Georgien_Armenien 2015

Georgien und Armien - Aktiv im wilden Kaukasus - Wandern und Kultur - Wikinger Reise-Nr. 8932 - 11.07. bis 22.7.2015

 

1. Tag, Sa 11.Juli 2015
: Abflug von München – Terminal 2.  Lufthansaflug LH 2556 - 21:20 Uhr.  Wartebereich Gate H 19. Wer von denen die da sitzen ist mit von der Partie? Mir gegenüber liest eine Dame „die Zeit“, Wanderkleidung, feste Schuhe, die vielleicht?
Im Flieger neben mir eine junge, gut deutsch sprechende Frau, die zu ihrer Familie nach Georgien fliegt. In der Reihe vor mir ein zwei Jahre alter Bub, schreit, wird mit Flasche beruhigt, die auf Bitten der Eltern von der Stewardess mit Milch gefüllt wird. Wenig später erbricht er diese, zu gleichen Teilen, auf beide Eltern. Der Flug zieht sich. Senkflug? Nein doch noch nicht. Ankunft in Tblisi (Tiflis) gegen drei Uhr. Wir werden von „Ana“ (Ana Purtselaze,
) mit Wikingerschild empfangen. Bis alle ihr Gepäck erhalten haben sollen die ersten schon mal Geld tauschen – bei einer verschlafenen unfreundlichen Bankangestellten. Erst jetzt wissen wir, wer alles zur Gruppe gehört. Mit Bus in die Altstadt von Tblisi, ins KKM Hotel in der Metekhistr.10. Geräumiges Doppelzimmer. Intakte Sanitäranlagen. Wummende Bässe von irgendwoher aus der Umgeben – um diese Uhrzeit
 
2. Tag, Sonntag, 12.7.2015: Willkommen in Georgien!
Nach dem Frühstück – auf der Dachterrasse - brechen wir auf zur Stadtbesichtigung. Alle interessanten Baudenkmäler der Altstadt liegen nahe beieinander, so dass wir die Stadt bequem zu Fuß erkunden können. Zunächst Besichtigung der Altstadt mit der Metechi Kirche (13. Jahrhundert) und dem Reiterstandbild des Stadtgründers Wachtang Gorgasali.

 
 
 
Von hier hat man einen tollen Blick auf den Fluss Mtkwari und die Altstadt. Wir schlendern durch Gassen mit vielen Lokalen und kommen zu einem Stand mit Süßigkeiten (z.B. Nüsse in stark eingedicktem Fruchtsirup, so dass diese wie eine Perlenkette an Schnüren aufgehängt werden können). Vorbei an der Synagoge kommen wir zur Hauptkirche, der Sioni Kathedrale, in der das Weinrebenkreuz der heiligen Nino aufbewahrt wird - und gerne geheiratet wird


und schließlich zur ältesten Kirche der Stadt, der Antschischati Kirche (6 Jh.). Mittagspause am Theaterplatz.

 
 
Bezahlen schwierig mangels kleiner Scheine. Einem von uns fällt einTeller vom Tisch, er muss ihn bezahlen. 6 ½ Lari. Der Bus bringt uns zu einer Anlage hoch über der Stadt, die einem Milliardär gehört und rundum von Mauern und Toren umgeben ist. Schöner Blick über die Stadt. Entlang der Nariqala Festung (4. Jahrhundert) wandern wir
 
 
hinunter zum Bäderviertel (Moschee und arabische Bäder). Hier treffen wir auf eine Hochzeitsgesellschafft.


Ganz in der Nähe ist ein Museum. Wir erhalten eine deutschsprachige Führung, die uns interessante Details zu den zahlreichen Gold und Silberexponaten erzählt. Dann Busfahrt in die Peripherie der Stadt: Während eines Besuches im WWF Büro erfahren wir eine Menge über die Schutzgebiete im Kaukasus, teils auf englisch, teils auf deutsch. Politische Zwistigkeiten machen einen grenzüberschreitenden Schutz von Tieren und Pflanzen sehr schwierig. Jeder bekommt ein WWF-T-Shirt Abendessen in einem georgischen Restaurant in Hanglage am Stadtrand. Da hier auch Bier gebraut wird riecht es ziemlich säuerlich. Als Vorspeise mit Gurken- und Tomatensalat, der mit viel frischen Kräutern (Koreander) versetzt ist. Und es gibt Bohnen mit Walnusspaste. Als Hauptgericht gibt es Fleischspieße in Teig, Röstkartoffeln, Pilze…Brot / Bier. Vom Hotel aus Abendspaziergang zur neuen Kreuzkirche oben am Berg – mit Passage eines Bezirks mit vielen kleinen Läden in denen die Einheimischen einkaufen und bis spät in die Nacht unterwegs sind.

3. Tag, Mo 13.7.2015: Weinanbau und Weinproben
Heute regnet es. Mit einem Bus wollen wir nach Kachetien fahren, dem bekanntesten Weinanbaugebiet Georgiens und die Burganlage Gremi besuchen. Zunächst ist es für den Busfahrer aber gar nicht so einfach aus den engen Gassen beim Hotel herauszukommen. Er muss vor und zurück rangieren. Wir fahren an Plattenbauten vorbei, sehen in den ärmlichen Ortschaften oberirdische Gasleitungen entlang der Straße und Häuser, die häufig in einem sehr schlechten baulichen Zustand sind. Viele auch junge Männer kauern am Straßenrand. Pinkelpause an einer Art Rastplatz mit vielen kleinen Ständen, wo ebenfalls, wie schon in Tiblisi, Fruchtsirupstangen und Nüsse verkauft werden. Bei Grujani (?) gelangen wir ins Alzani Tal der wegen der hohen Wasserentnahme weitgehend ausgetrocknet ist. Wir passieren Kvareli und halten unterhalb der Burganlage Gremi, auf die wir zu Fuß hochgehen. Anschießend Trinkpause im Kaffee der nahegelegenen Klosteranlage. Anschließend fahren wir nach Kvareli. Nach einem Besuch der Weinfabrik „Kindzmarauli“, - wir bekommen auch den Keller gezeigt, wo der Wein früher in Tonkrügen gelagert wurde,

 
mit einer Weinprobe der besten Markenweine aus den Rebsorten Saperavi und Rkatsiteli, fahren wir zum Hotel, das auch dem Weingut gehört.


Dort Abendessen und Übernachtung. Vor dem Schlafengehen Spaziergang zu zweit durch die etwas unheimlich-dunkle Stadt. In einer Minischänke bekommen wir dünnes Bier aus dem Zapfhahn in den Plastikbecher, für wenig Geld (3 Lari – ca 1.20 Euro), mit freundlichen Gesten (unser russisch reicht leider nicht für eine Unterhaltung).

4. Tag, Di 14.7.2015: Abenteuer Tuscheti Nationalpark
Eine Region mit unberührter Natur, mittelalterlichen Wehr - und Wohntürmen und ungewöhnlicher Traditionen erwartet uns heute – Tuscheti.
Wir starten um 8 Uhr von Kvareli aus. Wieder vorbei an Gremi. Dann Napareuli (wo es ein Weinmuseum gibt, das wir aber nicht anschauen). In Pshabeli Umstieg auf Geländewagen. Wir sind mit drei Wagen unterwegs, die Fahrer heißen Tornige
, David (genannt Dato) und Basili. Wir fahren zunächst entlang des Flusse Stori und folgen Serpentinen, die uns hoch in die Berge führen und uns mit schaurigschönen Ausblicken auf tiefe Schluchten, Wasserfälle und Blumenwiesen verwöhnen. Den Pass Abano überqueren wir auf einer Höhe von fast 3.000 Metern und fahren weiter bis zur Ortschaft Omalo, das im Tal des oberen Alzani liegt (Gometsari’s Alzani, Tusheit protecti are, 120 000 ha). Nach einer Mittagspause machen wir eine Wanderung zum oberen Omalo –  Keselo, 3 Übernachtungen in Omalo im Guesthouse Shinai. Vor dem Abendessen gemeinsame Besichtigung der Wehrtürme von Omalo.

 
In einem der Türme ist eine Art Heimatmuseeum eingerichtet worden – von Davids Vater, einem Historiker, der uns persönlich durch die seine Schätze führt.


Weiße Steine halten die bösen Geister ab.
Am Gegenhang ist oben unterhalb des Waldes ein Friedhof,

 
der dritte Hügel im Umkreis des Ortes ist ein „heiliges Areal“, was u.a. bedeutet, dass gebärfähige Frauen keinen Zutritt haben, auch keine Pferde.


Zum Abendessen gibt es Weißwein „Teliani Valley“ (Manavis Mtsvane)
 
5. Tag, Mi 15.7.2015: Erste Fotos vor dem Frühstück. Immer wieder sind es die Wehrtürme, die sich als Motiv anbieten.
Da heute gutes Wetter ist – und die Jeeps bei regennassen Straßen (à Schlamm, Rutschgefahr bei steilen Passagen) nicht fahren können, wird das Programm von Tag 6 auf Tag 5 verlegt Unsere „Wanderung durch die Geschichte“ geht gleich bei Herberge los, hinunter in den größeren unteren Dorfteil (Schule, ein Tante Emma Laden, ein Reiter prescht an uns vorbei, wir passieren ein verlassenes Haus neben dem eine haushohe Satellitenschüssel steht, sei früher militärisch bzw. nachrichtendienstlich genutzt worden; am Ortsrand wird ein Hotel gebaut; der Tourismus in Tuschetien hat wachsende Tendenz, auch in Omalo - trotz der abenteuerlichen Zufahrt über den Abano-Pass. Aber die Straße wird ja gerade ebenfalls ausgebaut.
Wir überqueren einen Oberlauf des Alaznai, das Wasser ist grau-schmutzig, nach dem Regen fast reißend. Wir treffen auf einen Schäfer. Es geht weiter bergan bis zum ersten der beiden Dörfer, die wir heute aufsuchen werden, Schenako. Kurz vor dem Dorf liegt ein demoliertes Auto. Bei der Kirche von Schenako treffen wir auf Georgier, die ein Schaf halten, es möglicherweise opfer-schlachten oder, das würde auch zählen, dreimal um die Kirche führen.

 

Jedenfalls warten sie, bis wir wieder weitergezogen sind. Wir bekommen nur mit, dass die Einheimischen, auch die Jungen, einige von den in der Kirche vorhandenen Ikonen küssen und sich vor Ihnen bekreuzigen. Es handelt sich laut Ana wohl um ein Familientreffen. Schon am Vorabend ist kräftig gefeiert worden. Das demolierte Auto war das Resultat von Übermut unter Alkoholeinfluss.
Wir machen eine längere Pause an einem Waldrand oberhalb von Schenko mit weitem Blick ins Tal, in dem die Gärten, und Feldern und Kuhställe der Dorfbewohner liegen. Wir lassen uns die Sonne auf den Pelz scheinen und verzehren den Inhalt der Picknicktüte: eine Tomate, ein Ei, Käse und Brot.
Die Dörfer Schenako und Diklo faszinieren durch ihre schöne Architektur. In Schenako bewundern Häuser mit schönen Holzschnitzereien. Diklo besteht aus zwei Teilen. Das neue Diklo zeigt den Einfluss der Tbilisser Architektur des 19. Jahrhunderts: jeder Bewohner hat einen Balkon angebaut, der nach dem Geschmack des Hausbesitzers mit reichen Holzschnitzereien geschmückt ist.

 

Die Ruinen des alten Diklo erzählen die Geschichte der widerstandsfähigen Einwohner, die Jahrhunderte lang gegen die Überfälle der benachbarten Lesginer aus Dagestan kämpften.

 
Während wir zunächst von einem am frühen Nachmittag bereits alkoholisierten Alten beschimpft werden, ist der Empfang in der Teesstube herzlich. Draußen wird diese und das, was im Ort selbst hergestellt wurde, angeboten, aber sie machen kein großes Geschäft mit uns. Wir sitzen in der Runde und plaudern. Wir bekommen ein Heimatbuch gezeigt, das viele schöne Bilder enthält, historische und aktuelle.

 
Am Dorfrand treffen wir auf zwei polnische Mountainbiker, die gerne das Angebot annehmen, sich – samt Fahrrädern – vor dem Hintergrund schneebedeckter Berge (Dagestan) fotographieren zu lassen.


Zurück in Omalo gibt es ein kräftiges Gewitter und wieder reichlich Regen.

6. Tag, Do 16.7.2015: Das Sommerdorf Kvavlo
Heute fahren wir nach Dartlo und wandern von dort bis zum nächsten Dorf Kvavlo, das nur im Sommer bewohnt ist. Nach einem schönen Spaziergang durch das Dorf fahren wir zurück nach Omalo.
Es beginnt mit einer kurzen Fahrt mit den Jeeps. Bei einem Wiesengelände (wo wir auf der Rückfahrt wieder einen Stopp machen um zu einer hölzernen Aussichtskanzel zu gehen) steigen wir aus und wandern relativ lange bergauf. Zwischen den Tannen immer wieder mal ein Blick zurück auf die Wehrtürme von Omalo. Auf einer Hochebenen mit wunderschönen Blumenwiesen nehmen zwei von uns das Angebot an, einen Abstecher hoch auf eine Bergkuppe machen zu dürfen und die Fernsicht von dort oben zu genießen. Die anderen machen derweil Pause. Dann geht es lange bergab nach Dartlo. Hier Kaffeepause. Wer mag, und das sind dann fast die Hälfte der Gruppe, der konnte noch einmal 250 Höhenmeter hinauf nach Kvavlo gehen. Zwischen den verfallenden Häusern fanden wir eine Gruppe von Männern und eine ältere Frau, die Valida der Familie Filize (oder so ähnlich). Sie waren damit beschäftigt Gestenbier (Aludi) zu brauen – für das Dorffest am kommenden Wochenende (17. Und 18.7.), eine Aktion, die mehrere Tage in Anspruch nimmt.


Die Männer saßen eher untätig herum, unterhielten sich, tranken Schnaps und luden auch uns dazu ein. Es dauerten nicht lange, dann wurde Freundschaft getrunken („Wantang-Gori), aus Trinkhörnen, mit ineinander verschränkten Armen und natürlich auf ex.



7. Tag, Fr 17.7.2015: Kultur und Kulinarisches auf dem Weg nach Tiflis
Nach dem Frühstück brechen wir auf in Richtung Tiflis. Zur Mittagszeit erreichen wir Telavi und besuchen die Alaverdi Kathedrale, die bereits im 11. Jahrhundert erbaut wurde. Zu Mittag essen wir bei einer einheimischen Familie und fahren anschließend weiter nach Tiflis.
In den Morgenstunden gibt es ein Gewitter, es regnet, alles ist voller Nebel.


Wir starten mit drei Jeeps, aber nach wenigen Kilometern hat ein Jeep ein technisches Problem: die Lenkkraftverstärkung fällt aus, der Fahrer (Tornige) hält und ordert ein Ersatzfahrzeug. Es gibt mehrere knifflige Passagen, ein kleiner Erdrutsch kann nur überwunden werden, in dem alle – bis auf den Fahrer – aussteigen.

Immer wieder heißt es warten oder gar ein paar Meter zurück zu einer Ausweichstelle fahren, weil uns immer mehr Fahrzeuge entgegenkommen: Einheimische, die zu Wochenende bzw. zum Dorffest nach Omalo /Dartlo-Kvavlo fahren. Glücklich, diese Fahrt ohne Unfall (und ohne Sturz in den Abgrund) überstanden zu haben, steigen wir unten im Tal bei der Alaverdi-Kirche aus. Nach Besuch der dem heiligen Georg geweihten Kirche geht es in unseren Kleinbus (Fahrer: Murtasi) weiter nach Telavi, wo wir oben am Stadtrand auf der Terrasse eines kleine Familienhotels – mit Blick auf Stadt und Garten – gar köstliche Speisen und Früchte (Kiwi, Maulbeeren; Auberginen mit Walnuß-Paste) essen.
Um nach Tiflis zu gelangen nimmt der Busfahrer nicht die Schnellstraße sondern die kürzere aber sehr kurvenreiche Strecke über die Berge. Es ist noch Zeit bis zum Abendessen, so dass wir nach dem Einchecken im Hotel in Tiblisi (wieder in der Mehteki Str. 10, im Nebengebäude) ist noch Zeit für eine Tasse türkischen Mokko, ein Geldwechsel und eine kleine Runde durchs Viertel. Um 19:45 ist Abmarsch zum „bread house“, einem bekannt-guten Lokal in der Nähe des Bäderviertels (Gorgasali Str. 7; Tel 00995 32 2303030), wo wir im ersten Stock an einem langen Tisch unser gemeinsames Abschiedsessen einnehmen, Abschied von Georgien und von Ana Purtselaze. Der Germanist in der Gruppe hält die Rede, er – als Lehrer – habe sehr bewundert, wie gut sie Gruppe im Griff hatte, dass sie uns Georgien näher gebracht hat und dass für uns die Erinnerung an Georgien immer auch mit der Erinnerung an Ana verknüpft sein wird.  

 
 
8. Tag, Sa., 18.7: Auf nach Armenien
An der Grenze zu Armenien verabschieden wir uns auf der einen Seite der Grenze von unserer georgischen Guida Ana Purtselaze und werden auf der anderen Seite von unserer neuen Reiseleiterin Nariné Hovessyan in Empfang genommen. Ein geräumiger Reisebus steht schon bereit, zur Begrüßung („liebe Gäste“) gibt uns Nariné eine touristische Land(es)karte und eine landestypische Süßigkeit.
Fahrt zum Klosterkomplex Haghpat (976 n. Chr.), der zu den herausragenden Werken der mittelalterlich armenischen Architektur zählt und in die UNESCO - Weltkulturerbeliste eingetragen ist. Wir werden eingeführt in die Besonderheiten des armenischen Kirchenbaus (Vorkirche = „Gavith“, Kuppel auf Säulen = „Rotunde“).


Der nächste Stopp – quasi als erste zusätzliche Dreingabe zum vorgesehenen Programm fahren wir in die noch grenznahe Stadt Alaverdi, zu einer Steinbrücke aus dem 12. Jahrhundert (begrenzt von zwei mal zwei Löwen), mit Blick auf eine Kupferverwertungsanlage. Zur Sowjetzeit wurde hier auch noch Kupfer abgebaut.


Weiter geht es, über Vanadzor und vorbei an Lermantovo. Hier leben noch heute die Milchtrinker („Molokaner“), die dafür bekannt sind, dass sie keine materielle Gottesdarstellungen akzeptieren. Bevor wir Dilijan erreichen, führt uns eine Wanderung zum Kloster Jukhtak im Dilijan Nationalpark, wo wir auf Einheimische (plus orthodoxen Priester) treffen, die hierher gewallfahrtet sind und uns ganz fröhlich und interessiert begrüßen.


In einer der drei Kirchen singt Nariné – um uns die gute Akkustik der Kuppelbauten zu demonstrieren - religiöse und weltliche Lieder, u.a. ein Schlaflied von einem Hirtenjungen, dem 12 Strophen über jeweils verschiedene Tiere vorgesungen werden mussten, bis er endlich, beim Lied über den Adler, dem Symbol der Freiheit, einschlafen konnte. Freiheit ist ein großes Thema. Die Farben Armeniens sind rot, wie das Blut der Freiheitskämpfer, blau wie die Farbe des Himmels und orange, wie der Reichtum.
 
Tatsächlich ist Armenien ein armes Land. Aber dank des familiären Zusammenhalts und der Unterstützung reicher Exil-Armenier kommt man über die Runden.
Abendessen und Übernachtung in Dilijan im „Paradise Resort“ (Tel. 00347624016).

 

9. Tag, So. 19.7.2015: Kloster Haghartsin
Fahrt zum Kloster Haghartsin mit dem Bus, der unterhalb hält. Wir wandern hoch und treffen in der Klosteranlage auf einen recht selbstbewussten orthodoxen Priester, der längere Jahre Vertreter der armenischen Kirche in Deutschland war und uns wie Schulbuben abfragt, woher aus Deutschland wir denn kommen um uns dann zu verkünden, dass er da auch schon war. Jetzt ist er zuständig für ein neu neben das Kloster gebautes religiöses Zentrum.


Ebenso beindruckten wie das Kirchengebäude ist das Refektorium, dessen Raum wegen nur zweit tragender Mittelsäulen weit größer wirkt als er tatsächlich ist. Vor der Muttergotteskirche gibt es einen uralten Olivenbaum, in dessen Stamm ein großes Loch ist. Wenn man durch dieses krabbelt (sieben Mal ?) dann bringt das Glück und (Kinder-)Segen.

 
 
Wie im Fremdenführer (z.B. Trescher Verlag, Armenien, 3000 Jahre Kultur zwischen Ost und West, 7. Aufl. 2014, S. 318) nachzulesen und auch von Nariné nicht unerwähnt gelassen, wurden viele Klosteranlagen im Laufe der Geschichte zerstört und wieder aufgebaut. Der Wiederaufbau der Muttergotteskirche soll durch die freundschaftliche Zusammenarbeit der armenischen Fürsten mit dem georgischen König Georgj zustande gekommen sein. Ihr Bildnis ziegt das Stifterrelief über dem Fenster der Ostfassade. Zwei Figuren halten das Modell der Kirche, über ihnen symbolisiert eine Taube den Heiligen Geist. Und die beiden Bischofsstäbe neben den Figuren deuten darauf hin, dass hier in dieser Kirche der Geist des armenischen und georgischen Christentums mit einander verbunden sind.

 
Drei von uns nehmen das Angebot an, mit eigens zu diesem Zweck angekarrten Fahrrädern ein Runde zu fahren, es geht so lange bergab, bis keiner mehr zurück hoch zum Busparkplatz fahren mag. Aber dank Handies einigt man sich darauf, dass wir sie mit dem Bus abholen. Jetzt fahren wird zum Sevan See, der mit etwa 2.000 Metern über dem Meeresspiegel der zweit höchste Süßwassersee der Welt ist,


wo wir das auf einer Halbinsel gelegene Kloster („Sevankloster“ mit Apostelkirche) anschauen werden. Zunächst aber gibt Mittagessen ein einem großen Ausfluglokal am Fuße der Klostertreppe. Natürlich gibt es hier  lokalen Fisch zu kosten und reichlich Salat. Und auch zum Schauen gibt es genug, das Treiben an den Marktständen, das Anfahren von Brautpaaren – samt Hochzeitsgesellschaft und Fotografen. Mit langer Schleppe und Pömps spaziert die Braut mehr oder weniger grazierlich nach oben. Und oben kreist eine Fotodrohne über den Köpfen und nimmt alles, die Hochzeitsgesellschaft, die beiden Klostergebäude und den See von aus der Luft aus auf. Auch Taubenverkäufer gehören hier obligat mit zur Feier dazu.

 
 

Es ist heiß, und so folgen wir Nariné’s Vorschlag eine kleine Runde im kühlen Wasser des Sevan Sees zu drehen. Wir setzten unsere Tour fort in Richtung Jeghegnadzor und machen einen Stopp an einer Wegekreuzung (Seidenstraße !) bzw. bei den Überresten einer Karawanserei („Sulem“). Für wenig Geld erstehen wir Landprodukte, z.B. Aprikosen sowie selbstgebrannten Aprikosen-Schnaps (der einfach in leere Mineralflaschen abgefüllt wird). Übernachtung in Jeghegnadzor in einem „local house“ (Tel. 0037493826477).


10. Tag, Mo. 20.7.2015 Observatorium Karahunji
Noch vor dem Frühstück wandere ich ein paar Straßen höher zum Ortsrand, von wo aus der Ararat zu sehen ist und sich gut fotographieren läßt.


Fotographieren läßt sich auch die eine der beiden alten Damen, die sich am Straßenrand auf eine Bank gesetzt haben und mit mir als Touristen in diversen Fremdsprachen Kontakt aufnehmen.

 

Weniger gerne fotografieren lassen sich die Arbeiterinnen einer Bäckerei neben der Unterkunft, die quasi am Fließband dünnes Fladenbrot auswalzen, in die Luft schleudern und auf die Ofenfläche bringen.

Nach dem Frühstück fahren wir in den Kurort Jermuk. Unterwegs erzählt und Nariné (per Mikrofon im Bus) die Geschichte Armeniens im allgemeinen und die spezielle Geschichte eines Tunnels, der durch die Berge gegraben wurde, um Wasser in den Sevan See zu leiten (oder aus diesem heraus ??), dem Arta-Sevan-Tunnel. Jermuk ist bekannt durch seine Mineralquellen, die dank ihrer chemischen Zusammensetzung für die Behandlung von Magen - und Darmerkrankungen sowie für Nervenkrankheiten geeignet sind. Auch wir müssen / dürfen davon kosten. Dann wandern wir, vorbei an diversen Statuen bzw. aus vorhandenen großen Steinen gehauenen Skulpturen zu einem Wasserfall. Adler kreisen über der Schlucht. Mit einer Seilbahn


fahren wir zu einer Hochalm, ein traumhaftes Blumenparadies. Nach einem Imbiss oben am Berg machen wir uns zu Fuß auf den Weg nach unten und haben märchenhafte Ausblicke über Wiesen und Almen (GZ: 2 - 3 Std. - 400 m). Weiter geht es mit dem Bus: 1770 m über dem Meeresspiegel und auf eine m Territorium von 7 Hektar, liegt das alte Observatorium Karahunji (dem armenischen Stonhenge). Das Monument besteht aus 223 Basaltplatten, von denen 84 4 - 5 cm lange Öffnungen haben.


Im Anschluss an die Besichtigung fahren wir weiter nach Goris. Abendessen und 2 Übernachtungen in Goris im „Mirhav“ (Hotel Fasan, Besitzer war längere Zeit in Deutschland; Tel. 003748424612) wo Nariné uns nach dem mal wieder sehr guten Abendessen einen Vortrag hält über Berg-Karabach.

11. Tag, Di, 21.7.2015: Die längste Seilbahn der Welt
Auch heute gibt es wieder großes Programm. Mit einem Kleinbus werden wir in nordöstlicher Richtung (Richtung Berg-Karabach) zum Höhlendorf Khndzoresk gefahren, wo in weichen Tuffstein geschlagenen Höhlen bis in die sechziger Jahre als Häuser dienten. Nur wenige werden noch genutzt. Wir wandern bis in den Talgrund, vorbei an der Kirche der Heiligen Hripshime (1663) und der Felsenkirche des Hl. Thaddäus - zu einer Hängebrücke und drüben wieder hoch.

 
 

Nach einem Mittagessen im Hotel Mirhav


Weiterfahrt nach Halidzor. Hier nehmen wir die längste Seilbahn der Welt hinauf zum mittelalterlichen Kloster Tatev (UNESCO - Weltkulturerbe). Die Fahrt mit der 5,75 km langen Luftseilbahn dauert ca. 11 Minuten. Das Kloster Tatev ist ein architektonisches Meisterwerk aus dem 10. Jahrhundert. Im Innenhof gibt es eine Säule, die zum Schwingen gebracht werden kann, aber nicht von jedem, aber fast jeder versucht es.


Rund um die Klöster stehen – so auch hier – Kreuzsteine („Chatsch’khar“). Innen- oder Außenfresken sind ganz selten zu finden, aber überall hervorragende Steinmetzarbeiten, z.B. in Form von Kreuzsteinen außerhalb und innerhalb der Kirchen.  Nach dem Abendessen im Hotel nimmt Nariné drei von uns mit zu guten Bekannten in der Stadt (Vardan & Erev). Hier bekommen wir Gebäck und Maulbeerschnaps. Zurück zum Hotel (2. Nacht im „Mirhav“ in Goris) werden wir vom Hausherrn gefahren, der wie sein Bruder angestellter Busfahrer ist und morgen eine Fuhre nach Moskau macht, auf dem Landweg durch Georgien (Tiflis, alte Heerstraße, bei Kasbek über die Grenze…).

12. Tag, Mi. 22.7.2015: Kloster Noravank
Nach dem Frühstück im Hotel fahren wir in die Schlucht Amaghu, wo uns oben im Talschluß eines der schönsten armenischen Klöster aus dem 14. Jahrhundert erwartet, das Kloster Noravank mit seiner Dreifaltigkeitskirche (Vajots‘ Dsor). Die Anlage, so heißt es im Führer, ist durch seine rötliche Fassade bei untergehender Sonne kaum von seiner felsigen Umgebung zu unterscheiden.Wir wandern zwischen den hohen Felswänden der Schlucht bergab,


naschen da und dort von Maulbeerbäumen, essen Mittag in einem Höhlenrestaurant und kommen schließlich unten an der Hauptstraße zu einem Weingut, wo wir Areni (so heißt der Ort)-Weine (rote und weiße) verköstigen.


Anschließend Fahrt hinunter in die Ararat-Ebene zu dem in Blickweite zum Grenzzaun zur Türkei gelegenen Kloster Chor - Virap, wo der Heilige Grigor der Erleuchtete über viele Jahre in einer Erdhöhle gefangen gehalten worden war und von wo aus man d e n Berg der Armenier, den Ararat sieht.  


Danach fahren wir noch nach Yerevan ins Ani Plaza Hotel (Tel. 0037410589500,
[email protected], Avovyan street), wo wir im 6-ten und 7-ten Stockwerk untergebracht sind und eine Zeitlang brauchen, bis wir hecken, wie der Aufzug zu bedienen ist. Den Abend verbringen wir am Platz der Republik bzw. auf einem Dachterrassenlokal in der Nähe. 2 Übernachtungen in Jerewan.

13. Tag, Do 23.7.2015: Kloster Geghard
Es ist wieder ein heißer Tag. Oberhalb der Schlucht des Flusses Azat, in der Nähe des Dorfes Geghard, steigen wir aus unserem Bus aus, wandern – begleitet von „Magutsch“ (erforderlich, weil wir später ein Naturreservat passieren) hinunter in einen Bereich mit vielen Meter hohen Basaltformationen („Unzählige Basaltstelen verwandeln die Landschaft über dem Fluss Azat in eine überdimensionale Orgel.“), gehen über eine alte (leider nicht fachgerecht restaurierte) Stein-Brücke  


und auf der anderen Seite wieder hinauf, lange ansteigend, zu den mittelalterlichen Klosterruinen Havuts Tar aus dem 11 - 13 Jh.


In der prallen Mittagssonne geht es den selben Weg wieder zurück, wobei jetzt aber in den Ort Garni abbiegen, wo wir in einer Gartenanlage mit einem Backgebäude beobachten können wie Lavash gebacken wird. Das ist ein ungesäuertes Fladenbrot welches man hauptsächlich in der armenischen Küche findet. Das frischgebackene Brot verzehren wir zusammen mit reichlichen Salaten – nachdem wir nach längerem Warten einen freien Tisch zugewiesen bekammen. Danach fährt uns der Bus zunächst in das Höhlen-Kloster Geghard, das von unserer Nariné ganz besonders geschätzt wird. Ihre Tochter hat hier geheiratet und es gibt in einem rückwärtigen Bereich der in den Felsen gehauenen Kirche ein Quelle mit „heiligem Wasser“ (wovon Nariné etliche Flaschen abfüllt um sie später an Familie und Freunde zu verteilen).

 

Danach bringt uns der Bus zum Eingang eines heidnischen „Sonnen“-Tempels in Garni.


Wir besichtigen erst die Badehäuser (Mosaike), dann den Sonnentempel selbst, erbaut im ersten Jahrhundert n. Chr. vom armenischen König Tiridates und Mithra, dem heidnischen Gott der Sonne, gewidmet. Als besondere Überraschung hat Nariné vier (eigentlich sind es fünf, eine ist krank) Sängerinnen engagiert, die sich „luis“ (Licht) nennen und alte Kirchen- und Volkslieder singen.


Zu Abend essen wir im Ökodorf Hyelnad.

14. Tag, Fr. 24.7.2015 – Kirche der Hriphsime, Edschmiadsin,Tempel Zvartnots
Wieder geht es mit dem Bus aus der Stadt heraus. Wir wollen nach Etschmiadsin. Unterwegs halten wir bei einer Kirche die ein Katholikos (Komitas) zum Gedenken an Hriphsime an ihrer Todesstätte erbauen hat lassen. Sie war zusammen mit ihrer Abtissin Gajane und 32 anderen Nonnen umgebracht worden, weil sie sich weigerte, das Keuschheitsgelübde zu brechen.
Die Kathedrale Etschmiadsin ist bekannt als das Zentrum der armenischen Gregorianischen Kirche und ist eine der ersten christlichen Kirchen der Welt. Beeindruckend – andererseits maximal turistisiert. Anschließen Besuch der Ruinen des Tempels Zvartnots, einer Perle der Architektur des 7. Jahrhunderts und UNESCO - Weltkulturerbe.


Der Nachmittag in Jerewan stand für Erkundungen auf eigene Faust zur Verfügung, z.B. Besuch des Museums, in welchem es am Ende – man musste den Rundweg exakt einhalten – Fotodokumente zum Genozid an den Armeniern, der am Übergang vom Osmanischen Reich zum neuen türkischen Staat von Kemal Atatürk stattfand.
Abends holt und der Bus am Hotel ab, wir kommen wir an einer Statue des (Bogenschütze) vorbei und fahren vorbei an Trabantensiedlungen, Friedhof und Müllkippe hinaus zu einem Neubau in einem Dorf, in dem die Familie eines Mitarbeiters des armenischen Reisebüros (Armenia Holidays Elitar LLC, Tel. 0037410582292) wohnt und wo wir unser Abschiedsessen einnehmen und uns bei Nariné bedanken für die vielen informativen Erläuterungen und die von ihr eingebauten Extras.  Ein letzter Blick auf den Ararat vom Balkon der Gastfgeber:


15. Tag, Sa 25.7.2015: Heimreise
Um zwei Uhr morgens: Transfer zum Flughafen mit „unserem“ Bus – einchecken in Begleitung von Nariné und Rückflug nach Deutschland (über Wien nach München)
Links Georgien
 
 
Datum
Wochentag
Unterkunft
Ort
Telefon
 
11.07.2015
Samstag
Hotel KMM
Tbilisi
00995- 322- 74 71 85
 
12.07.2015
Sonntag
Hotel KMM
Tbilisi
00995- 322- 74 71 85
 
13.07.2015
Montag
Hotel Chateau Kvareli
Kvareli
00995- 790- 92 40 91
 
14.07.2015
Dienstag
Guesthouse Shinai
Omalo
00995- 597- 17 07 07
 
15.07.2015
Mittwoch
Guesthouse Shinai
Omalo
00995- 597- 17 07 07
 
16.07.2015
Donnerstag
Guesthouse Shinai
Omalo
00995- 597- 17 07 07
 
17.07.2015
Freitag
Hotel KMM
Tbilisi
00995- 322- 74 71 85
 
18.07.2015
Samstag
Paradise Resort
Dilijan
00374- 26- 24 016
 
19.07.2015
Sonntag
Local house
Yeghegnadzor
00374- 93- 82 64 77
 
20.07.2015
Montag
Mirhav
Gors
00374- 284- 24 612
 
21.07.2015
Dienstag
Mirhav
Gors
00374- 284- 24 613
 
22.07.2015
Mittwoch
Ani Plaza
Yerevan
00374- 10- 58 95 00
 
23.07.2015
Donnerstag
Ani Plaza
Yerevan
00374- 10- 58 95 00
 
24.07.2015
Freitag
Ani Plaza
Yerevan
00374- 10- 58 95 00
  
         
 
          
 
 
 

 

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