Irland 2016

Individuelle Wanderreise in Irlands Südwesten - von Ort zu Ort auf der Beara Halbinsel

Der Beara Way
www.wikinger-reisen.de/wandern/gb/7853.php
(teilweise auch: www.wikinger-reisen.de/wandern/gb/7852-7851.php)

"Individuelle Wanderreisen" sind eine Wikinger-Reisen-Angebotsform, bei der die Unterkünfte vorgebucht sind, man mit Wegebeschreibungen und Wanderkarten ausgerüstet wird und das große Gepäck von Unterkunft zu Unterkunft gefahren bekommt. Man ist dann nur mir Tagesrucksack unterwegs.

Die Tagesetappen waren zwischen 19 und 25 km lang, teilweise anstrengend weil hügelig oder wegen der Bodenbeschaffenheit: sumpfig, morastig, schlammig. Die Wegmarkierung war ausreichend gut. Manchmal musste Privatgelände umgangen werden.

Wir haben diese Wanderreise zu zweit gemacht, ich und mein Sohn Andreas. 

16.5. 2016 Flug mit "ryan air" von Berlin nach Dublin, mit AirCoach Bus bis Kildare Street, Einchecken im B&B Albany House (84 Harcourt Street) in der Nähe des St. Stephan's Green (Büste von James Joyce : "Crossing Stephan's, that is, my green").

Spazierrunde entlang des Grand Canal nach Osten (vorbei an "Google") bis zum Hafen

und zurück entlang des Liffey - Custom House, Ha'penny Bridge, eine erstes Guinness im Bezirk Temple Bar, Dublin Castle, St. Patrick's Cathedral. Abendessen ("fish & chips") nahe der Camden Street.

17.5.2016 (Di) Anreise nach Killarney mit dem Zug (online vorreserviert bei "irisch rail") von Heuston Station über Mallow nach Killarney. Nach Abgabe des Gepäcks im B&B zu Fuß zum Ross Castle am Lough Leane, Feuchtbiotope. Hirsche. Nieselregen.

Abendessen in Killarney im "Failtje" ( - was gälisch ist und "willkommen" bedeutet).

1. Wandertag (Mi 18.5.): von Killarney nach Kenmare 
Von Killarney (irisch:Cill Airne, „Die Kirche der Schlehen“) aus durch den Killarney National Park und über Berge und durch schöne alte Eichenwälder und über die "Old Kenmare Road“ nach Kenmare, einem kleiner Ort im Süden der Grafschaft Kerry.
Nach einem full irish breakfast in unserem B&B (bei den "Collins" - [email protected]), hier die Außenansicht (das Intérieur war wesentlich geschmackvoller):

und nach Einkauf von Wegzehrung (Sandwiches werden in fast jedem Supermarkt frisch zubereitet) geht es etwas monoton die Ausfallstraße hinaus nach Süden. Durch eine eindrucksvolle Seen- und Parklandschaft

vorbei an Muckross House gelangen wir zum Torc Waterfall, der von vielen Touristen aufgesucht wird. Je weiter es bergauf geht desto rauher wird die Landschaft, desto seltener andere Touristen.

Wir finden eine Unterstand, in dem wir einen Regenschauer abwarten und unsere Sandwiches verzehren. Durch eine Talsenke (Abzweig ins Black Valley als Teil des "Kerry way")

und erneut ansteigend geht es hoch zum "Windy Gap". Hier begegnet uns ein älteres Ehepaar, das uns später, als sie uns mit dem Auto überholen, eine Mitfahrgelegenheit anbietet, die wir für die verbleibenden 3 km (Teerstraße, schnurgerade) gerne annehmen. Wir werden am B&B (c/o Cathleen O'Connor) abgesetzt und bekommen eine Empfehlung, wo in Kenmare (irisch: An Neidín, „das Nestchen“) man gut zu Abend ißt: im Davitt's (Fischplatte bzw Fischsuppe und Rindereintopf).

Erst am nächsten Tag beginnt die Wanderung auf dem Beara Way, wo wir in folgenden Orten übernachten: in Glengarriff, Adrigole, Castletownbere, Eyeries, Lauragh und erneut in Kenmare, hier eine Überblicks-Skizze über den "Ring of Beara":

2. Tag (Do 19.5.): von Kenmare nach Glengarriff
Wir wandern heute auf einem alten Kutschenweg von der Grafschaft Kerry in die Grafschaft Cork. Zunächst über die Kenmare River Bride, dann entlang des Flusses Baurearagh - führt uns eine über weite Strecken schnurgerade verlaufende Straße Landhäusern und Farmen vorbei.

Wir passieren einen prähistorischen Park (Bonane, Sheen Valley Heritage Area) und gelangen und über Schafweiden auf einen Pass.

Hier, genau zwischen den Esk und Barraboy Mountains, haben wir schon einen guten Blick auf die Bantry Bay. Danach wandern wir hinunter Richtung Glengariff . Es handelt sich hier um eine klimatisch sehr milde Region mit Fuchsienhecken und Rhododendren.
In Glengarriff angekommen, setzen wir uns erst einmal an einen der sonnenbeschienen Tische im Freien vor einem Lokal und trinken ein Bier. Wir plaudern mit in einer Dublin lebender Russin, die wegen eines berühmten Lamas Jetsün Khandro Rinpoche, der ins tibetische Kloster bei Allahies kommt, hier auf eine Möglichkeit zur Weiterfahrt wartet (Bus? Taxi).
Am Hafen neben dem Eccles Hotel deuten wir die Hinweisschilder zu unserm B&B falsch falsch und machen eine Umweg von fast zwei Kilometer und etlichen Höhenmeter, was uns einen wirklich schönen ” Island View“ verschafft .

Abends essen wir in der Kneipe, die wir schon vom Nachmittag her kennen und anschließend gehen der Life-Musik wegen ins "Maple Leaf", wo zwei Gitarristen, John und ein junger Mann mit Strickmütze, alternierend auch zwei Sängerinnen aus dem Publikum einige irische Lieder vortragen sowie Weltmusik-Lieder wie z.B. "Knokking on heaven's door".

 

3. Tag (Fr. 20.5.): von Glengarriff nach Adrigole (irisch: Eadargóil, meaning "between two inlets")
Unser Weg führt heute über Coomerkane zu einem Pass, der zugleich auch der höchste Punkt unserer Reise auf dem Beara Way ist. Vorbei am Toberavanaha See wandern wir über offene Landschaft, vorbei an Schafen, und mit herrlichen Ausblicken auf die Bantry Bay und die Caha Mountains bis nach Adrigole, - so stand es im Programm. Tatsächlich haben wir den ganzen Tag Regen und oft sehen wir vor lauter Nebel- und Wolkenschwaden kaum bis zur nächsten Wegmarkierung:
Zunächst mit Regenschauern durch Wald und Wiesentälern, entlang von Flüssen bis an den Fuß der Hungry Hills, hier schräg ansteigend bei heftigem Regen und Wind und äußerst bescheidener Sicht hoch bis auf 510 m.

Auf der anderen Seite leider noch schlammigere Wegverhältnisse, lange entlang eines Weidezaunes, tiefe Wasserlöcher, vollgesogener Moorboden. Das herausziehen der inzwischen mit Wasser vollgelaufenen Wanderstiefel in kräftezehrend. Das diesen Akt begleitende schmatzende Geräusch kann als ein typisches Geräusch dieser Wanderung bezeichnet werden. Schließlich folgen wir einem Schild "exit way" zur Fahrstrasse ins Tal. Neuorientierung mittels Garmin Edge 1000 und auf schmalen Teerstraßen zur "Four-Roads"-Kreuzung mit einem Hinweisschild zum B&B (3,5 km). An dieser Kreuzung finden sich, eher unscheinbar, die Ruinen des Massamount  Klosters. Bei nachlassendem Regen, aber vor Nässe tropfend, Ankunft in einer rustikal-einfachen Farmhouse Accomodation, soll heißen: ehemals eine etwas geräumigere Bauernkate, jetzt ein B&B. Dort Ausstopfen der nassen Schuhe (durch die Gastgeberin Margaret O'Sullivan) und Trocknen der Klamotten an dem extra dafür von ihrem Ehemann eingeheizten Kamin.

Vorbestelltes Abendessen (panierter Fisch, schmeckte etwas tranig), kein Bier.

4. Tag (Sa. 21.5.): von Adrigole nach Castletownbere
Heute ist das Wetter besser als angesagt. Hier der Blick aus dem Frühstücksraum unserer Unterkunft ([email protected]), der belegt, dass der Name dieser B&B berechtigt ist, da es - gutes Wetter vorausgesetzt - tatsächlich einen "Ocean View" bietet. 

Folgendes steht auf dem Programm:  An den Hängen des Hungry Hill mit schönen Ausblicken zum Sheep’s Head geht es in den Fischerort Castletownbere, der wichtigste Weißfisch-Hafen Irlands.

Die ersten Kilometer wurden wir vom gastgebenden Farmer (den wir kaum verstehen in seinem poltrigen Irish brogue) mit dem Auto gefahren bis zu einem Überstieg in die Wasser vollgesogenen Wiesen. 

Etwas windig und viel bergauf / bergab aber immer mit wunderschöner Sicht auf die Isle of Bere und das Meer, später auf Hafen und Stadt Castletownbere. Unterwegs ein Hinweisschild auf das Grab der Queen von Beara.

Heute eine etwas noblere Unterkunft (Denis Hanafis [email protected]) und ebenso nobel wird gespeist, in "Breen's Lobster Bar" (fish & Chips bzw. prawns in Knoblauchsoße). Verdauungsspaziergang am Hafen: Fischer- und andere Boote, ein Reiher.

5. Tag (So. 22.5.): von Castletownbere nach Eyeries
Am heutigen Tag standen uns zwei Alternativen zur Auswahl, um nach Eyeries zu gelangen. Wir wählen die längeren Alternative, die über Allihies
Kaum haben wir den Ort verlassen, passieren wir Steine, die den Typus eines Ringforts darstellen sollen: Teernahillane. In den Grafschaften Cork und Kerry finden sich über 600 Menhiren, 200 kurzen Steinreihen mit bis zu sechs Steinen, 87 Boulder Burials (Hügelgräber), 18 Wedge Tombs (Keilgräber) und viele Steinkreise.

Erst müssen wir eine Anhöhe - den der 490 m hohe Knockgoura (irisch: Cnoc Cumhra) - erwandern, dann werden wir belohnt mit weiten Ausblicken bis auf Dursey Island. Vorbei an alten Kupferminen und mit stetigem Blick auf die Küste erreichen wir den kleinen Ort Eyeries, der für seine bunten Häuser bekannt ist.

Leider liegt die Unterkunft (Formanes House von Rosarie O'Neill - [email protected]) etwas außerhalb, sodass wir vor und nach dem Abendessen weitere Kilometer sammeln. 

6. Tag (Mo 23.5.): von Eyeries nach Lauragh
Ziel der heutigen Etappe ist Lauragh mit viel Rhododendron und Schottischen Kiefern. Auf unserem Weg haben wir von Gortbrack Hill eine tolle Aussicht auf Cleanderry Harbour und kommen durch das hübsche Dorf Ardgroom, wo wir eine Rast einlegen, Postkarten schreiben und schon mal die Gastgeberin der kommenden Nacht treffen, Sheila O'Sullivan ([email protected]; Lauragh). Am Weg liegen Muschelfarmen, eine wichtige Einnahmequelle der Region, sowie mehrere prähistorische Monumente.

7. Tag (Di 24.5.): von Lauragh nach Kenmare
Wegen eines Überbuchungsfehler hatte mir die Gastgeberin (Sheila) ein anderes Quartier beschafft, in das mich ihr Mann abends mit dem Auto gebracht und heute noch vor dem Frühstück (im B&B in Lauragh) wieder abgeholt hatte. Es war ein Landgasthaus mit Zimmern, an einem kleinen Hafen gelegen, mit Bar, an der am Abend zuvor reger Betrieb war: "Teddy O'Sullivan".

Auf der heutigen Etappe geht es am Fuß der mächtigen Caha Mountains entlang. Am Lake Inchiquin (Uragh Stone Circle) vorbei wandern wir hinein in die Hügelkette Knockagorraveela. Zunächst aber passieren wir an der Kreuzung in der Nähe des B&B ein Anwesen, ehemals ein größeres Gasthaus, das trotz verkehrsgünstiger Lage seinen Betrieb eingestellt hatte, wie auch die kleine Tankstelle daneben.

und folgen der Küstenlinie, aber erst geht es noch einmal kräftig auf und ab und leider auch immer wieder durch reichlich sumpfiges Gelände

bis wir schließlich wieder nach Kenmare gelangen. Neben den Straßenschildern weist ein lila-rotes Plakat auf ein "beara-way-"Radrennen hin, das am nächsten Tag stattfinden wird, auf Teerstraßen, auch auf der, auf der wir soeben mangels Alternativen soeben ca drei Kilometer entlanggehatscht sind. Endlich erreichen wir die Brücke über die Kenmare Bay (die auch Kenmare "river" genannt), - die Stadt kann nicht mehr weit sein.

Kenmare ist bekannt für seinen Schmuck und die vielen bunten Häuser, die Holy Cross Church, den "Druid Circle" (eintrittspflichtig, Weltkulturerbe) und zahlreiche kleine Pubs. Nach einer Dusche im B&B (s.u., es ist das selbe, in dem wir schon auf dem Hinweg untergekommen waren) geht es "down-town".

8. Tag (Mi 25.5.): von Kenmare nach Killarney
Die letzte und wieder lange Etappe ist uns vom Hinweg noch in guter Erinnerung: über die "Old Kenmare Road", über mehrere Berge ("Windy Gap") und durch schöne alte Eichenwälder.

Vorbei am Torc Waterfall und zurück im Killarney National Park machen wir eine Kaffeepause in der Nähe des Palmenhauses und besichtigen anschließend noch die Ruinen der Muckross Abbey

Wieder widerstehen wir den Angeboten der Pferdekutscher und tippeln zu Fuß zurück in die Stadt Killarney.

Hier übernachten wir im selben B&B (bei den "Collins") und  entscheiden uns wieder für das "Failtje" zwecks Abendessen.

9. Tag (Do 26.5): Limerick
Mit dem Bus vonKillarney nach Limerick,

mit Taxi zum B&B von Nora Horkan ([email protected]), dann zu Fuß am Thomon-Stadium (Munster Rugby) vorbei in die Innenstadt (Treaty Stone, Shannon Bridge, King John's Castle, St. Mary's Cathedral, Hunt Museum im ehemaligen Custom House) und Abendessen im "Curragour" (Bar und Restaurant, Terrasse mit Blick auf die Curragour Falls).

10. - 12.Tag (Fr. 27.5 bis So 29.5): Dublin
Wieder mit "buseireann" nach Dublin, zunächst zum Uni-Campus von Limerick, dann teils auf der Autobahn, teils auf Landstraßen via Roscrea, Port Laoise, Kildare und Newbridge nach Dublin. Hier u.a. Phoenix Park und Nationalmuseum (Ausstellung über den Osteraufstand 1916). 


"georgian style"
 

Oscar Wilde
 


Aphorismen von Oscar Wilde


Osteraufstand 1916
 

 St. Audoen's Church (12. Jahrhundert)
 

"The Stags Head", 1 Dame Court, Dublin
 

Phoenix Park
 

Public Art in Dublin

Rückflug mit "ryan air" am 29.5.2016
 

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