die man einen guten Blick von einer Anhöhe oberhalb des gleichnamigen Ortes (Dscheti-Ogüz) hat, in dem es noch immer ein Sanatorium gibt.


Hier habe sich 1991 der russische Präsident Boris Yeltsin (
Бори́с Никола́евич Е́льцин) und der erste kirgische Ministerprädident Askar Akaev (Аскар Акаевич Акаев) getroffen. Dann Wanderung das gleichnamigige Tal (auch Valley of flowers genannt) hoch bis wir Blick hatten auf den 5-Tausender namens Karaköl Chokosu.

Hier hatte man auch weiter wandern können zu einem auf 3860 m gelegen Gebirgssee  namens Ala Köl. Mars hat dorthin auch schon ein 5 Tage Trekking geführt (für Diamir) mit Trägern. Unterwegs trafen wir neben Kirgisen und Uiguren auf Wandergruppen aus Moskau, Tschechien und Tartastan. Es sind Uiguren, die hier Viehwirtschaft treiben und auch Jurtenlager anbieten, eines davon mit Dusche und Toilette mit Wasserspülung. Adler (russisch орли́ный, krigisisch салбурун) an Kette:

Dann zurück auf  die Hauptstrasse und nur mehr kurze Weiterfahrt nach Karakol (Каракол).

Karakol war seit 1860, als das Zarenreich sich in Zentralasien ausbreitete, eine vorgeschobene
russische Militärbasis. Die Stadt selbst wurde am 1. Juli 1869 gegründet und entwickelte sich als Forschungsreisende in die Gegend kamen, um die Gebirgsregion zwischen China und Kirgisistan zu erforschen. Nach 1877 wuchs die Stadt schnell, vor allem, weil chinesische Muslime (Dunganen) auf der Flucht vor religiöser Verfolgung in die Stadt kamen. 1888, als der russische Militär und Geograph Nikolai Przewalski während der Vorbereitungen zu einer Forschungsreise nach Tibet in Karakol an Typhus gestorben und dort begraben worden war, wurde die Stadt zu seiner Ehre in Przewalsk umbenannt. Nach örtlichen Protesten wurde sie 1921 wieder in Karakol umbenannt, dann aber bereits 1939 wiederum in Przewalsk. Erst 1991, nach der Unabhängigkeit Kirgisistans, erhielt die Stadt den ursprünglichen Namen Karakol zurück.

 

Gegen 14:00 Uhr treffen wir  im Green Yard Hotel ein, das am Nordrand der Stadt in einer unscheinbaren (und nicht asphaltierten) Straße gelegen ist. Hier bleiben wir zwei Nächte.

  

Abendessen in der Stadt, in einer Art Stadthalle. Auch hier hätte man nicht vermutet, dass sich ein doch relativ feudales Restaurant (mit uniformierten Kellnern und Kellnerinen) hinter der grauen Außenfassade befindet. Es gibt mal wieder reichlich Fleisch, diesmal als „heiße Pfanne“.  Als wir gegen 20:30 Uhr das Lokal verlassen, werden in der geräumigen Eingangshalle die ersten Vorbereitungen für den dort anscheinend allabendlich stattfindenden Tanz getroffen.

 

20.7.2016- Tag 12:  Karakol (Каракол)

 

Heute Frühstück erst um 8, dann Besuch des Turisten-Center, der Russisch-orthodoxen Kirche („holy trinity cathedral“, ursprünglich erbaut 1895 als 5-Zwiebelturm-Kirche, von den Bolschewiken zerstört, Wiederaufbau in den 90-igern) und der muslimischen Dunganen Moschee, die aussieht wie ein mongolisch- buddhist. Tempel („Chinese Mosque“, eine hölzerne Moschee, die von chinesischen Facharbeitern und ortsansässigen Dunganen zwischen 1907 und 1910 für die örtlichen Dunganen vollständig ohne metallene Nägel errichtet wurde), und anschließend Fahrt zum Przewalski Museum.

Danach Mittagessen in der Stadt, Salat Suppe und Hauptgericht mit Fleisch, comme toujours, heute mit flachen Rindfleischscheiben und Eiernudeln, hier lachlamun genannt, wer mochte bekam Bier vom Fass.   Nachmittags ab 16:00 Uhr erneut Fahrt in die Stadt: Jakshilik Basar

und wieder Abendessen in der Stadt, diesmal im Dastorkon, wieder Salat, Suppe und Fleischgericht, diesmal mit Kartoffeln, gut gewürzt.

  

21.7.2016 – 13. Tag – Fahrt auf die Nordseite des Issyk-Kul (bis zum Badeort Cholpon Ata - Чолпоната)

 

Wir machen Stopp, um auf ein Kurgan am Straßenrand zu steigen. Als Kurgan (russisch курга́н = kurgán = Hügel, Hügelgrab, urspr. türkisch) bezeichnet man einen großen, aus Erde und/oder Steinen aufgeschütteter kegelförmiger Grabhügel, vor allem im Bereich der ehemaligen Sowjetunion. Solche Grabhügel wurden ab der Jungsteinzeit bis in die Antike angelegt, an einigen Orten bis ins Mittelalter. Kurgane finden sich z.B. in Moldawien, Russland, der Ukraine und der ostgeorgischen Trialeti-Kultur. Auch in Südost- und Mitteleuropa gibt es zahlreiche Hügelgräber. Die meisten der in oder unter den Hügeln liegenden Grabkammern sind über die Jahrtausende ausgeraubt worden, aber immer noch werden bei archäologischen Ausgrabungen aufsehenerregende Funde gemacht. Der Reiseleiter erwähnt das Gold der Skyten sowie den „goldener Mann von Issyk“, einem Grabhügel 50 km östlich von Almaty in Khasakhstan. Von dem Grabhügel aus hat man einen guten Blick über den See, was wir für Fotos nutzen.

Nördlich der Nordostecke des Issyk-Köl böte sich die Möglichkeit zu einem Trekking zum Kölsay Köleri Naturschutzpark in Khasakhstan, wozu kein Visum sondern lediglich sog. Migrationskarten erforderlich sind.

 

Wir kommen vorbei an einem  kleinen Ort namens Frunze - so hieß auch Bishkek bis1991 Der Name bezieht sich auf einen Heerführer im russischen Bürgerkrieg, Michail Wassiljewitsch Frunse (russisch Михаил Васильевич Фрунзе; * 2. Febr. 1885 in Bischkek, † 31. Okt.1925 in Moskau), der u.a. die Bolschwikischen Streitkäfte gegen muslimische Aufständische, die „Basmachi“ anführte und diese aus dem Ferghana Tal und dem Raum Khiva /Buchhara vertrieb.  

 

Mit den Bussen fahren wir dann ein Stück hinein in die Grigor`yevka (Григорьевка) Schlucht, die wir dann hinauf gewandert sind mit etlichen einheimischen Menschen und Fahrzeugen und Pferden. Nur die Adler und Falken sind nicht mit gewandert, die waren angekettet. Wenn man sie auf den eigenen Arm nahm für ein Foto, so musste man zahlen.

Mehr zahlen als erwartet musste ich für einen zwanzig-minütigen Ritt auf einem Pferd. Nur mit Hilfe von Mars konnte ich die geforderte Summe von 1000 Som auf 500 drücken. Plus 100 Som für den Kollegen des Pferdeverleihers war ich dann bei 600 Som (ca 8.50 Euro, was mir den Spaß durchaus wert war.) 

 

Kurz vor Ankunft im Hotel Fontan in Cholpon-Ata (Чолпоната) noch Aufsuchen (via nicht mehr genutzte Flugbahn) von Petroglyphen (vorwiegend Steinböcke),

dann nach dem Einchecken in der von außen betongrauen Anlage (von innen ganz passabel) an einer zu Anlage am Issyk Kul gehörenden Strandbar ein Bier und Baden im See (samt einen gemeinsamen Wodka mit / von den Fahrern) und schließlich Abendessen im Restaurant der Anlage. Anschließend noch Tanz an der Strandbar - mit anderen Gästen in der Anlage.

 

22.7.2016 – Tag 14 Tag 14: Fahrt nach Bishkek (Бишкек, ehemals Frunse)

 

Nach einem wie gewohnt üppigen Frühstück (Porridge, Spiegeleier, Fladenbrot =Nan, Wurst und Käse und Tee) verzögert sich die Abfahrt, weil die Zimmermädels reklamieren dass in Zimmer 5 ein kleines Handtuch fehlt - und auch nach Durchsuchen von Koffern nicht aufzufinden ist.

 

Fahrt entlang des Sees. Die Strasse ist eine einzige Baustelle, zum einen sollen große Hippodrome für die Kirgisischen Reiterspiele geschaffen werden, die jetzt im September stattfinden werden, zum anderen soll die Strasse von Bischkek entlang des Nordufers vierspurig ausgebaut werden. Mars singt uns einen Vers aus dem Manas Epos vor, den er im Kindergarten auswendig gelernt hat.

 

Wir verlassen die Hauptstraße in südlicher Richtung um zu dem Burana-Turm zu fahren, der wie der Turm in Özgön aus der Zeit der Karakhaniden stammt, die in den Jahren 990-992 große Teile Transoxaniens erobert hatten. Der Turm stammt vermutlich aus dem 10. Oder 11. Jahrhundert. Er  war mal ca 40 m hoch, seit einem Erdbeben beträgt die Höhe nur mehr 21.m. Über eine Außentreppe gelangt man ins Innere des Turms und kann über eine sehr enge Stein-Wendeltreppe hoch auf eine Plattform gehen.
Im Feld daneben wurde sog. „Balbals  (
балбал) – Totem-Steine aus verschiedenen Landesteilen zusammengetragen, in die Gesichter eingraviert sind und die vermutlich aus dem 6. – 10. Jahrhundert stammen. Daneben gibt es auch Steine, in die arabische Schriftzeichen eingraviert sind.

 

Mittagessen gibt es dann Stadtrand von Bischkek (Fleischspieße, Shish Kebab, von sehr guter Qualität, Rind- , Lamm-, Hühnerfleisch; aber wieder viel zu viel), dann Stadtführung durch Mars in der Innenstadt von Bishkek (zentrale Gebäude rund um den Ala-Too-Platz, Statuen berühmter Leute wie z.B. Lenin, Marx und Engels, Aitmatov, Reiterstatue des Volkshelden Manas).

 

Schließlich Einchecken im Hotel Alpinist (Panfilova 113). Dort zum Abendessen Musikeinlage einer kirgisischen Profi-Volksmusikgruppe (kyrgystan folklore company) und letztes gemeinsames Abendessen. Dankesrede an Mars und Übergabe des obligaten Trink-Geld-Kuverts. Dank auch an den deutschen Reiseleiter von Hauser.

 

Nachts um drei Uhr 30 Wecken zwecks Fahrt zum Flughafen Manas  - dort Verabschiedung von Mars und von den Fahrern Dimitri und Alexandr – Aufgabe des Gepäcks. Unkomplizierte Passage der Security. Gleiches wieder in Istanbul. Ankunft am Flughafen München am frühen Nachmittag des 23.7.2016

 

"Manastyn arbagy koldosun – I wish the soul of Manas to protect you"  

   

Literatur: lonely plane: Central Asia, 4th edition, 2007 - ISBN 978-1-74104-614-4

Ella Maillart: Turkestan solo - Eine abenteuerliche Reise ins Ungewisse (1932);
Malik- National Geographic Adventure Press; ISBN 978-3-492-40121-3 -Titel der Originalausgabe: "Des monts célestes aux sables rouges" 


Internetlinks  
(soweit nicht schon im Text eingearbeitet):
 

Auswärtiges Amt: http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Laenderinformationen/00-SiHi/Nodes/KirgisistanSicherheit_node.html

andere Reiseanbieter: http://triptokyrgyzstan.com/en/tours/combined-tour-beauty-kyrgyzstan

mit den Fingern  Essen (Besh-Barmak) http://blog.ingredientmatcher.com/recipe-the-national-dish-of-kyrgyzstan-besh-barmak/  

 

Panoramaaufnahmendownloads: 324 | type: pdf | size: 7 MB

 Hier eine kleine Auswahl von Panoramaaufnahmen (im chronologischen Verlauf der Reise)

Tierfotos (mit Angabe des Ortes)downloads: 302 | type: pdf | size: 1 MB

 Tierfotos - mit Angabe des Ortes, an dem sie fotografiert wurden

Tätigkeitendownloads: 316 | type: pdf | size: 1 MB

Fotosammlung diverser im Verlauf der Reise beobachteter Tätigkeiten

Blumendownloads: 321 | type: pdf | size: 2 MB

 Versuch der Benennung von Pflanzen / Blumen - ggf. bitte Änderungsvorschläge erbeten

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