Hoher Atlas 2012

 
 

Trekking im Hohen Atlas - Viertausender Marokkos - Jubiläumsreise 30 Jahre Marokko bei Hauser - 19.08. bis 01.09.2012

Reisebericht auf der Basis des Hauser-Handout, der GPS-Angaben unseres Guide Uwe Weimer und eigener Aufzeichnungen
Reiseveranstalter: Hauser exkursionen international GmbH, Spiegelstr. 9, 81241 München,
Tel. 089 / 23 50 06-0, Fax 089 / 23 50 06-99, E-Mail: [email protected]

Local Guide: Mohammed Ibn Sa*id ([email protected]; Beni Mellal, Marokko)
Lokale Agentur: „Dynamic Tours“: Immeuble Al Hadika, appt 7/8, 1er étage, Rue Ibn Sina, Marrakech-Guéliz, Tel. 00212(0)524433440, Fax 524420815

Flug mit Royal Air Maroc ab Frankfurt nach Marrakech und zurück

1. Tag Flug nach Marrakech (Sonntag, 20.8.2012)
Spät nachmittags Linienflug mit Royal Air Maroc von Frankfurt (18:00 Uhr) nach Casablanca und mit Propellermaschine um 22:40 (23:40) Uhr Weiterflug nach Marrakech. Ankunft im Hotel Oudya (im Ortsteil Guéliz, 147 Rue Mohammed el Bequal, Tel. 00212(0)524446787) weit nach Mitternacht.
 
2. Tag Besichtigung von Marrakech und Fahrt zum Startpunkt des Trekkings (Montag, 21.08.2102)
Die für den Vormittag geplanten Besichtigungen fielen aus wegen des (Familien-)Feiertags am Ende des Ramadans (Fest des Fastenbrechens, arabisch ‏عيد الفط) – und wurde auf das Ende der Tour verlegt. So blieb Zeit für ein ausgiebiges Frühstück, für Schwimmen im Pool, für einen kleinen Spaziergang im Viertel.
Unser Mittagessen nahmen wir in einem stilvollen Restaurant in der Medina ein, in der Fußgängerzone in der Nähe des heute menschenleeren „Plaza“ (Djemaa el Fna),  d.h. in Sichtweite des Minaretts der 1158 erbauten Koutoubia-Moschee

Anschließend fuhren wir mit einem Kleinbus ins Atlas-Gebirge hinein. Nach etwa 1,5 Stunden erreichen wir das Dorf Arba Tighedouine. Wir treffen unsere Begleitmannschaft, d.h. die 8 Mulitreiber mit ihren Mulis und unseren Koch, der ebenfalls Mohammed heißt (aber meistens Mochssin gerufen wurde). Unser Weg führt anfangs ein Stück auf einer Piste ins Zat-Tal hinein und dann auf einem Pfad entlang des rauschenden Gebirgsbachs zwischen steilen Schluchtwänden bis zu unserem Camp auf 1.150 m Höhe.

Da die Mulis mit unserem Gepäck erst nach uns am Lagerplatz eintreffen und es bald dunkel werden wird, bauen wir unsere Zelte selbst auf. An den kommenden Tagen überholen uns  die Mulitreiber und die Zelte sind bereits aufgebaut, wenn wir ankommen. Waschgelegenheit und „Trinkwasser“ gibt es im bzw. aus dem breit dahinfließenden Fluss.
Das erste gemeinsame Abendessen findet im Freien auf Matten statt und wird unterbrochen durch das Wehklagen eines der Mulitreibers  (Hermusch – هرموش), der starke, pulssynchrone Zahnschmerzen hat (ein Zahn war ausgebrochen, die kariöse Wurzel steckte noch drin, und hätte eigentlich entfern werden müssen, aber wir hatten keine geeignetes Equipment, also blieben nur Schmerzmittel).

3. Tag Weites Yagour-Plateau - das Land der Schäfer (Dienstag, 21.08.2012)
Nach dem Frühstück wandern wir los und verlassen das Zat-Tal kurz vor dem Dorf Ait Stimane. Mediterran anmutende Pflanzen wie Steineichen, aber auch Bergpalmen wachsen an den Hängen, auf denen wir bergauf gehen.

Am Wegesrand gibt es Kakteengewächse (Opuntien) mit reifen Früchten  und Mohammed zeigt uns, wie man es schafft an ihr Fruchtfleisch zu kommen, ohne dass man sich an den Kaktusstacheln (mit Wiederhaken versetzte borstenartige Dornen, sog. Glochiden)  verletzt. Zuviele dieser Kakteenfrüchte soll man nicht essen, sonst bekommt man Verstopfung, meint er.

Nach 3,5 Stunden prägt rote Erde sowohl die Umgebung als auch die kubischen Flachbauten des Dorfes Ouarzast (2.000 m), das den Beginn des weitläufigen Yagour-Plateaus markiert. Wir wandern über die Sommerweiden der Hirten, die hier in einfachen Steinhäuschen leben. Im Frühsommer strahlt die Hochebene saftig-grün, im Spätsommer leuchten die Gräser goldgelb vor den Bergen. Prähistorische Felsgravuren zeugen von einer sehr frühen Besiedlung

Wir steigen am Rand des Plateaus ein kleines Stück ab und erreichen unseren Lagerplatz (2.100 m) an einem kleinen Wasserlauf. Trinkwasser gibt es im Seitental, in dem einige bewohnte Häuser stehen und wo ein Schlauch fragliches Quellwasser zu Tage fördert. Sicherheitshalber desinfizieren die meisten von uns das aus Flüssen oder wie hier aus Oberflächewasser-Quellen stammende Wasser mit Micropur, zumal wenn, wie hier, die Flächen beweidet sind und viel Müll herumliegt.  Gebadet wird heute in Gumpen, in Gesellschaft von Fröschen. Abends erzählt uns Uwe etwas zur Geschichte  der Berber. In der Folge gibt es dann noch weitere „Vorlesungen“: zur Geschichte Morokkos und zur Geschichte des Islam.

4. Tag Zwischen Bergpalmen zum Ourika-Tal (Mittwoch, 22.08.2012)
Wenn wir heute Morgen dem Tal folgen, wandern wir oberhalb einer tief eingeschnittenen Schlucht. Frühmorgens können wir sehen, wie die Schäfer die Tiere über Nacht in den bizarren Schluchtwänden in scheinbar unerreichbaren und durch Steine befestigten Nischen schützen. Erst bei Tagesanbruch und wenn kein Schakal mehr zu befürchten ist, werden die Schafe und Ziegen wieder auf die Weiden geführt.

Nach etwa einer Stunde erreichen wir den Pass Tizi n´Igrane (2.000 m), von dem aus ein teils steiler Abstieg durch von Bergpalmen üppig bewachsene Hänge folgt. Die hiesige Palmenart wird nicht sehr hoch und bildet schöne, fächerartige Blätter!
Wir steigen bis ins Tal ab und überqueren bei einer Hängebrücke den Bach des Ourika-Tals.

Der über eine Straße erreichbare Ort Setti Fatma ist ein beliebtes Ausflugs- und Pilgerziel. Wir fahren dorthin in einem „Sammeltaxi“ (mit Fahrer 17 Personen!) Am Ende des turbulenten Ortes kehren wir ein auf ein Glas frisch gepressten Orangensaft und einen Milchkaffee („Nusnus“). Teilweise stehen Tische im Fluss (im Wasser).

Wir folgen dem Tal noch eine halbe Stunde weiter bis zu unserem Campingplatz bei Walnussbäumen, am Eingang der Ait Boulmane-Schluchten (1.500 m), auf dem es a, ziemlich schmuddelig ist und b, wo es den ganzen Nachmittag und Abend regnet.

5. Tag Granitkugeln, Wasserplätschern und Terrassendörfer (Donnerstag, 23. August 2012)
Schon in der Morgendämmerung (6:30 Uhr) starten wir. Ausgerüstet mit Stirnlampen und Wassersandalen oder Turnschuhen (sowie Picknick-Tüten) wandern wir im erst breiten Bachbett, das dann zu einer immer engeren Schlucht wird. Zwischen unzähligen alten Walnussbäumen plätschert der Bach und wir queren ihn des Öfteren zwischen großen Granitfelsen. Mit etwas Glück können wir in dem idyllischen Tal die hier lebenden Berberaffen entdecken. Sie sind eher scheu, können aber in größeren Familien auftreten. Wir sahen keine, lediglich einmal war ein Schrei zu hören, der nach Affe klang.

Wir steigen wieder in unsere Bergschuhe und wandern aus dem Tal hinaus eine Stunde bergauf bis Tamatert (1.900 m). Riesige, mehrere Hundert Jahre alte und sehr gepflegte Terrassenfelder umgeben die Lehmhäuser des Dorfes.

Der heutige Tag ist sehr intensiv und beschert uns vielfältige Eindrücke! Wir überqueren Bergpässe, rasten in einem großen, paradiesisch von Wasserläufen durchzogenen Wald aus Walnussbäumen und steigen zwischen knorrigen, alten Wacholderbäumen einen Serpentinenweg hinauf. Vom Tizi n´Amanal (2.600 m) genießen wir den Rundblick in die abgelegene Bergwelt.

Wir erahnen, was diese Lage für das tief unter uns liegende, von grünen Terrassenfeldern umgebene Dorf Amanzal bedeutet. Sehr einsam, fern jeglicher Straßen gelegen, hat es weder Strom noch Telefonanschluss. Wir begegnen Berberfamilien bei der Feldarbeit und werden neugierig betrachtet - Besucher sind eine willkommene Abwechslung, insbesondere die Kinder, die mit großer Ausdauer um Bonbons betteln oder um einen „stilo“ (Kugelschreiber). Etwas größere Kinder verkaufen und Cola und Fanta, das sie vom nahen Dorf auf den Pass geschleppt haben – samt Eimer mit Wasser zum Kühlhalten. Die Wäsche wird - natürlich ausschließlich von Frauen - gemeinsam gewaschen.

Im Dorf weiß uns Mohammed ein Haus, in welchem er uns im geräumigen Gästezimmer einen grünen Tee mit Nana-Minze zelebriert. An Zucker (Konfektionsgröße Feuerzangenbowle) wird nicht gespart. Beim grünen Tee werden vom ersten Aufguß ein oder zwei Gläser verworfen, dann wird das Ganze  (schwarzer Tee samt Zucker) aufgekocht. Nach Auschalten der Gasflamme kommt die Nana-Minze dazu, sie darf nur ziehen. 
Immer einsamer wird es, wenn wir dem schönen Bachlauf stetig bergauf folgen. Wir passieren mit Mauern und Geäst umfriedete Tiergehege.

Es gibt reichlich verrotteter Rinderdung, der dann andernorts (auf den Terrassenfeldern des Dorfes) ausgebracht wird.
Nach einem anstrengenden Tag erreichen wir unseren Lagerplatz bei Granitfelsen, am Fuß des Tizi n´Boukchouch (2.600 m).

6. Tag Gebirgspässe und Fernblick (Freitag, 24.08.2012)   
Eine knappe Stunde steigen wir morgens bergauf bis zum Pass Tizi n´Boukchoud (2.976 m) und nach einem kleinen Zwischenabstieg zum zweiten Pass Tizi n´Taroutourte (2.976 m).

Belohnt werden wir für unsere Mühe mit einer fantastischen Aussicht in die umliegende Bergwelt des zentralen Hohen Atlas. Von diesem Pass aus ist der Toubkal (4.167 m) sehr schön und deutlich zu sehen. Der Jebel Iferouane zeigt sich leider noch nicht, da er noch durch davor stehende große Berge verdeckt wird.
Durch eine sehr karge Landschaft steigen wir auf einem Geröllpfad in ständigem Zickzack bergab. Mittags erreichen wir eine Gegend mit mehr Grün, unser Wanderweg führt durch kleine Dörfer, Terrassenfelder und die Weiden der Schäfer. Einziges Transportmittel in dieser Region sind Esel oder Mulis. Wer seine Familie im Nachbardorf besuchen möchte, geht zu Fuß oder reitet. Jeder Besuch eines Marktes bedeutet für die Menschen in diesem Teil des Hohen Atlas eine längere Reise.
Die Berbermädchen und Frauen sind bunt angezogen, haben tiefschwarze Augen und Haare und wirken recht selbstbewußt. Anders als andere islamische Frauen schauen sie uns direkt in die Augen.
Je nach Bedingungen werden wir heute noch ein Stück bergauf steigen. Das geplante Camp auf etwa 2.900 m Höhe ist zwar klein und etwas staubig, aber im Hinblick auf die morgige, lange Etappe geeignet, um bereits heute etwas an Höhe zu gewinnen.

7. Tag Jebel Iferouane (4.020 m) - einsamer Viertausender (Samstag 25.08.2012)
Wecken um 5:00 Uhr, Abmarsch um 6:30 Uhr zum Aufstieg auf unseren ersten Viertausender. Im Morgenlicht erreichen wir den Pass Tizi Tougrou Oudad (3.260 m).

Kissenförmige Pflanzen und viele kleinwüchsige Disteln haben hier Fuß gefasst. Der folgende, teils weglose Aufstieg führt meist über Blockgestein und ist daher gut zu gehen. Kleinere Vorgipfel liegen am Weg, bis wir schließlich nach etwa 4 Stunden (gegen 11 Uhr) den Jebel Iferouane erreichen. Er ist der Hauptgipfel des unter uns liegenden Massivs des Adrar n´Dern. Wir haben einen großartigen Rundumblick, der bis zum Toubkal-Massiv und zum Südlichen Atlas mit dem Siroua-Massiv reicht.

Beim Abstieg verlieren wir schnell an Höhe, da teilweise ein lustiges Gleiten über kleinste Geröllsteinchen möglich ist.

Wir wandern durch eine karge Mondlandschaft mit kunterbunten Berghängen, deren Farben zwischen Orange, Lila, Feuerrot und Ocker wechseln, als hätte ein Töpferofen lauter gebrannte Steinchen mit verschiedenfarbigen Glasuren ausgeworfen.
Nach einer Mittagsrast - heute gibt es ein Picknick - wandern wir durch ein Tal bergab. Mannshohe Disteln mit violetten Blüten säumen das Bachbett. Nach etwa 3 Stunden Gehzeit vom Gipfel aus erreichen wir unser Lager (2.950 m) bei einer Wiese mit einem Bächlein. Für den Rest des Nachmittags können wir uns erholen.

8. Tag Grüne Täler in wüstenhafter Landschaft (Sonntag 26.08.2012)

Von unserem Lager gehen wir morgens etwa 30 Minuten bergauf zum Aourai-Pass (3.050 m), von wo aus wir den Toubkal, den höchsten Berg Nordarfrikas (der höchste im Bild unten) sehen.

Danach wandern wir über eher karge, kuppelförmige Berge in leichtem Auf und Ab weiter. Der eher steinige Boden ist mit Blütenpflanzen übersät, die sich den ariden klimatischen Bedingungen angepasst haben. Wie kleine Polsterkissen wachsen die unscheinbaren Pflanzen und tragen selbst im Spätsommer noch viele, kleine Blüten oder sternförmige Distelblüten. Beim Wandern schweift der Blick über die weite, wüstenartige Landschaft hinunter in die Täler, durch die sich, wie ein grünes Band, die Terrassengärten der Dörfer ziehen.

Nach etwa 4 Stunden erreichen wir das ursprüngliche, kleine Dorf Amsouzart (1.740 m). Am Dorfplatz befindet sich unsere Herberge, ein einfaches, aber sauberes Berberhaus (Gîte d’étape "Himmiomar"), in dem wir übernachten und heiß duschen können. 
Ibrahim, der sympathische Besitzer, betreibt auch das Dorf-Café unter dem alten Baum und wir können den Nachmittag bei einem herrlichen Kaffee oder frisch gepressten Orangensaft verbringen und uns erholen – oder einen Spaziergang durchs Dorf machen. Das Abendessen kocht unser Mohammed (alias Mohszin)

9. Tag Zum Hochgebirgssee Lac d´Ifni (Montag, 27.08.2012)
Heute wandern wir durch verschiedene Dörfer, sehen schöne, kleine Moscheen, Lehmbauhäuser und vom grünen Hang herunterplätschernde Wasserfälle. Dann wird das Gelände immer steiniger. Wir wandern bergauf zu einem 2.400 m hohen Pass und befinden uns bereits in der sehr weitläufigen Schutzzone des Toubkal National Parks.  Links im Bild Tifinar-(Tuareg-)Schriftzeichen – in welchen manche Berber schreiben, die meisten schreiben eher in arabischer Schrift.

Vom Pass aus erblicken wir schon den smaragdgrünen Lac d´Ifni, der in eine bizarre Hochgebirgsszenerie eingebettet ist. Unser Weg führt uns um sein Ufer herum bis zu unserem Zeltlager (2.300 m) direkt am See. Am Nachmittag können wir uns erholen und die wechselnden Lichtstimmungen inmitten schönster Natur genießen.

10. Tag Ins Herzstück des Toubkal National Parks (Dienstag, 28.08.2012)
Bei beginnender Morgendämmerung machen wir uns auf den Weg weg vom See und aufwärts durch die Ouanoums-Schlucht bis zum Pass Tizi n´Ouanoums (3.700 m), den wir nach etwa fünf Stunden erreichen.   

Nun haben wir eine fantastische Aussicht auf das zurückliegende Trekkinggebiet sowie auf den Ifni-See einerseits und die Viertausender der Toubkal-Region andererseits. Insgesamt gibt es im Hohen Atlas neun Viertausender.
Auf einem steilen Serpentinenweg steigen wir ab und erreichen das Hochtal, das uns schließlich zum Toubkal Base Camp (3.200 m) führt. Wir zelten zwei Nächte unweit der Neltner-Hütte. Diese ist zwar sehr spartanisch und oft überfüllt, aber wir haben die Möglichkeit, die dortigen Sanitäranlagen zu nutzen und heiß zu duschen.

Abends gibt es eine Vorlesung über die Geschichte des Islams (Aufspaltung in Sunniten und Schiiten).

11. Tag Besteigung des Toubkal (4.167 m,  laut GPS von Uwe 4180  m) Mittwoch, den 29.08.2012
Sehr früh am Morgen beginnt der Aufstieg zu unserem zweiten Viertausender, dem höchsten Berg Nordafrikas, Djebl Toubkal تونقال. Obwohl die Besteigung technisch keine besonderen Schwierigkeiten aufweist, benötigen wir vor allem Ausdauer und Trittsichereit. Wie schon am Iferouane sind es Sirko, Katrin und Ulrich, die zusammen als erste am Gipfel ankommen, auf den Toubkal  bereits um 8:40 Uhr, nach nur 2 Std. 10 Min Gehzeit für knapp 1000 Höhenmeter – was in dieser Höhe ein gute Zeit ist und für unsere gute Akklimatisation spricht. 

Der Lohn für unsere Mühe ist die Aussicht auf das gesamte Toubkal- und das Siroua-Massiv.. Zu einem späten Mittagessen sind wir wieder am Toubkal Base Camp. Der Nachmittag dient der Erholung.

12. Tag Dritter Viertausender Timzguida n´Ouanakrim und Abstieg nach Aremd (Donnerstag, den 30.8.2012)
Heute gibt es mehrere Optionen - je nach Wunsch und Gipfelambition! Für Wanderer mit sehr guter Kondition und sehr gutem Durchhaltevermögen ist das volle folgende Programm (A+B+C) machbar. Sie können sich vormittags alternativ auch ausruhen und nur den Abstieg (C) wählen, oder die Kombination aus A+C planen.
(A) Noch bei Dunkelheit oder im ersten Morgenlicht steigen wir talaufwärts und erreichen nach etwa 1,5 bis 2 Stunden den Pass Tizi n´Ougane (3.750 m). Von dort bietet sich eine recht gute Aussicht auf beide Seiten der Täler und vor allem in die südlichen Bergregionen sowie in Richtung Siroua-Massiv.
Wer nur bis hierher mitgehen möchte, kann vom Pass aus den Weg zurück zum Camp wählen (dann beträgt die Gehzeit Camp - Pass Tizi n´Ouganae - Camp ca. 3,5 Stunden hin und zurück). (B) Zwischen verschiedenförmigen, bizarren Felsspitzen gehen wir hinauf. Der Berg flacht dann etwas ab, seine Form erinnert an eine große Kuppel. Der Boden ist komplett mit bläulich-metallisch glänzendem Gestein übersät (ähnlich dem Wüstenlack) - eine Reaktion auf die ständige, intensive Sonneneinstrahlung. Der Gipfel des Timzguida n´Ouanakrim (4.089 m, laut Uwe’s GPS 4104 m) wird wenig begangen, da er “nur" ein Viertausender in der Nachbarschaft des viel berühmteren Toubkal ist. Wir finden aber, dass gerade dieser Gipfel wegen der Einsamkeit, der abwechslungsreichen Route und wegen des herrlichen Fernblicks sehr reizvoll ist. Für die Gipfelbesteigung ist erst ein steiler Aufstieg durch Blockgestein und etwas Geröll zu bewältigen. Sicherungstechnik ist nicht notwendig, es gilt jedoch, trittsicher zu sein, ab und zu etwas zu kraxeln und die Hände am Fels mal zu Hilfe zu nehmen.
Wer den Gipfel besteigt, kann vom Camp bis zum Gipfel und zurück mit ca. 5,5 Stunden reiner Gehzeit rechnen.  Höhendifferenz Camp/Gipfel und zurück im Auf- bzw. Abstieg 950 m.

Zurück im Camp, werden wir von unserem Koch bereits mit einem warmen, stärkenden Mittagessen erwartet. Wir ruhen uns etwas aus und sind bald wieder fit für den vor uns liegenden Abstieg. Die Mulitreiber erhalten die von Uwe vorbereiteten Trinkgeld-Kuverts ausgehändigt. Mohammed I verabschiedet sich von allen Mulitreibern mit Umarmung und Küsschen links und Küsschen rechts. Unsere Sachgeschenke teilen sie unter sich auf.

(C) Wir verlassen das Toubkal Base Camp und wandern auf einem sehr gut begehbaren, meist breiten Weg das Tal hinunter. Heute Nachmittag bewältigen wir zwar eine Höhendifferenz von 1.280 m bis Aremd, jedoch es geht stetig und gemäßigt auf gutem Weg bergab. Eine Trinkpause gibt es auf halber Strecke beim „Marabu“ (Sidi Chamharouch). Ab da begleiten uns zahlreiche Pilger und Pilgerinnen. Die Aussicht auf die heutige Unterkunft in einem Berberhaus mit heißer Dusche und einer sehr schönen Terrasse lohnt die Anstrengung.

Höhendifferenz vom Camp bis Aremd im Abstieg 1.280 m. Übernachtung im Berberhaus (Mehrbettzimmer, DU/WC)

13. Tag Rückkehr nach Marrakech (Freitag, 31.8.2012)
Beim Frühstück Übergabe des Trinkgeldes an unseren Koch (durch Ulrich), der eher verlegen reagiert.
Nur noch eine knappe Stunde wandern wir leicht bergab bis zum Ort Imlil, dem Bergsteiger-Mekka Marokkos. Hier bleibt Zeit für ein paar Fotos,

dann steigen wir in unseren Kleinbus, der uns in knapp 2 Stunden zurück nach Marrakesch ins Hotel Oudaya bringt. Nach dem Mittagessen, dass wir nur ein paar Häuser weiter einnehmen, fahren wir in die Innenstadt um die Stadtbesichtigung nachzuholen, die bei Reisebeginn Ramadan-bedingt hatte ausfallen müssen. Wir werden von einem deutsch sprechenden Guide namens Hasan betreut. Wir besichtigen den reich mit Mosaiken verzierten Bahia-Palast mit seinem idyllischen Innenhof. Kleine Gassen mit Werkstätten und Kunsthandwerksläden führen zur Medersa Ben Youssef. Ein verschwenderisch mit Stuck und Mosaikfliesen verzierter Innenhof bildet den Mittelpunkt der über 400 Jahre alten Koranschule. Im großen Wasserbecken spiegelt sich eindrucksvoll und farbenfroh die ganze Pracht orientalischer Zierde.

Anschließend können wir in der Medina die Gassen der weitläufigen, überdachten Souks, des größten Marktes von Marokko, in Eigenregie durchstreifen und in das bunte Treiben auf dem Hauptplatz, dem Djemaa el Fna, eintauchen. Hier erwarten uns Gaukler, schlangenbeschwörer und Märchenerzähler. Die Atmosphäre und das Geschehen sind einzigartig auf der Welt und wurden von der UNESCO zum oralen Weltkulturerbe erklärt. Wir trinken frisch gepresste Säfte (Orangen-, Pampelmuse-, Zitronensaft) oder Marokanischen Pfefferminztee und tätigen doch diverse Einkäufe (Schmuck, Kaschmir-Tücher, einen geflochtenen Korb, Datteln, türkischen Honig, einen Blumentopf mit Nana-Minze ….). Niemand von uns hatte Lust auf einen Schaftskopf (s.u.) oder eine Zahnbehandlung (unterstes Bild).

Am Abend treffen wir uns in der Medina und speisen in einem stilvollen Restaurant, in einem Innenhof, in dem ein Brunnen plätschert, arabische Musik mit Laute und Tambourin zelebriert wird, zahlreiche Ober bedienen uns, es gibt pro Tisch je eine Flasche marokkanischen Weiß- und Rotwein – auf Kosten der Agentur Hauser. Einer von uns spricht ein paar freundliche Worte zugunsten unseres local guide Mohammed (und übergibt ihm unser Trinkgeld), und anschließend auch noch zugunsten von Uwe. Dieser bedankt sich seinerseits bei uns, wir seien ein pflegeleichte Gruppe gewesen.

14. Tag Flug nach Frankfurt (1. September 2012)
Frühmorgens Transfer zum Flughafen und Flug von Marrakech über Casablanca zurück nach Frankfurt. Am frühen Nachmittag Ankunft in Deutschland.

(Einen nahezu identischen Reiseverlauf findet sich übrigens unter www.urlaubundnatur.de)
Aktuelle Hauser-Angebote gibt es auf www.hauser-excusrsionen.de, hier die für das Jahr 2017

 

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